Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran haben dramatische Folgen für Christen in der Region, warnt das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“. Viele Christen hätten die Region verlassen – Ältere und Arme blieben.
Angesichts der erneuten kriegerischen Auseinandersetzungen im Iran und den Nachbarländern warnt das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) vor verheerenden Folgen für die gesamte Region. Dabei seien vor allem Minderheiten Gefahren ausgesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung. Betroffen seien auch tausende Christen im Iran und Irak. Deutschland erklärte: „Eine weitere Eskalation könnte das Aus für die Christen im Nahen Osten
bedeuten“, fürchtet Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“.
Die Christen im Iran litten demnach noch an den Folgen der Israel-Iran-Auseinandersetzung im Juni 2025. Viele christliche Dörfer seien gerade erst wieder aufgebaut worden. „Die Christen würden eine erneute Zerstörung kaum verkraften“, so Ripka. Zudem verstärkten erneute Konflikte die Zukunftsangst: „Es sind so viele Christen ins Ausland gegangen. Die kommen nicht zurück. Aber was soll mit denen werden, die geblieben sind – es sind oft arme und ältere Menschen.“
„Christliche Präsenz darf nicht sterben“
Christen zählten zu den „schutzlosesten Gruppen“ im Iran, so Ripka. Im Weltverfolgungsindex von Open Doors liegt Iran auf dem zehnten Platz. Vor allem Konvertiten hätten es unter dem Mullah-Regime, einem System, das auf militantem Islamismus fußt, sehr schwer, da sie als „westliche Gefahr“ für das Regime gelten. Viele Menschen stellten sich die Frage: Wird ein Krieg nicht zu noch mehr Hass und Extremismus führen? De Lage in Syrien sei schwer einzuschätzen, da dort noch viele Islamisten lebten. Und im Süden des Libanon seien Christen schon in der Vergangenheit häufig von Militärschlägen gegen die Hisbollah betroffen gewesen.
Trotz der prekären Lage würden Pfarreien und Klöster ihre Arbeit nicht stoppen: „Sie geben Lebensmittel aus, betreiben Schulen, beherbergen Flüchtlinge, treten für Aussöhnung ein – so lange wie möglich,“ betont Ripka. „Die christliche Präsenz und die Arbeit der Kirche im Nahen Osten muss weitergehen.“
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