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Die Bremische Bürgerschaft hat mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken eine Entschließung verabschiedet, in der die umstrittene Predigt des Bremer Pastors Olaf Latzel (47) scharf verurteilt wird.

Die Bürgerschaft distanziere sich von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten, heißt es in einer Entschließung, die am Mittwoch parteiübergreifend verabschiedet wurde. „Das ist nicht unser Bremen“, sagte Bremens Bürgermeister und Kirchensenator Jens Böhrnsen (SPD) nach der Debatte im Landtag. Auch die CDU-Fraktion kritisierte Latzels Predigt, stimmte der Entschließung jedoch nicht zu. Die Predigt sei zwar  das „krude Ergebnis einer Eiferei“, jedoch keine „Hasspredigt“.

In seiner Predigt am 18. Januar hatte der konservative evangelische Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde unter anderem das islamische Zuckerfest als „Blödsinn“, und Buddha als „dicken, fetten Herrn“ bezeichnet. Der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Reliquien der katholischen Kirche titulierte er als „Dreck“.

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Für seine Wortwahl hatte sich Latzel öffentlich entschuldigt. Inhaltliche Kritik wies er dagegen zurück, denn er habe ausschließlich gegen Religionsvermischung gepredigt. Unterstützung erhielt Latzel sowohl von seiner Gemeinde als auch vomn zahlreichen konservativen Christen. So verzeichnet die Facebookseite „Solidarität mit Olaf Latzel“ über 7.000 „Likes“.

Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ erklärte Olaf Latzel, die Auseinandersetzung um seine Predigt sei ein Zeichen für den „desolaten Zustand“ der evangelischen Kirche und der historisch-kritischen Theologie. Sie verstehe die Bibel nicht mehr als Gottes Wort.
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(Quelle: epd)