Fresh X:

Von den Kelten für die Kirche der Zukunft lernen

Das frühe irische Christentum war eine erfolgreiche Basisbewegung. Theologe Andreas Schlamm meint: Die Methodik lässt sich auf heute übertragen.

Irland ist das einzige europäische Land, in dem sich der christliche Glaube zuerst von unten her durchsetzte, schreibt der Theologe Andreas Schlamm in einem Beitrag für die kirchliche Erneuerungsbewegung Fresh X. Schlamm sieht in der netzwerkartigen Architektur der frühen irischen Kirche ein Vorbild für die Zukunft der Kirche in Deutschland. Als Gründe für den Erfolg der ersten Missionare in Irland sieht er folgende Punkte:

  • Sie integrierten indigene Formen von Spiritualität ins Christentum.
  • Sie bezogen ihre Autorität nicht aus der Hierarchie, sondern aus Weisheit, Geist und Verstand.
  • Sie leiteten partizipatorisch. (Gemeindemitglieder können mitentscheiden; Anm. d. Red.)
  • Die keltische Spiritualität ist monastisch sowie seelsorgerlich geprägt. Es gab klösterliche Gemeinschaften, die locker miteinander verbunden waren und Gastfreundschaft lebten.
  • Die irischen Mönche verstanden sich als Wanderevangelisten und nicht als sesshafte Geistliche. Sie sahen sich als Gäste in einer fremden Kultur und prägten sie von innen.

John Finney, ehemaliger Bischof der Church of England, sieht im keltischen Weg ein Modell für die heutige Kirche. „Der keltische Weg war anders: Sie teilten das Leben der Menschen, bauten Beziehungen zu ihnen auf und versammelten sie, um dann einen passenden Rahmen für sie zu schaffen“, zitiert ihn Schlamm. „Es war keine koordinierte Aktion. Vielmehr waren es Einzelpersonen und Gemeinschaften, die aufbrachen, das Evangelium zu verbreiten, weil sie so begeistert davon waren.“

Link: „Netzwerk statt Kirche?“ (Fresh X)

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5 Kommentare

  1. Sorry,
    bitte sprecht eine einfach deutsche Sprache und nicht – integrierten indigene Formen von Spiritualität – ???
    – Autorität nicht aus der Hierarchie – partizipatorisch – keltische Spiritualität ist monastisch sowie seelsorgerlich geprägt.

    Geht es nicht mit ganz einfachen Worten, die jeder NICHT STUDIERTE verstehen kann? Das haben die kath. Priester zu viel drauf gehabt.
    Hier wird der gleiche Fehler gemacht. Wenn Ihr jemanden abholen wollt, dann sprecht und schreibt, einfach und verständlich, bitte.
    Darstellung oder SEIN? Ist hier die Frage! Wollte JESUS nicht die Kleinsten, Geringsten abholen? Was macht Ihr? Ihr zeigt, dass Ihr gebildet seid, bringt dies andere weiter? Darüber meditiert einmal, nehmt den heiligen Geist in Euch auf, bitte. Ihr wollt doch ER folgreich sein. 🙂

    Liebe Grüße

    Ursula Maria Gruchot

    Autorin – Buch Worte zur Endzeit – JESUS und das was hoffen lässt

    • Hallo Frau Gruchot,

      danke für den Hinweis. Grundsätzlich versuche ich so einfach wie möglich zu schreiben. In diesem Fall ist mir das nicht gelungen, da haben Sie recht.

      Liebe Grüße,
      Pascal vom JDE-Team

  2. Mich wundert eher, dass hier das integrieren von nichtchristlichen Inhalten propagiert wird:
    „Sie integrierten indigene Formen von Spiritualität ins Christentum.“

    Ich finde das aus beiden Sichten für bedenklich. Andere Religionen haben für mich auch ein Schutzrecht, nicht übernommen zu werden. Und das Christentum sollte Christentum bleiben.
    Sicherlich hat es z.B. zur Akzeptanz des Christentums in bestimmten Regionen der Welt beigetragen, dass sich Christentum und z.B. VooDoo vermischt haben. Aber ob das wirklich sinnvoll ist?

    Die Frage ist doch, was dieser Text als Erfolg versteht. Nur möglichst viele, die sich Christen nennen (und dann locker das machen, was sie irgendwie auch vorher gemacht haben) oder wirklich Christentum pur.

    • Es geht ja um die Übernahme von Formen, nicht von Inhalten. Ich selbst profitiere stark von den „getauften“ keltischen Formen wie z.B. der Gebetsform des „Caim“. Formen anderer Religionen, die den Inhalt des Evangeliums vitalisieren, sind m.E. begrüßenswert und weit weg von Synkretismus. Gleichwohl gilt es bei jeder Form natürlich zu prüfen, on sie von ihrem ursprünglichen Inhalt gelöst werden kann oder zutiefst mit ihm verwachsen ist und bleibt, Dann geht es eben nicht.

  3. Die ursprüngliche keltische Gemeinde scheint noch recht neutestamentlich – und das heißt geistlich und geschwisterlich – geprägt gewesen zu sein.
    Doch warum sollte man jetzt plötzlich von der keltischen „Kirche“ lernen, wenn man doch im Neuen Testament das Original vorliegen hat, dem man folgen sollte?
    Das Dumme ist nur, dass es weder in der keltischen noch in der neutestamentlichen Gemeinde so etwas wie Pfarrer, Pastoren oder Professoren gegeben hat.
    Was will man also Wesentliches davon lernen? Und was ist man bereit, dafür aufzugeben?

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