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„Glaube und Sexualität“: Fachtag zur empirica Sexualitätsstudie

Wie leben Christen Sexualität? Das hat die empirica Sexualitätsstudie untersucht. Am 4. Oktober werden die Ergebnisse präsentiert.

Sexualität ist im christlichen Kontext ein zunehmend „vermintes Thema“, heißt es auf der Homepage des Instituts empirica. Unterschiedliche Positionen zu sexualethischen Fragen hätten in den vergangenen Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt. Wie Christen und Christinnen ihre Sexualität leben und was sie über sexualethische Fragen denken, hat das Institut empirica in einem mehrjährigen Forschungsprojekt untersucht.

Dieses bestand laut empirica aus mehreren Teilstudien: einer Online-Umfrage mit mehr als 10.000 Teilnehmenden, biografischen Interviews mit 14 jungen Christinnen und Christen und einer Diskursanalyse von Social Media, Zeitschriften und Büchern.

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Bücher zur Studie

Auf dem Fachtag am 4. Oktober werden die wichtigsten Ergebnisse der Sexualitätsstudie präsentiert. Anschließend soll es Stationen zu verschiedenen Aspekten der Studie geben, unter anderem: Sex und Kirche, Sexualität und Jugendarbeit, sexualisierte Gewalt und Purity Culture. Als Gesprächspartner an den Stationen sind angekündigt:

Nico Buschmann (Pfarrer), Ute Buth (Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe), Thorsten Dietz (Theologe), Astrid Eichler (Single-Netzwerk), Tobias Faix (Theologe), Andrea Hansen (Psychologische Beraterin / Paar- und Familiencoach), Heinzpeter Hempelmann (Theologe), Ruth Hess (Theologin, EKD-Zentrum für Genderfragen), Hansjörg Kopp (Generalsekretär CVJM), Tobias Künkler (Sozialarbeitswissenschaftler), Martin Leupold (Weißes Kreuz), Birgit Mattausch (Theologin), Ille Ochs (Theologin und Supervisorin), Martin Rosowksi (Theologe und Historiker), Veronika Schmidt (Sexologin), Tina Tschage (Theologin und Coach) und Daniel Wegner (Professur für Soziale Arbeit).

Zum Fachtag erscheinen zwei Bücher zur Studie: „Unsere Geschichte mit Sex“ und „Sexualität und Glaube. Prägungen, Einstellungen und Lebensweisen“. Teilnehmende des Fachtags erhalten beide Bücher als Teil der . Ab dem 4. Oktober gibt es auf der Webseite der Sexualitätsstudie einen Forschungsbericht und eine Zusammenfassung zum kostenlosen Download.

Link: Weitere Informationen und kostenpflichtige Anmeldung zum Fachtag

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4 Kommentare

  1. Ob das ein vermintes Thema ist, hängt wohl sehr davon ab, in welchen christlichen Kreisen man sich bewegt.

    Ich habe das in meiner Zeit in der christlichen Jugend in der EKD und als christlicher Jungerwachsener überhaupt nicht vermint erlebt. Im Gegenteil, die christlichen Jugendgruppen waren eher eine gute Möglichkeit der Beziehungsfindung. Manche fanden ‚wahre Liebe wartet‘ gut (soweit ich es mitbekommen habe, aber eher als zeitliche Lebensphase), andere sahen es wohl lockerer. Letztlich war da zu anderen Pubertierenden kein großer Unterschied. Ist ja eh eine schwierige Zeit. 🙂

    Allerdings habe ich ebenfalls erlebt, dass schon eine (Freikirchliche) Gemeinde weiter den Jugendlichen eingeimpft wurde, dass schon öffentliches Händchenhalten bei Verheirateten (nein, kein Witz!) ein sündiges Verhalten ist. Da sind einige Jugendliche deshalb nach meinem Dafürhalten zu Verhaltensstörungen erzogen wurden.

    • Freiheit und Verantwortung

      Das mit der Erziehung zu Verhaltensstörungen kann ich bestätigen und betraf damit eine Freikirche und die entsprechenden Klagen hier der Jugendlichen über die erwachsenen Gemeindeglieder. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität war mitnichten produktiv. Denn eine gute Menschenbegegnung ist auch immer, jede/r die eigene Entscheidung über seine Haltungen und Lebenswege nicht vorzuschreiben. Eine Selbstmotivation zu eigenen Haltungen ist immer sinnvoller. Christen sind eigenständig und aus dem eigenen Selbstverständnis immer dann auch für alles was sie tun, oder nicht tun, auch verantwortlich. Auch in ethischen Fragen gibt es unterschiedliche Meinungen und die absolute Wahrheit stört hier jede produktive Kommunikation. In allen Meinungen, die zu absoluten Wahrheiten werden, muss Explosionsgefahr vermutet werden, denn nicht ist unfriedlicher mit zwei Menschen mit zwei völlig sich ausschließenden absoluten Wahrheiten. Moral hat aber leider das Preisschild einer absoluten Wahrheit. Nur dadurch geht es eigentlich bei Homosexualität dann nicht mehr um Meinung, sondern absolute Wahrheit, oft sogar so weit, daß die angeblich richtige Wahrheit über das eigene Heil entscheidet. Aber die Überlieferungen über Jesus sind weit weg von einer solchen moralisierenden Weltansicht. Und über biologische und damit auch medizinische Fragen kann man schwerlich nur theologisch fabulieren.

  2. Was hat die Würde des Menschen mit seiner Sexualität und dem zu tun, was ich Herkunft nenne, die im Umgang mit Jesus einzig der Mutter geschuldet ist, durch die Gottes Potenz als menschliches Potenzial in Jesus sichtbar wurde?

    Wie lange tritt Jesus noch für das Leben ein, das seine Geburt am Herz von Gott bereits erfüllt hat?

    Wofür setzt der Mensch das Privileg seiner natürlichen Fortpflanzung ein?

    Was war er zu seiner Zeit bereit, dafür zu geben?

    Das Leben lässt sich in seiner Geburt nicht von ihrer Mutter trennen. Woher mag sie wohl kommen und auf wen fällt sie dadurch zurück?

    Vor Gott stehend wartet ihr Leben einzig auf die Loyalität des Vaters, dem sie bereits vor allen Zeiten ihr Wort gab. Sein Leben sollte sich an dem erfüllen, der sie erwählt, um bei sich aufzunehmen, was sie zu seinem Zuhause hinzufügt. Damit die Liebe zwischen Mann und Frau zu begründen, die vor allem steht, was sich aus ihrer Fortpflanzung ergibt, war für mich nicht immer selbstverständlich. Ich musste dafür durch eine harte Schule gehen, die sich für mein Leben auszahlen sollte, indem ich durch sie den Zugang zu der »Zeit« fand, die von der Ewigkeit immer nur das nimmt, was ihr Gott hinterlässt.

  3. Wirklich ein vermintes Thema

    Sexualität ist im christlichen Kontext ein zunehmend „vermintes Thema“, heißt es auf der Homepage des Instituts empirica. Die unterschiedlichen Positionen zu sexualethischen Fragen hätten in den vergangenen Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt. Dazu kann ich aus meiner Sicht nur sagen, dass dieses Thema vor 55 Jahren (oder noch früher) dergestalt war, dass dies in meiner Kirchengemeinde und auch in der Landeskirche 100%iges Unthema war. Aus jener Zeit ist mir auch noch erinnerlich, dass der damalige Landesjugend-Deligiertentag, nach der sehr kontroversen Diskussion, im Eingangsbereich der Kirchenleitung der EKHN einen Kondomautomat aufhängte. Das war eher eine Protestreaktion und führte neben ein paar Schlagzeilen nur dazu, dass der arme Hausmeister die primitive Künstliche Intelligenz nächsten Tag`s nur abschraubte.

    In meiner Gemeinde haben wir uns als Spätpubertäre, was den praktischen Teil der Aufklärung betraf, als Selbstaufklärer/innen eingeübt. Das gute war, daß wir über jenes offen sprachen, es gab da keine Tabus von Nichterwähnung und Drumherumgerede. Was uns leider als Realität begegnete, dass die (vermutete!) Haltung unserer älteren Kirchenmitglieder Lichtjahre weit weg von jeder real existierenden Wirklichkeit lag. Letztlich musste jede/r so den eigenen Weg finden, wie er mit seiner real existierenden Sexualität umgehen kann. Umgangssprachlich Heilige gab es da überhaupt nicht, niemand machte sich einen leichten Fuss. Aber mir ist niemals der selten vorkommende Yeti begegnet, der sich nicht seinen Verliebtheiten letztlich geschlagen gab. Unser durchaus sehr liebevoller Pfarrer, als Kind seiner damaligen Zeit, hielt es für uns bereits völlig ungeeignet, auch nur über in Inhalt vom Hohelied Salomons über die Liebe, und die dortigen erotischen Texte zu reden und uns einfach nur den Bibeltext theologisch auszulegen. Also die Berührungsangst war groß beim Thema. Allerdings es war auch ein Großteil Hilflosigkeit, denn ein Geistliches Lehramt gibt es in evangelischer Genese nicht. Und ein nicht vorhandener Papst sagen könnte, was an gelebter Sexualität (gerade noch) christlich war. Allerdings ist mir eine ökumenische Veranstaltung noch sehr gegenwärtig, wo die engagiert mitdiskutierenden Priester auch die Überzeugung äußerten, daß es die Kirchen nicht zu interessieren hat, was in den Schlafzimmern der Deutschen passiert. Der katholische Dekan meinte in einer Mischung aus leichter Ironie und Humor, jüngere Menschen würden ja auch einmal schlappern, das gehöre zum Leben und sei dann auch keine Sünde. Dies war
    thematisch die unklarste Klarheit und die große Kunst, unsagbares auf den Punkt zu bringen, ohne Klartext zu reden. Klartext reden bedeutet Mut.

    Ich befürchte, das Thema ist auch heute noch ein Unthema, vielleicht aus einer vermuteten Befürchtung, die angenommenen Normen und Werte würden sich mit Realität nicht decken. Allerdings habe ich, insbesondere auch in der Jugendarbeit, damals immer wieder erstaunt festgestellt, daß Jugendliche und jüngere Erwachsene doch Werte wie gute Beziehungen und auch Treue wirklich gelebt haben. Ich vermute grundsätzlich, daß es insofern keine aufgeschriebene Sozialethik gab und gibt, die einfach für alle realistische Angebote machen könnte, wie man das ungeliebt Geliebte mit einer guten Integration von Sexualität in das eigene Leben versehen könnte. Wir sind eben unserem Gewissen und so unserem Gott der Liebe immer ganz individuell für unser Leben, und wie wir mit anderen umgehen, verantwortlich. Seit Adam und Eva mit dem schambedeckenden Blatt zwischen den Beinen, erscheint vielen Christinnen und Christen die Kombination zwischen Sexualität und Glaubensleben so vereinbar wie Feuer und mit eingerührtem Wasser. Da schleppen wir vermutlichen unbewusste kollektive Erfahrungen aus zwei Jahrtausenden durch unsere Welt.

    Auch dass Graham junior vor einigen Jahren seine Evangelisation in Deutschland nicht durchführen konnte, weil er auch die Homosexualität für Sünde hielt, deckt sich nicht mit moderneren Überzeugungen von Christen, die eine solche Auffassung fast für skandalös halten, weil damit nicht wenige Menschen automatisch ausgegrenzt werden, auch wenn sich heute Ausgrenzungen relativieren. Aber auch dieses Thema hat bei einer andersweitigen sexuellen Orientierung eine absolute Trennlinie aufgezeigt: Evangelikale US-Christen würden das dann aufgrund wortwörtlichen Bibelverständnisses niemals verstehen, oder gar akzeptieren. Dort ist ja schon (die drastisch) verbotene Sexualaufklärung in Schulen bereits eine Demarkationslinie, an der populistisch Trumpismus stattfindet, wo sehr scharf mit Werten und Normen geschossen wird. Das wäre Nichtvorbilder. Beim unbedarften Zeitgenossen (früher genannt „Mann auf der Straße“) sagt wahrscheinlich dessen Gefühl, daß körperliche Liebe immer einen Hauch von Unanständigkeit besitzt. Kein Wunder, wenn in heutigen Sendungen noch Frauen zu gewinnen sind, verbunden mit Fleischbeschau. Botschaften also doppeldeutig sind. Sexismus hat nichts zu tun mit normaler körperlicher Liebe, gesundem Selbstwert, oder gar mit Pornografie.

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