Eins vorweg: Ich habe schon einige Bücher von und über Corrie ten Boom gelesen. Doch diese Romanbiografie ist anders. Die Biografie beginnt vor Corries Geburt. Zu Beginn erfährt man einiges von der Familie ten Boom. Schon nach kurzer Zeit erscheinen die Familienmitglieder als vertraute Personen. Im „Beje“ wie das Haus der Familie liebevoll genannt wurde, fand ein aktives, buntes, gutbürgerliches Leben statt, in dem Gäste jederzeit willkommen waren. Der Autor beschreibt auf informative Art und Weise das Leben um das Jahr 1900. Das Denken und Handeln der Protagonisten wird verwoben mit den politischen Entwicklungen in Deutschland und den Niederlanden.
Dem Autor gelingt es, die Lebensgeschichte von Corrie ten Boom sehr persönlich und anschaulich darzustellen. Er schildert ihren Glauben, ihre Liebe zum Uhrmacherhandwerk. Ihr Bruder setzte sich frühzeitig mit dem Antisemitismus auseinander. Nach dem Studium begann er mit einer Arbeit unter Juden. Er war es auch, der die Entwicklung in Deutschland kritisch und besorgt betrachtete. Corries Ängste als der Krieg begann, die Judenverfolgung, das Verstecken der Juden in ihrem Haus, die Verhaftung der Familie, die auseinandergerissen wurde, die schwere Zeit im Arbeitslager – als Leserin fiebert man mit, leidet und hofft mit den den einzelnen Familienmitgliedern. Und bewundert Corries Glauben.
Diese Roman-Biografie ist absolut lesenswert. Manches ist heftig zu lesen. Umso mehr ist Corrie ein Vorbild: eine starke, mutige Kämpferin und Frau des Glaubens, die nie aufgab.
Von Christa Keip

