Andreas Malessa lässt Sprachblasen platzen. Eine nach der anderen pikst er an und drückt und quetscht das Frömmigkeitsvokabular bis nichts mehr bleibt außer aufgeribbelten Sätzen – mal mit und mal ohne Tiefgang. Warum? Weil es notwendig ist. Unterhaltsam. Und an der Zeit.
Malessa spannt den weiten Bogen vom althergebrachten Kirchensprech von Katholiken über Protestanten zu Freikirchen. In knackigen Sätzen zerbröselt der langjährige Journalist Marketing-Phrasen, die in Gemeindegremien und kirchlichen Amtsstuben gesagt und geschrieben werden. Da wird von „Allgemeinplätzchen als Sprachkeksen der gedanklichen Verbröselung“ geschrieben. Von Luther-Stolz, Yoga-Deutsch und Stuhlkreisgesülze der Kirchenvertreter.
Malessa verfällt mitunter in den Duktus einer routinierten Arroganz. Dies kann er sich nach jahrzehntelanger Erfahrung auch leisten, bedient aber nur bedingt eine breite Leserschaft. Der 67-Jährige kennt Sprache als Herrschaftstechnik und als Mittel der Machtverschleierung. Fernab jeglicher Altersgelassenheit zieht Malessa das Business-Deutsch der Religionskonzerne durch den Kakao. Sein Werk wider der sprachlichen Fehltritte ist ein Fest, auf dem auch die Trägerinnen und Träger des Gendersternchens und der Political Correctness tanzen. Allen Fans des Konjunktivs empfiehlt Malessa wärmstens Psalm 139. Das Buch liest sich flott und ist in der Summe: kritische Beobachtung und Sammlung der Sprache der Kirche.
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