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Indischer Erzbischof besorgt um Demokratie in Indien

Die indische Parlamentswahl findet seit dem 19. April statt und endet am 1. Juni. Erzbischof Joseph D’souza zeigt sich mit Blick auf die Wahl besorgt über die Freiheit und Demokratie in seinem Land.

epd-Gespräch / Judith Kubitscheck

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Der Erzbischof der Anglikanischen Good Shepard Church in Indien, Joseph D’souza (Hyderabad), sorgt sich angesichts der aktuellen Parlamentswahl in Indien um die Freiheit und Demokratie in seinem Land. Sollte die nationalistische Hindu-Partei BJP unter Premierminister Narendra Modi die Wahl gewinnen, könne es laut Einschätzung von Experten sein, dass die Verfassung geändert wird, sagte der Erzbischof dem Evangelischen Pressedienst (epd) bei einem Besuch in Stuttgart.

«Das wäre ein riesiges Problem, denn die gegenwärtige Verfassung gewährt Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit», sagte der Erzbischof. Die von westlichen Vorbildern beeinflusste indische Verfassung besteht seit 74 Jahren. «Der Fortschritt, den Indien in dieser Zeit erlebt hat, wurde möglich, weil Indien ein demokratisches Land ist, mit Rechten für alle.»

Er sehe die Gefahr, dass bei einer Verfassungsänderung die Rechte von religiösen Minderheiten wie Muslimen und Christen eingeschränkt werden könnten. Dies könnte zudem dann auch die Rechte der «Dalits» betreffen, der untersten Gruppe in der hinduistischen Gesellschaft, sagte der Gründer des «Dignity Freedom Network», einer Organisation, die sich für die Rechte von Menschen in Indien am Rande der Gesellschaft und in Armut einsetzt.

Auch wenn die Mehrheit der Hindus für Demokratie und Menschenrechte sei, könne es dennoch sein, dass zum dritten Mal die nationalistische Hindu-Partei BJP aufgrund des Mehrheitswahlrechts die Regierung bildet. Bei der größten Wahl der Welt sind fast eine Milliarde Inder aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Quelleepd

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1 Kommentar

  1. Ein Weltethos ist theoretisch sehr hilfreich

    Es ist schon erschreckend, wie sehr dieses große Schwellenland Indien, doch immer noch starke Probleme hat mit der Vorherrschaft und das Gegeneinander von Bevölkerungsgruppen, die sich nicht „grün“ sind und da geht es immer auch um religiöse Minderheiten. Werte werden leider in vielen großen und kleinen Staaten nicht groß geschrieben. Dies sind bekanntlich die Menschenrechte, die Freiheit der Religion, auch eine Meinungsfreiheit und die persönlichen Schutzrechte wie die Unversehrheit der menschlichen Würde und letztendlich die Demokratie. Obwohl ich evangelisch bin, leistet der gegenwärtige Papst m.E. eine sehr gute Arbeit darin, nicht nur das Evangelium zu verkündigen, sondern zugleich die Regierungen und Menschen in aller Welt auch zur gegenseitigen Toleranz, Wertschätzung und Nächstenliebe aufzurufen: Die Zusammenwirkung der großen und wertebeinhaltenden Religionen tatkräftig zu bewirken. Denn der Schöpfer aller Dinge ist auch der Gott aller Menschen. Ein Weltethos ist da sehr hilfreich, aber er wäre so wenig zielführend wie die Bemühungen der UNO gegen Krieg und Unmenschlichkeit, wenn er sich nicht auch in Realität ummünzenlässt. Der in Ungnade gefallene katholische Theologe Küng hat diesen Weltethos für erstrebenswert gehalten. Ich hielte diese Absicht für eine sehr christliche, zumal die Bibel auch prophezeit, dass am Ende nicht nur alles gut wird, sondern vorher die Kriege geächtet werden und die Menschen sich einer Gottesherrschaft der Liebe unterordnen. Sagte nicht Jesus auch, dass das Himmelreich nicht kommt wie mit den Wolken, sondern „in uns ist“? Und Jesus als der Messias Gottes, als Friedefürst herrschen wird. Wenn auch auf Erden wir immer unvollkommen bleiben, im Himmel wird man sich spätestens auch mit seinen Todfeinden nicht nur an einen Tisch setzen, sondern auch versöhnen müssen (ich meine dies mit dem „Tisch“ sinnbildlich).

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