- Werbung -

chrismon:

Die Megachurches sind nicht mehr mega

US‑Megachurches erleben Einbrüche bei Mitgliedern und Spenden. Laut Johann Hinrich Claussen steckt dahinter mehr als ein Corona-Effekt – es geht um Glaubwürdigkeit.

Warum verlieren die Megachurches in den USA seit 2023 Mitglieder und finanzielle Mittel? Gedanken dazu hat der Theologe Johann Hinrich Claussen in seiner aktuellen Kolumne im evangelischen Portal chrismon geteilt.

- Werbung -

Die Corona Pandemie habe die auf Massenveranstaltungen ausgerichteten Gemeinden hart getroffen. Hinzu kamen Skandale – von finanzieller Bereicherung über geistlichen Missbrauch bis zu sexuellen Übergriffen. Die Krise machte sichtbar, dass das Wohlstandsevangelium vieler Megachurches („wer genug spendet, wird gesegnet“) an der Realität vieler Gläubiger zerbröselt sei.

Eine zentrale Rolle spielt laut Claussen der Wunsch nach authentischer Glaubenspraxis, besonders bei Jüngeren. Viele fragten sich: Was ist ein Gottesdienst wert, der sich kaum von einem Popkonzert unterscheidet? Wo bleiben Geheimnis und Ernsthaftigkeit? Das Gefühl der Anonymität in riesigen Hallen führte dazu, dass sie neue Wege fanden: kleine Gruppen, Hauskreise, Cafés, gemeinsames Bibellesen, digitales „fellowship“. Weniger Entertainment, mehr Gemeinschaft – und kein Star-Pastor, dem man sich unterordnen muss.

Für die deutschen Kirchen zieht Claussen klare Schlüsse. Eine Kirche dürfe zwar zeitgemäß sein, solle sich aber nicht „bruchlos“ an die kapitalistische Konsumkultur anpassen. Pfarrerinnen und Pfarrer sollten Menschen weit über ihre Kerngemeinde hinaus erreichen – jedoch ohne Starallüren. Unternehmerisches Denken könne Gemeinden stärken, brauche aber belastbare Strukturen der Kontrolle. Und: Eine Gemeinde brauche eine gewisse Größe, aber Qualität gehe vor Quantität. Clausen abschließend: „Eine gute Kirche nimmt die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst und macht ihnen keine falsche Hoffnung, sie predigt nicht über Wohlstand, sondern über Christus.“

- Werbung -

Zur kompletten Kolumne Die Megachurches sind nicht mehr mega

Quellechrismon

NEWSLETTER

BLICKPUNKT – unser Tagesrückblick
täglich von Mo. bis Fr.
Wir liefern dir die interessantesten NEWS,
Interviews und Geschichten aus der christlichen Welt.
Kompakt, relevant, inspirierend.

Wie wir Deine persönlichen Daten schützen, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Abmeldung im NL selbst oder per Mail an info@jesus.de

3 Kommentare

  1. Die Größe einer Gemeinde oder Kirche sagt nichts. Entscheident ist wie der Glaube der Einzelnen Glieder im Alltag gelebt wird. Und vorallem das Konfessionsdenken unter uns aufhören muß. Es geht einzig um den LEIB CHRISTI, dazu gehört jeder echte BRUDER bzw. SCHWESTER alle anderen Krirerien sind vom Feind …

  2. Ich liebe supercharismatische Bewegungen

    Menschen und/oder ihre Probleme und Abgründe sind keine EITERBEULEN, sondern eher der Beweis, dass jeder auf Erden lebender Mensch stets
    erlösungsbedürftig ist. Mein und unser Christentum bestehen darin, hier nicht Ungelingendes zu gewichten, sondern alles Gute mit allem Bösem zu wägen und am Gelingenden anzuknüpfen. Wunderworte lauten so „BITTE“ und „MOTIVATION“ ! Auch damit will ich mich hier gern dem Versuch annähern, für mich alles auf ein Fundament zu bringen. Die Liebe zu Gott und zu den Menschen ist niemals aus mir selbst möglich. Wir sind nur hier die Reflektoren dieser Zuwendung von Gott. Wäre Kirche, zudem unsere Welt oder sogar alle Politik vollkommen, gäbe es jene Schatten von Unvermögen und Bösartigkeit nicht, Gott wäre nicht Mensch geworden, das Kreuz unserer Vergebung der Schuld völlig überflüssig und wir sind dann unfähig zu allen bösen Gedanken, Worten und Taten. Der Freie Wille ist, wo sich entscheidet, ob wir Jesus folgen, oder es nicht tun. Insofern haben wir mit allem was wir bewerkstelligen auch stets Verantwortung. Gott ist allerdings Kain nicht in den Arm gefallen, als er seinen Bruder Abel ermordete, nicht Putin als er sich der Dunklen Seite der Macht zuwandte (nach dem Weltraummärchen ins Bildhafte gebracht) oder Gott hat den bösen Missbraucher(innen) keine Gehirnwäsche verpasst. Daher ist meine persönliche Haltung, dass mich alles was mich hier auf Erden wirklich existenziell betrifft, stets auch Inhalt des Glaubens ist. Man darf immer harsch kritisieren, wenn hier Ross und Reiter genannt werden kann und so das Gute genauso sichtbar wird wie alles Ungute. Als ich in einer Beratungsstelle arbeitete, wo Frauen Beratung finden, sah ich plötzlich nur noch solche mit den dicken Bäuchen im Straßenbild. Dies macht immer barmherziger. Vor allem mit der an Realitäten Anhalt findender Erkenntnis, dass in jedem von uns stets immer der Abgrund lauert: Die Welt daher gar nicht heil sein könnte, weil wir sonst nur die Marionetten von Gottes Willen wären. Der doch nur wirkliche ehrliche Liebe und Verehrung möchte, nie unser Katzbuckeln, Anwesende ausgenommen. Mein alter Dekan hatte seinen Lieblingsspruch: „Ich darf Gott auch wirklich böse sein, aber nie meine Gemeinschaft mit ihm aufkündigen. Unser Feind ist meist auch nur der Nachbar am Gartenzaun. Diesen Feind zu lieben kann hier niemand spontan, es braucht den Aufbau guter diplomatischer Beziehungen, dass er oder sie mir Freund(In) wird. Mein bester Lieblingsbibeltext ist daher der 1. Korinther 13, der so wunderbar formuliert, dass ohne die Liebe unsere Frömmigkeit kein Cent wert ist. So ist aber es auch der Schöpfer aller Dinge, der keinerlei Feuer vom Himmel wirft, niemals tötet und niemals die Kriege lenkt. Der aber Jesus als den Feuerwehrmann schickt, der die Flammen von Hass und Lieblosigkeit löscht. Jesus hat uns alle erlöst, aber wir müssen jeden Tag auch in dieses Geschenk eintreten. Daher bitte, auf keinem der beiden Augen blind zu sein. Es gibt auch Gutes, insofern mein tut es. Ist daher überhaupt keinerlei Werkgerechtigkeit. Es kann unechtes Wohlfühlen auslösen, sich selbst als gelungenes Werk Gottes zu sehen und damit große Höhe zu gewinnen: Irrtum: Die Bergpredigt redet von der geistlichen Armut, also in Anbetracht völlig unerwarteter Gottesliebe.
    Wirkliche Ethik ist, da bin ich bei der Katholischen Kirche, nicht legalistische Moralbegriffe zu pflegen und auch jedem seine Sexualität zu gönnen.
    Im übrigen liebe ich supercharismatische Bewegungen, wenn es der große Heilige Geist ist, der unserem öfters unheiligen Geist liebevoll aufhilft.
    Gott selbst hat jeden Menschen und sein Gedeihen in seinen Mittelpunkt gestellt, nicht zu seiner eigenen Überhöhung, sondern nur zum Heil. Denn weshalb soll er sonst selbst ein Mensch geworden sein, ganz unten im Elend und letztlich am Kreuz. Doch um Weltlichkeit nur zu heiligen.

  3. Nicht wenige dieser Megachurches sind nicht nur zu hinterfragen, sondern sind eine Schande für die weltweite Christenheit.
    Abstruse Theologie, der Mensch und sein Gedeihen steht im Mittelpunkt, das alles meist im extremcharismatischen Kontext. Dazu eben diese Skandale, vorgetäuschte geistliche Autorität und Heuchelei, man predigt Wasser und trinkt Champanja, man predigt sexuelle Reinheit und lässt die Puppen tanzen.
    Ich bin regelrecht dankbar, dass die Zeit des Stillschweigens und Wegschauens vorbei zu sein scheint und die Eiterbeule geplatzt ist.
    Bleibt zu hoffen, dass gerade die vielen jungen Leute die von solchen Bewegungen angezogen werden den Absprung schaffen.
    Und man sollte sich nicht täuschen lassen, auch in Deutschland haben manche hippe amerikanische Gemeinden und ihre „Prediger-Gurus“ die Tentakeln nach Follower ausgestreckt!
    Auch in deutschen Großstädten gibt es große moderne Gemeinden mit ansprechendem Frömmigkeitsstil und hohen Besucherzahlen, das ist nicht grundsätzlich falsch und dort wo ein klares Evangelium gepredigt wird soll Wachstum geschehen in Qualität und Quantität. Aber der Glaube darf nicht zum Geschäft verkommen und die Jesus-Nachfolge ist keine Dauerparty für Erlebnishungrige.

WAS KANNST DU ZUM GESPRÄCH BEITRAGEN?

Bitte gib hier deinen Kommentar ein
Bitte gib hier deinen Namen ein

Weitere NEWS

Konnten wir dich inspirieren?

Jesus.de ist gemeinnützig und spendenfinanziert – christlicher, positiver Journalismus für Menschen, die aus dem Glauben leben wollen. Magst du uns helfen, das Angebot finanziell mitzutragen?