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Der koptische Bischof Anba Damian beklagt eine anhaltende Bedrohung für Christen in Ägypten. "Wir erfahren im Heimatland weder Recht noch Schutz", sagte der Bischof im ostwestfälischen Höxter.

Gotteshäuser und Klöster würden zerstört, Christen aus Dörfern vertrieben und vermögende Kopten entführt. "Die Täter, die uns angreifen, werden nicht bestraft, es gibt kein Verfahren", kritisierte Damian. Derzeit besucht das weltweite Oberhaupt der koptischen Christen, Papst Tawadros II., Deutschland.

 Auch nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi habe sich die Lage der Christen in Ägypten nicht verbessert. Die Militärregierung erkläre zwar ihre Unterstützung, es folgten jedoch keine Taten, beklagte Bischof Damian. "Von all unseren Kirchen ist keine einzige bislang saniert worden, von allen Tätern wurde nicht ein einziger bestraft", sagte Damian. Es gebe zwar nach wie vor eine geringe Hoffnung, dass eine neue Verfassung Verbesserungen mit sich bringt: "Christen müssen endlich als gleichberechtigte Bürger anerkannt werden." Das sei aber noch ein langer Kampf.

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 An die Bundesregierung und die Europäische Union appellierte der koptische Bischof, gegenüber Ägypten auf die Achtung der Bürgerrechte zu drängen. So sollte die Entwicklungshilfe an die Gewährung der Menschenrechte gekoppelt werden. Hoffnung setzt der Bischof auch auf den Weltgebetstag der Frauen, der im nächsten Jahr das Land am Nil in den Mittelpunkt stellen will: "Unsere Frauen werden entführt, vergewaltigt und zwangsislamisiert. Das ist eine grausame Praxis, die ein Ende finden muss."

 Die koptisch-orthodoxe Kirche existiert bereits seit dem 1. Jahrhundert nach Christus und gehört damit zu den weltweit ältesten Kirchen. Weltweit wird die Zahl der koptischen Christen auf rund 15 Millionen geschätzt, die meisten leben in Ägypten. In Deutschland zählt die Kirche etwa 10.000 Mitglieder. Neben dem Kloster Brenkhausen im ostwestfälischen Höxter gibt es auch ein Kloster im hessischen Kröffelbach.

(Quelle: epd)