Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss der Dialog zwischen den Religionen verstärkt werden. Es gebe viel Unkenntnis, sagte Merkel am Montag in Berlin.

Man wolle in Deutschland ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Menschen, die anderen Religionen angehörten. Die Kanzlerin äußerte sich nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu.

Mehr als drei Millionen türkischstämmige Menschen lebten in Deutschland. Sie seien eine "lebendige Brücke" zwischen Deutschland und der Türkei, betonte Merkel. "Wir tun alles dafür, damit die Integration gelingt." Mit Blick auf die Terroranschläge in Paris betonte Merkel, wie wichtig es sei, dass die Muslime eine "klare Trennlinie" ziehen und die Gewalt verurteilen. Diese Deutlichkeit sei sehr hilfreich für das Zusammenleben der Religionen, sagte Merkel.

Der türkische Ministerpräsident begrüßte die Unterstützung der Bundesregierung für die in Deutschland lebenden Türken. Dies sei auch sehr wichtig, wenn es Übergriffe auf Moscheen gebe oder Bewegungen sich gegen den Islam richteten, sagte Davutoglu. Die Türken in Deutschland seien eine Erfolgsgeschichte.

Die für Dienstagabend in Berlin angekündigte Mahnwache für Weltoffenheit und Toleranz bezeichnete die Kanzlerin als "sehr wichtiges Zeichen an das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionen". Zu der Mahnwache haben unter anderem der Zentralrat der Muslime und die Türkische Gemeinde in Deutschland aufgerufen. Sie wollen damit nach dem Anschlag auf das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo" gegen die Vereinnahmung der Religion für Gewalt demonstrieren. Neben der Kanzlerin haben weitere Vertreter der Bundesregierung ihre Teilnahme zugesagt. Bundespräsident Joachim Gauck wird eine kurze Rede halten.

(Quelle: epd)