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Chrismon

„Wir gehen durch die Hölle“ – Pastor warnt vor Folgen der ICE-Razzien

Ein evangelikaler Pastor in Minneapolis schlägt Alarm: Wegen der Razzien der US-Einwanderungsbehörde bleiben Kirchen leer. Viele Latino-Familien trauen sich nicht mehr aus dem Haus.

Sergio Amezcua, Pastor einer Latino-Gemeinde in Minneapolis, beobachtet einen Rückgang der Gottesdienstbesucher von 70 Prozent in seiner Kirche. Andere Kirchen hätten ihre Präsenzgottesdienste vollständig eingestellt und seien komplett auf Online-Angebote umgestiegen, sagte Amezcua dem evangelischen Monatsmagazin «chrismon» (Online, Dienstag) mit Blick auf die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE in der Großstadt: «In kirchlichen Gemeinden in Minneapolis ist die Sorge groß, die Mieten oder Hypotheken für die Gebäude nicht mehr bezahlen zu können. Viele Spenden fallen weg – entweder, weil es überhaupt keine Gottesdienste mehr gibt oder weil die Besucher ausbleiben.»

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Seiner Gemeinde, der Iglesia Dios Habla Hoy, gehörten zu etwa 90 Prozent Latinos an, fügte der Pastor hinzu: «Die Hälfte ist hier geboren. Die andere Hälfte sind Einwanderer aus verschiedenen hispanischen Herkunftsländern.» Er berichtet von einer Atmosphäre aus Angst und Wut, die insbesondere Latinos und Migrantinnen und Migranten treffe. «Die ICE-Beamten in Minneapolis lauern Menschen auf, wenn sie aus dem Gottesdienst kommen. In ihren verdunkelten SUVs fahren sie um das Kirchengelände herum. Sie schikanieren uns. Niemand unternimmt etwas dagegen.» Kinder gingen nicht zur Schule, Kranke nicht ins Krankenhaus, Menschen nicht mehr arbeiten. In seiner Gemeinde sei ein Lieferdienst für Lebensmittel eingerichtet worden. Rund 28.000 Menschen hätten sich registriert.

Gebet auch für den Präsidenten

Amezcua, der sich selbst als konservativ und patriotisch bezeichnet, versteht seine Kanzel als Ort, an dem die Ereignisse benannt werden: «Wir hassen unsere Regierung nicht, wir hassen die Beamten nicht. Sie sind auch Menschen. Wir beten für sie, wir beten sogar für den Präsidenten. Aber wir erheben unsere Stimme, um den Menschen zu sagen, dass das, was sie tun, falsch ist. Es ist blanker Rassismus im Namen von Patriotismus. Und das muss aufhören.» Die Gemeinde biete Workshops an, um Menschen zu schulen, friedlich und deeskalierend zu agieren.

In einer Predigt habe er der bei ICE-Einsätzen getöteten Bürger der Stadt, Renee Good und Alex Pretti, gedacht. Am 7. Januar erschoss ein ICE-Beamter die 37-jährige Good, am 24. Januar erschoss ein Bundesbeamter unter bisher nicht genau geklärten Umständen den 37 Jahre alten Krankenpfleger Pretti.

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Das komplette Interview können Sie im Magazin Chrismon lesen.

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19 Kommentare

  1. Eigentlich gehören die USA nun auf den Weltverfolgungsindex von Open Doors. Auch das ist Christenverfolgung, wie in Iran, China und Nordkorea

  2. Der Pastor weiß offensichtlich nicht, was die Hölle ist.
    Sonst würde er den gegenwärtigen zugegebenermaßen schwierigen Zustand dennoch nicht damit vergleichen …

  3. Herr Hehner hat offenbar nicht verstanden, dass der allmächtige Gott es zugelassen hat, dass Trump ins Amt kommt . Sollte er sich hierfür bei Ihnen entschuldigen ? In Berlin können sie nicht einmal ihre Stromkabel bewachen. Trump hat bereits viel erreicht. Die Obama/Biden Jahre waren eine Todesspirale aus Schwachsinn, Entartung, Korruption und Niedergang. Trump hat die giftige Flut des Transgenderismus zurückgedrängt, er schützt werdendes Leben im Mutterleib, er hat eine „woke“ Hochschulbildung bestraft, illegale Einwanderung gestoppt, korrupte Bundesbehörden aufgedeckt. Er hat die USA aus katastrophalen Klimapakten zurückgezogen, die israelischen Geiseln zurückgebracht, die nuklearen Fähigkeiten des Iran verringert, Handelsungleichgewichte ausgeglichen, den Diktator von Venezuela gestürzt….Er darf auch Fehler machen. Gott möge ihn segnen und ihm ein demütiges Herz schenken.

    • Das mit dem demütigen Herzen ist gut, wirklich gut, geradezu köstlich – Humor vom Feinsten !
      Wenn’s nicht so traurig wäre …

    • Antwort an Seltsam

      Theologisch habe ich meinen Kommentar anfangs begründet mit „Gebet gegen den Machtwahn – Trump erinnert mich als Jesu Versuchung in der Wüste, als ihm der Teufel raffiniert anbot, ihm die Reiche der Welt samt Herrschergewalt zu geben. Aber Jesus ist nicht nur unser Messias, wurde brutal auch ans Kreuz genagelt und hatte so Gottes gewaltlose Liebe praktiziert, gegen seine Feinde“! Es geht darum, dass alles (oder fast alles) – bis hin sich als Werkzeug Gottes zu sehen – bei Trump antichristlich ist, einschließlich (selbstredend) seine pure Gewalttätigkeit und jene der Regierung zu betreiben, die schlicht auch gegen weltliche Gesetze verstoßen. Warum jemand nicht versteht, was ich schreibe, verstehe ich hier wiederum nicht. Leider lässt sich über zusammenhängende, schwierige und größere Zusammenhänge nicht in wenigen Sätzen etwas aussagen. In den letzten Sätzen habe ich nochmals begründet – leider schreibe ich dies immer wieder – dass Gott alles regiert nicht mit der Macht der Gewalt, sondern der Kraft seiner Liebe. Denn ich Geschichte vom Turmbau zu Babel beschreibt mit dem „Turm der bis in den Himmel ging“, eben sich selbst im Übermaß über alles zu erheben, letztlich Tyrann zu sein (dann haben sich in Babel alle auch nicht mehr verstanden und andere Sprachen gesprochen). Der Mittelteil des Textes hat die blanken amerikanischen Tatsachen beschrieben, wie die detailliert in allen öffentlichen Medien nach guter Recherche berichtet werden. Mag sein dass meine Texte zu lange sind, aber ohne lange oder längere Texte lässt sich eben die komplizierte Welt nicht verstehen. Also ich habe die Wahl nur noch plakative Sätze zu schreiben, dann sind Sie zufrieden, vielleicht dass ich Glaubensgrundsätze äußere, aber keine konkrete Wirklichkeiten. Sie müssen meine Kommentare nicht lesen, sie nicht gut finden, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sie nicht verstehen kann. Im übrigen habe ich auch den Schlenk auf unsere Geschichte des Nationalsozialismus gestreift und wie schnell es gehen könnte in einem Unrechtsstaat zu leben. Das mag nicht jedem gefallen und manche scheint es falsch zu sein, die Welt so zu sehen wie sie oft ist. Also wenn nicht klar ist, dass ich gegen den politischen Rechtsruck bin, egal ob bei uns oder bereits Rechtsradikalität in den USA, dann ist doch klar, um was es mir vor allem geht. Für mich ist Glaube (auch) „was mich unbedingt angeht“!!

      • @ Herrn Hehner: Falls ich Ihnen zu nahe getreten bin, bitte ich um Entschuldigung. Natürlich habe ich die einzelnen Details und Beispiele intellektuell verstanden, auch die generelle Aussage, dass Sie gegen den Rechtsruck sind. Das war ja auch bereits aus früheren Kommentaren bekannt. Aber was ich meine ist eher, die nähere Intention, der Fokus in Bezug auf den Artikel. Es mag irgendwo im Text erwähnt sein, aber deutlicher wird es nicht durch viele Details.
        Ich denke, es ist hier ohnehin auch beim besten Willen nicht möglich, schwierige und größere Zusammenhänge in einem Kommentar darzustellen. Es bleibt nur die Möglichkeit, sich auf einzelne Aspekte der Wirklichkeit zu fokussieren anhand des Artikels, unter dem man gerade schreibt.
        Zwischen nur plakativen Sätzen und sehr ausführlichen Texten sehe ich aber eine große Bandbreite.
        Und die Leserschaft ist so verschieden, dass es ohnehin schwierig ist, adressatenbezogen zu sein. Was dem einen als ermüdende Wiederholung vorkommt, ist dem anderen ganz neu. Wo man den einen mit einer bestimmten Formulierung erreicht, stößt man den anderen mit der gleichen Formulierung ab, das lässt sich wohl nicht vermeiden.

    • Ich bin einfach völlig entsetzt!!!!

      Liebe Marita, ich bin tatsächlich entsetzt, wie einfach gestrickt Sie die Welt sehen und einen offensichtlich größenwahnsinnigen narrzistischen Menschen (Narrzismus ist Selbstverliebtheit) sehen, hier im Menschen Trump auch als Werkzeug Gottes. Auch Transgenderismus ist geradezu ein völlig antichristlicher Begriff, denn er suggeriert, ein Mensch mit einer anderen Sexuellen Orientierung sei nicht nur ein Sünder, sondern ethisch extrem schmutzig (abartig). Damit grenzen Sie wie im ganzen Mittelalter und auch noch bis vor einigen Jahrzehnten unzählige gute Mitmenschen aus. Im Altertum hatte man anders orientierte Menschen, die so von Gott erschaffen sind, ihre Orientierung nicht ändern können und genauso wie jeder und jede von Gott geliebt sind, einfach ausgeschlossen. Im Altertum sind sexuell Andersorientierte oftmals jene, die Orgien feierten und dann entsprechenden toxischen Geheimkulten angehörten. Aber da liegt eben auch das Doppel-Missverständnis. Es geht nicht um Ethik, sondern um die Biologie. Keiner kann seine Sexualität ablegen, sie ist immer ein nicht unerheblicher Teil unseres Menschsein. Seelisch wäre das so, als schneide man jemand sein Arm oder Bein ab. Menschen früher wurden einfach aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie haben sich oft damit abgefunden, wurden tatsächlich so wie man sie einstufte (nämlich schmuddelig), oder sie sind an dieser völligen Unmenschlichkeit ihrer Mitmenschen einfach nur zugrunde gegangen. Ich kann nicht verstehen, wie Christinnen und Christen oder andere heute so denken und es macht mich niemals zornig, aber sehr betroffen. Meine Idee wäre, einmal einen solchen Menschen einfach nur kennen zu erlernen und dann festzustellen, dass er genauso gut ein Kotzbrocken sein kann, oder ein sympathischer Zeitgenossen. Bitte entschuldigen Sie meine harschen Worte, aber ich kann hier nicht einfach ein Mäntelchen drüber decken. Wie heißt nochmals das Doppelgebot der Liebe? Wo steht das Gebot, du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten? Ich kann mir nun überhaupt nicht vorstellen, dass Jesus (heute unter uns), zu so einer Bewertung wie Sie kommen würde. Aber offensichtlich bleibt der 1. Korinther 13 genau so ungelesen wie unsere Bergpredigt. Ich bin durchaus ein frommer Mensch, aber genauso wie alle Menschen ein (begnadigter) Sünder. Vor allem muss ich immer zuerst den Balken aus meinem Augen ziehe, bevor ich andere Menschen unter den Senkel stelle. Leider gibt es eine Art Menschenfeindlichkeit, die auch ohne aus anderen Gegenden zu kommen, genauso schlimm sein könnte wie Rassismus. Ich weiß auch nicht, wer heute noch bei uns predigt, homosexuelle Menschen seien Sünder. Das meint noch nicht einmal mehr unsere Obrigkeit der Katholischen Kirche. Sie übernehmen hier wörtlich die Narrative der Trumpisten, oder jenen Hass der AfD, mit der Zuschreibung zur Demokratischen Partei: „Todesspirale aus Schwachsinn, Entartung, Korruption und Niedergang“! Trump beschreibt die zweite große Partei, der Demokraten schlicht als Linksradikale und Geisteskranke. Übrigens wurden gerade 100 Pfarrer in den USA auch verhaftet weil sie so denken wie ich und viele auf der Demonstranten auf den Straßen). Sorry: Alles andere wäre unehrlich ! Nun ist dies meine Meinung, aber sie grenzt an Realität.

      • Lieber Herr Hehner,

        Ihre Antwort an Marita irritiert mich – nicht wegen Ihrer Kritik an Donald Trump, die ich in vielem teile, sondern wegen der theologischen Zuschreibungen, die Sie dabei vornehmen. Sie rücken eine Christin, die Gottes Gebote ernst nimmt, in die Nähe politischer Extreme und moralischer Verirrung. Das halte ich für unangemessen und geistlich problematisch. Die Schrift warnt ausdrücklich davor, dass Gottes Wort verfälscht wird, um Menschen von der schlichten Treue zu Christus wegzuführen: „Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken verdorben werden von der Einfalt gegenüber Christus.“ (2. Korinther 11,3).

        Sie werfen Marita vor, ein „einfaches Weltbild“ zu haben, während Sie selbst theologisch auf einem simplistischen Niveau argumentieren: Sie lassen zentrale biblische Zusammenhänge unberücksichtigt und orientieren sich stärker an menschlichen Maßstäben als am Wort Gottes.

        Die Schrift zeigt, dass Gott von Anfang an mit fehlbaren Machthabern Geschichte geschrieben hat – mit dem Pharao ebenso wie mit Mose, mit Saul wie mit David, mit Nebukadnezar ebenso wie mit Kyrus. Keiner von ihnen war gerecht um seiner selbst willen, und doch blieb Gottes Handeln an ihre Person nicht gebunden, sondern seiner eigenen Treue verpflichtet. Selbst als Jesus von den Hohepriestern ausgeliefert und von Pilatus verurteilt wurde, wirkte Gottes souveräne Absicht ungebrochen. Alles, was wir über Gottes Wirken und Maßstäbe erfahren, erfahren wir im Wort Gottes. Es will jedoch in seiner Gesamtheit verstanden werden und lässt sich nicht auf einzelne Passagen oder momentane politische Begebenheiten reduzieren. Gottes Zulassen bedeutet keine moralische Billigung, sondern Ausdruck seiner Souveränität über die Geschichte.

        Marita hat – soweit ich erkennen kann – keine Menschen abgewertet, sondern eine Ideologie am Maßstab der Schrift geprüft. Der Mensch ist Ebenbild Gottes (Genesis 1,27), und geistliche Unterscheidung ist kein optionales Extra, sondern biblischer Auftrag (1. Johannes 4,1). Wenn diese Unterscheidung jedoch als Menschenfeindlichkeit oder moralische Verirrung diffamiert wird, während man sich zugleich hinter frommen Floskeln versteckt, die letztlich der eigenen Selbstgerechtigkeit dienen, wäre es redlicher, nicht bibeltreue Christen anzugreifen, sondern offen zu sagen, dass man die Autorität der Schrift selbst relativiert. Jesus argumentiert nicht aus zeitgeistigen Mehrheiten heraus, sondern aus der Schöpfungsordnung: „Von Anfang an aber schuf Gott sie als Mann und Frau.“ (Markus 10,6). Jesus Christus ist der, durch den, für den und zu dem die ganze Schöpfung gemacht ist (Kolosser 1,16). Wer seine Maßstäbe umdeutet, widerspricht nicht bloß einzelnen Christen, sondern stellt letztlich Christus selbst infrage.

        Maßstab christlicher Urteilsbildung ist nicht politische Lagerzugehörigkeit, sondern Christus allein (1. Korinther 2,2).

        Letztlich bleibt Christus unser Maßstab und der alleinige Richter und Retter. Alles Leben liegt in seiner Hand. Wer in Christus bleibt und ihm vertraut, lebt in seiner Gnade, erfährt Vergebung der Sünden und das ewige Leben (2. Korinther 5,18–19).

        • @Adrian:
          Ich bin nun ebenfalls irritiert, wegen der theologischen Zuschreibungen, die Sie Ihrerseits vornehmen. Halten Sie die Position, die Frau Marita vertritt wirklich für bibeltreuer als die Position von Herrn Hehner? Gerade weil Christus unser Maßstab ist, finde ich auch, dass die Ebenbildlichkeit der Menschen mit Gott und die daraus resultierende Menschenwürde in der Politik wiederzufinden sein sollte, insbesondere wenn jemand seine Politik als christlich deklariert. Ist das denn wirklich zu erkennen in der Politik des Trump und den Kommentaren derjenigen, die ihn befürworten? Millionen von Evangelikalen (u.a.) in de USA sehen das so und sehen sich damit in biblischem Verständnis (wenn sie denn die Bibel wirklich lesen…) Das ist für mich völlig unverständlich.
          Hier wurde, so schreiben Sie, eine Ideologie am Maßstab der Schrift geprüft. Damit erhält ja diese Position also dann den Nimbus von Unantastbarkeit. Und damit scheinen Sie aussagen zu wollen, dass andere dies nicht getan hätten und die Bibel nicht richtig lesen. Das finde ich zu kurz gedacht und eben eine ungerechtfertigte Zuschreibung.
          Es läuft auf das Bibelverständnis hinaus. Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.

          • Lieber Seltsam,

            ich möchte meine Gedanken noch einmal bündeln, weil sie offenbar missverständlich angekommen sind.

            Ich habe meinen Kommentar gerade deshalb geschrieben, weil ich von der Souveränität Gottes ausgehe. Die Schrift bezeugt durchgehend, dass Gott auch durch moralisch problematische, ja widerwärtige Herrscher Geschichte schreibt. Dass Gott wirkt, bedeutet nicht, dass der Mensch gerecht ist. Dass dabei Gutes entsteht, ist keine moralische Beglaubigung des Handelnden. Diese Spannung gehört zum biblischen Realismus und darf nicht aufgelöst werden.

            Wenn Gott durch Pharao, Nebukadnezar oder Kyrus wirken konnte, dann ist es theologisch weder ausgeschlossen noch anstößig, dass er auch durch einen Donald Trump wirkt – trotz seines Charakters, nicht wegen ihm. Genau diese Differenzierung war mein Anliegen.

            Umso irritierender finde ich es, dass im Gegenzug ein weitgehend undifferenziertes Bild der US-Evangelikalen gezeichnet wird. Gerade dort wird der sogenannte christliche Nationalismus derzeit sehr bewusst und ausdrücklich als Götzendienst benannt – als gefährliche Vermischung von Reich Gottes und nationaler Macht. Diese inner-evangelikalen Debatten sind theologisch reflektiert, kontrovers und alles andere als eindimensional. Wer das ausblendet, zeichnet ein Zerrbild.

            Wenn dabei der „Geist“ gegen den „Buchstaben“ ausgespielt wird, verliert die Schrift ihre Verbindlichkeit. Ein Bibelverständnis, das sich auf einen unbestimmten „Geist“ beruft, um konkrete Aussagen der Schrift zu relativieren, läuft Gefahr, Auslegung durch Beliebigkeit zu ersetzen. Der Geist Gottes widerspricht dem Wort nicht, sondern bindet uns an es.

            Dass Gott wirkt, ist kein Beweis für die moralische Integrität dessen, durch den er wirkt. Es verbietet uns aber auch, Gottes Handeln vorschnell auf das zu reduzieren, was wir selbst moralisch akzeptabel finden.

            Ich lasse mich gern korrigieren und belehren – aber bibelfundiert. Wo mir anhand der Schrift gezeigt wird, dass ich falsch liege, bin ich noch so gerne bereit, meine Position zu überdenken.

            • @Adrian:
              Die Souveränität Gottes wurde nicht in Frage gestellt, es geht viel konkreter um die unterschiedliche Bewertung der aktuellen politischen Entscheidungen.
              Sie benennen als Ihr Anliegen: „…theologisch weder ausgeschlossen noch anstößig, d a s s er (Gott) auch durch einen Donald Trump wirkt…“ Das ist aus großer theologischer Höhe (um nicht zu sagen Distanz) formuliert und wird den Menschen auf den Straßen von Minneapolis wenig helfen. Das Problem ist ja oft, dass gerade solche theologisch grundsätzlich richtigen Sätze ganz einseitig benutzt werden, vor allem von derjenigen Seite, die einfach weniger Skrupel hat, und das sind halt oft die Machthaber.
              D a s s Gottes Wirken für uns oft nicht verstehbar ist, weil es über unseren Horizont hinausgeht, ist sicher bei allen Kommentatoren unstrittig. Unbenommen davon bleibt die Aufgabe, das Handeln der Menschen an christlichen Maßstäben zu orientieren.
              Ursprünglich ging es um die theologischen Zuschreibungen an Personen aufgrund deren politischer und menschlicher Positionen.
              Da Ihre „Bündelung“ und doch sehr ausführliche Predigt als Reaktion auf meinen Text erfolgt ist, habe ich darin nach Antworten gesucht, die darauf Bezug nehmen.
              Ich hoffe nur, dass Ihr Hinweis auf Gefahren der Bibelauslegung nicht bedeutet, dass Sie allen, die die Bibel anders verstehen als Sie, unterstellen, Geist und Buchstabe gegeneinander auszuspielen.

            • @ Seltsam

              Gefahren der Bibelauslegung

              Ich habe gerade ein herzzerreißendes Buch über verfolgte Christen gelesen – Menschen, die lieber gestorben sind, als auf die Bibel zu spucken. Aus diesem Blickwinkel ist es mir im Moment schlicht zu blöd, auf ein liberal-theologisches Framing einzugehen.

              Die Bibel selbst ist klar, verbindlich und lebendig (Hebräer 4,12; Jesaja 40,8; Matthäus 24,35) – sie ist der Maßstab, nicht ich.

            • @Seltsam – verzeihen Sie, das muss ich jetzt doch noch loswerden, als zweite Reaktion auf Ihren Kommentar:

              Wenn Gottes Souveränität als „theologische Höhe“ erscheint, liegt das Problem für mich weniger in der Aussage als im zugrunde liegenden Gottesbild. Die Schrift spricht davon nicht distanziert, sondern als Trost für Menschen mitten in Ohnmacht und Angst (Psalm 115,3; Daniel 4,35).

              Ich sage das nicht aus einer oberlehrerhaften Position oder als theologische Phrase, sondern als Mensch, der lange schwerste Depressionen durchlebt hat – für den Gottes Souveränität in dunkelsten Momenten festen Halt gegeben hat, auch wenn sich das erst im Nachhinein sortieren ließ (Psalm 46,2; Jesaja 41,10; Psalm 18,2).

              Unklar bleibt mir zudem, wovon hier konkret die Rede ist: Wer hat diese Aussage in diesem Zusammenhang einseitig oder machtpolitisch missbraucht? Im bisherigen Verlauf sehe ich das nicht. Dass aus einem biblischen Trostwort vorsorglich ein Machtverdacht konstruiert wird, überzeugt mich daher nicht.

            • Das Gott durchaus auch durch Verbrecher, Lügner, Kriegstreiber und schlimmeres wirken kann, kann doch aber nicht bedeuten, dass Christen diese bejubeln, ihre Untaten rechtfertigen und ihnen nachlaufen oder huldigen.

            • @ Adrian: Ich freue mich für Sie, dass Sie Gottes Hilfe erfahren haben.
              Auch mir hat Gott, der Vater in Jesus Christus durch den Heiligen Geist in meinem Leben vielfältig und konkret geholfen, schützend, rettend, begleitend und führend.
              Es gibt noch mehr Facetten des christlichen Glaubens als nur Liberalismus und Fundamentalismus.
              Gerade weil die Bibel der Maßstab ist, wie Sie mit Recht schreiben, spricht allzu vieles gegen Trumps Ideologie und Vorgehen, selbst wenn es vielleicht ein paar einzelne richtige Punkte gibt. Die Souveränität Gottes entbindet uns nicht der Verantwortung.
              Inzwischen fangen übrigens auch US-Evangelikale an, Trumps Politik zu kritisieren.

    • In Ihrer Aufzählung fehlt noch, dass Trump die Gewaltenteilung aushebeln will, indem er die Kontrolllfunktion der Justiz missachtet, Gerichtsbeschlüsse missachtet. Für manche mag ja eine Rückkehr zu einem Königtum erstrebenswert sein. Gott hatte auch damals in Israel das Königtum Sauls zugelassen, nicht weil er es gut fand, sondern weil das Volk es so wollte, dass ging dann eine Weile gut, bis Saul in den Wahnsinn abgeglitten ist.

  4. Sehr geehrter Herr Hehner, bitte helfen Sie mir. Was ist Ihre Kernaussage? Sie referieren ausführlich den vorangegangenen Artikel und ziehen viele Vergleiche und Beispiele heran. Sicherlich kann man in einen einzelnen Kommentar nicht alle Facetten eines Sachverhalts benennen. In dem verständlichen Bedürfnis, möglichst umfassend die eigene Sicht darzulegen, liegt aber auch die Gefahr verborgen, dass durch zuviele Details die eigene Zielrichtung undeutlich wird und die Überzeugungskraft guter Argumente sogar verloren geht. Mir ist jedenfalls nicht wirklich klargeworden, was Ihnen vor allem wichtig ist.

  5. Gebet gegen den Machtwahn

    Trump erinnert mich als Jesu Versuchung in der Wüste, als ihm der Teufel raffiniert anbot, ihm die Reiche der Welt samt Herrschergewalt zu geben.
    Aber Jesus ist nicht nur unser Messias, wurde brutal auch ans Kreuz genagelt und hatte so Gottes gewaltlose Liebe praktiziert, gegen seine Feinde.
    Nicht der Gewaltsame wird die Erde besitzen, nur Friedfertigen werden in der Bergpredigt selig gesprochen. Gott tröstet die Ärmsten unserer Welt.
    Weil Jesus Christus auferstanden ist, wurde seine Auferweckung ein himmlischer Dokument und der Beweis, dass nur diese Liebe zielführend wird.
    Auch ein evangelikaler Pastor in Minneapolis schlägt Alarm: Wegen der Razzien der US-Einwanderungsbehörde bleiben Kirchen leer. Viele Latino-Familien trauen sich überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Sergio Amezcua, Pastors der Latinogemeinde in Minneapolis betrauert einen Rückgang von 70% Gottesdienstbesucher. Andere Kirchen hätten alle ihre Präsenzgottesdienste vollständig eingestellt und komplett auf die Online-Angebote umgestiegen. Da liest man auch von 100 Pfarrern die verhaftet und dann freigelassen wurden, nach nur friedlichen und demokratischen Protesten. Es wird innig für den Präsidenten gebetet. Ich will den Christinnen und Christen und allen rechtschaffenen guten Menschen in den USA wünschen, es würden sich dort hunderttausende Menschen zusammenfinden, die friedlich nach dem Vorbild von Martin Luther-King gegen jeden Rassismus und alle Formen von Gewalt und Unrecht demonstrierten. Jedenfalls nutzt es wenig auch NUR zu wissen, dass die Ursachen im US-Zwei-Parteien- System liegen, einer daraus nicht zu rechtfertigenden Unfähigkeit zu Kompromissen, kein Dialog und Null friedlichen konstruktiven Streit. Dies soll berücksichtigt sein, muss aufgearbeitet werden, aber zunächst muss Herrn Trump und den beteiligten Evangelikalen sowie der MAGA-Bewegung die überschrittene Rote Linie der Rechtstaatlichkeit vor Augen geführt werden. Es gilt die Justiz zu stärken und unterstützen vor allem darin, dass Unrecht unter Strafe gestellt wird und die christliche Ethik in einem sich als christlich verstehende Land strikte Geltung haben sollte. Allerdings ist unverblümt zu hinterfragen ob ein derzeit regierender Präsident extrem größenwahnsinnig und auch im medizinisch-psychischen Bereich nicht nur unerheblich erkrankt ist. Und welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, die Nation und seine eigene Person insoweit einfach nur zu schützen? Dies hört sich heute fast irreal utopisch an, aber ein Donald Trump, einmal vollständig immun gegen jegliche staatliche Gewalt und das verbriefte Recht, ist auch ein großes Risiko für das Recht und die Sicherheit der ganzen Menschheit. Amerikanischen Präsidenten werden immer noch jenes Köfferchen mit den Atomkodes bis vor das Stille Örtchen hinterher getragen. Wer könnte es verantworten, dass die menschliche Kultur nur wegen einem Irrtum ausgelöscht würde? Es steht in unserer Bibel geschrieben, dass es keine Sintflut gibt, aber nirgends dass wir uns nicht selbst ebenso auslöschen dürfen, weil wir Böses mittragen. Es sind immer viele Menschen involviert in Tabubrüche des Recht und auch jede Christin und jeder Christ trägt immerzu auch Verantwortung für das, was sie/er auf dem Wahlzettel ankreuzt, auch bei uns. Nach der Machtergreifung Hitlers wurden in kurzer Zeit fast alle Reichstagsabgeordneten verhaftet. Wenn dies irgendwo auch eine Blaupause abgibt, ist der Krug, der lange zum Brunnen wandert, irgendwann nicht mehr vor einem Bruch zu retten. Es wäre nicht zu rechtfertigen, wenn wir mühsam diskutierten, ob ein Tyrannenmord, unter welchen Umständen auch immer, ebenso seine Rechtfertigung hätte. Dazu haben auch schwächelnde Demokratien immer noch ihre (noch) ihre Unabhängige Justiz und auch sehr viele Gesetze, die in den USA täglich leider brutal gebrochen werden. Christlich gesinnte Menschen sollten immer für ihre guten und schlechten Politiker beten, gern mit dem Wissen, dass wir alle immer nur durch das Kreuz von Golgatha freigesprochene Sünder sind und jeder immer in unsere tiefsten Abgründe und einen wie immer gearteten Machtwahn fallen könnten. Leider ist der arme Donald kein Wolf im Schafsfell, „sondern ein Wolf „in natura“! Aber Jesus, der es ablehnte so zu werden wie damalige Machtherrscher und Tyrannen, auch jener Schöpfer des Turmbaues zu Babel, deren Machtelite gewissermaßen sich im Elfenbeinturm weit von Gott entfernte. Aber Gott ist LIEBE pur.

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