Mehr als 2.000 weibliche Kirchenmitglieder haben eine Petition gegen die Zulassung von Frauen als Bischöfe in der Kirche von England unterzeichnet. Sie fordern darin die Kirchenvertreter dazu auf, die traditionellen Gemeinden stärker zu berücksichtigen, die Frauen als ihre Bischöfe ablehnen.
Bei der nächsten Synode im Juli soll abgestimmt werden, ob Frauen in der anglikanischen Kirche zukünftig das Bischofsamt bekleiden dürfen.
In der derzeitigen Vorlage zur Änderung des Kirchengesetzes soll es für traditionalistische Gemeinden die die Ausnahmeregelung geben, dass sie zusätzlich zu der Bischöfin einen männlichen Bischof hinzuziehen können. Anglikanische Bischöfe beraten derzeit, ob dieser Entwurf, der als Kompromisslösung nach einer sechs Jahren andauernden Verhandlung gilt, noch einmal geändert werden soll.
Die Petitionsunterzeichnerinnen möchten nun durchsetzen, dass der von traditionalistischen Gemeinden hinzugezogene Bischof eigenständig und unabhängig von der Bischöfin handeln kann. Dadurch wollen sie verhindern, dass weibliche Bischöfe in ihrer Diözese die Freiheit bekommen, über die Aktivitäten eines hinzugezogenen männlichen Bischofs entscheiden können.
Bereits 2005 hat die 467 Mitglieder zählende Synode die Ordination von Frauen zu Bischöfen grundsätzlich befürwortet. Seither dauert jedoch das Ringen um die kirchenrechtlichen Änderungen an. Für die Annahme der Änderung ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Der Minderheit konservativer Anglikaner, die sich strikt gegen die Ernennung von Frauen zu Bischöfen ausspricht, steht die große Mehrheit der Reformbefürworter gegenüber.
Nach Schätzungen der Traditionalisten sind etwa 20 Prozent der Gläubigen gegen Frauen im Bischofsamt. Ihrer Meinung nach erlaubt die Bibel keine Weihe von Frauen, da es unter den Aposteln in der Bibel auch keine Frauen gegeben hat. Die Bibel weise Frauen eine andere Rolle in der Gesellschaft zu, lautet die Begründung der traditionalistischen Anglikaner.
(Quelle: epd)
