Sinkende Mitgliederzahlen und Naturkatastrophen setzen die Kirchen in der Karibik unter Druck. Ein Erzbischof benennt zentrale Probleme.
Laut Einschätzung des karibischen Erzbischofs von Castries auf St. Lucia, Gabriel Malzaire, steht die Kirche in der Karibik vor tiefgreifenden Herausforderungen. Im Gespräch mit dem Hilfswerk „Kirche in Not“ erklärte er, dass der zunehmende Säkularismus die Verbreitung der Botschaft Jesu erschwere. Sorgen bereite ihm vor allem die Verkündigung für junge Menschen. Der Erzbschof warnte davor, das Evangelium auf „kurzfristige Emotionen“ zu reduzieren. Die Botschaft bleibe dann oft oberflächlich. „[Aber] in der Kirche muss es um mehr gehen als nur um Gefühle“, so der Erzbischof. Malzaire ruft dazu auf, den Glauben so zu vermitteln, dass er „Orientierung und Tiefe“ für das Leben gebe.
Malzaire sprach auch über die Hurrikans, die in der Karibik für viele Inselbewohner zum Alltag gehören. Auf der Insel Dominica habe er große Verwüstungen selbst erlebt. Die Kirche bemühe sich dann, die Menschen zu versorgen und seelsorgerisch zu begleiten. Mit Blick auf die Zukunft der Kirche wünscht sich der Erzbischof Malzaire eine bessere Glaubensunterweisung und bessere Kommunikation
St. Lucia liegt rund 500 km vor dem Festland von Venezuela und zählt zu den Kleinen Antillen. Die Insel ist traditionell stark katholisch gepräg. Der Anteil der Katholiken sank jedoch zwischen 2001 und 2022 von 67 auf 50 Prozent. Protestantische Gruppierungen machen laut Zensus von 2022 zusammen 25 Prozent aus.
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