Jürgen Mette: „Die Evangelikalen – Weder einzig noch artig“

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Eigentlich lässt sich hinter diesem Titel ein Sachbuch vermuten, das dem Leser den Begriff der „Evangelikalen“ und die Bewegung etwas genauer vor Augen führen möchte. Liest man aber den Untertitel „Weder einzig noch artig“ mit, lässt sich schon erahnen, in welche Richtung das Buch gehen wird. Nachdem ich mich mehrere Wochen mit der Lektüre beschäftigt habe und es immer wieder ärgerlich weglegte, steht für mich fest: Es handelt sich hier um eine Streitschrift.

Der Autor Jürgen Mette war lange Zeit Vorsitzender der Stiftung Marburger Medien und saß in den verschiedensten Gremien im Bereich der Evangelikalen. Es handelt sich bei ihm um einen absoluten Kenner der Szene. In einem von ihm gewohnt launigen Schreibstil stellt er sein Thema mit großer Deutlichkeit und vielen Provokationen streitlustig dar. Was eigentlich die Evangelikalen im Kern ausmacht, auch in Abgrenzung anderer christlicher Strömungen, wird relativ kurz erörtert. Ein Nichtkenner der Szene wird sicher eher verwirrt als belehrt zurückbleiben.

Eigentlich kann man den Sinn dieses Buches nur verstehen, wenn man die Diskussionen zum Thema „praktizierte Homosexualität unter Christen“ seit Ende 2015 mitverfolgt hat. Spätestens seitdem sind die Evangelikalen nämlich nicht mehr so einig, wie das früher der Fall war. Und ich denke, hier liegt auch das große Anliegen dieses Buches: Jürgen Mette möchte als Insider der Evangelikalen wieder mehr Einheit stiften. Vielleicht war es auch seine Absicht, die verschiedenen „Flügel“ wieder zusammenzuführen. Als ein legitimer Beitrag ist ihm das aus meiner Sicht im achten Kapitel seines Buches gelungen, in dem er verschiedene Protagonisten zu Wort kommen lässt.

In Summe ist es für meine Begriffe ein gut gemeintes Buch, weil Mette mit der gegenwärtigen Bestandsaufnahme der Evangelikalen nicht komplett unrecht hat. Wollte er aber wirklich die unterschiedlichen Positionen zusammenführen, hätte es deutlich mehr inhaltliche und ernsthafte Reflexionen benötigt.

Von Andreas Roth

Leseprobe

Eine weitere Rezension zum Buch finden Sie hier.

Verlag: Gerth Medien
ISBN: 978-3-9573454-8-6
Seitenzahl: 256
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Das Buch ist ein Anfang, kein wirklicher Leitfaden zum Umgang miteinander,
    da gibt es z.B. von Floyd Mac Clung das Buch „Vater mach uns eins“
    Was Herr Mette aber betont ist das die Gründe der „Spaltung“ in einer Intoleranten Frömmigkeit
    beheimatet sind. Jesus selbst war den Frommen seiner Zeit ein Ärgernis, durch seine bedingslose Liebe
    und Vollmacht erreichte er die Menschen die abgelehnt und verachtet wurden….
    Wir sollten mehr auf Jesus blicken also christozentrisch gesinnt sein, dann wird es auch etwas mit der Einheit.
    Denn wir wissen, nach Kolosser 2 : „Wie ihr nun Christus Jesus als euren Herrn angenommen habt, so lebt auch mit ihm und seid ihm gehorsam. 7 Senkt eure Wurzeln tief in seinen Boden und schöpft aus ihm, dann werdet ihr im Glauben wachsen und in der Wahrheit, in der ihr unterwiesen wurdet, standfest werden. Und dann wird euer Leben überfließen von Dankbarkeit für alles, was er getan hat. 8 Lasst euch nicht durch irgendwelche Gedankengebäude und hochtrabenden Unsinn verwirren, die nicht von Christus kommen! Sie beruhen nur auf menschlichem Denken und entspringen den bösen Mächten dieser Welt1. 9 Denn in Christus lebt die Fülle Gottes in menschlicher Gestalt, 10 und ihr seid durch eure Einheit mit Christus damit erfüllt. Er ist Herr über alle Herrscher und alle Mächte. “

    Jesus der Herr sei mit euch allen

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