Markus Weimer ist Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Konstanz und hielt beim Leiterschaftskongress Willow Creek einen Vortrag darüber, wie Leiter ihre Gemeinde verbessern können.
Das Presseteam des Kongresses berichtete, dass es ihm nicht schwer gefallen sei, sein Publikum für sich zu begeistern. Mit Humor und interaktiven Fragen erzählte Markus Weimar darüber, was eine gute Gemeinde ausmacht und wie wir sie erkennen und verwirklichen können.
Nach einer kleinen Anekdote und der Frage: „Bist du gerade gerne Mitglied deiner Gemeinde?“ habe er von den unterschiedlichen Phasen einer Gemeinde berichtet. Zeiten, die geprägt sind von deutlichem Einsatz, oder Zeiten, in denen es auch Konflikte gibt. Er stellte fest, dass die Welt und deshalb auch Gemeinden im Wandel sind. In dem Umbruch ist seine konkrete Frage: „Wie kann Veränderung geistlich nachhaltig gestaltet werden?“ und welche Haltungen es für einen gut gelingenden Wandel brauchen würde. Diesen definiert Weimar so: Wir müssten zur „Quellgemeinde“ werden.
„Der Mut, das Beste zu verschenken.“
Eine Quellgemeinde, erklärte der Dekan, sei eine gesunde Gemeinde, die in Christus wurzelt und von ihm seine Kraft erlangt.
Doch wie erkenne ich, ob meine Gemeinde wirklich eine Quellgemeinde ist? Um das herauszufinden, würde es sich – wie so oft- lohnen, einen Blick in die Bibel zu werfen. Hier referiert Markus Weimer den britischen Bischof Paul Williams, der anhand von der Jerusalemer Urgemeinde, die Barnabas nach Antiochien schickte, 7 Merkmale für eine Quellgmeinde aufstellte.
Dabei betone er beispielsweise, dass Barnabas in der antiochischen Gemeinde nicht nur fürsorgliche Worte, sondern auch Mahnung überbrachte. Daraus leitete Weimer ab, dass wir uns bei der Fülle von neuen Ideen zu Veränderungen in den Kirchen immer und zuallererst auf Jesus fokussieren müssen. Zudem betonte Weimer die Rolle der Gemeindeleiter. Diese sollten sich in Demut üben: „Ein edler, demütiger Charakter wächst, wenn ich mir vom ‚Ich bin‘ zusagen lasse, wer ich bin.“, so Weimer. Diese Leiter hätten ebenfalls die Aufgabe, Menschen in ihrem Glauben mündig zu machen. Ehrenamtler müssten geschult werden, um der Gemeinde dienen zu können. Auch das leitet Weimer aus der Bibelgeschichte ab: „Antiochia zeigt, was geschieht, wenn sich eine Gemeinde klar fokussiert“.
Besonders wichtig erachtete Weimer das Gebet. Für eine tiefgreifende Veränderung reiche bloßer Aktionismus nicht, stattdessen erzählte er begeistert von einer Anekdote, bei der er mit britischen Christen zusammen gebetet habe. Dabei saßen sie bei Platzregen in einem Auto. “ Ich dachte: Wir fliegen gleich!“, erzählte Weimer begeistert. „Eine Quellgemeinde ist durchdrungen von Gebet, und zwar in jedem Bereich ihrer Tätigkeiten.“
Auffällig ist auch: Die Antiocher Gemeinde spendete in unglaublicher Großzügigkeit an die Urgemeinde in Jerusalem. Das sei ein zentrales Anliegen einer Quellgemeinde. Weimer unterstrich:„Großzügigkeit hat immer zwei Seiten: Es brauch Mut um großzügig zu handeln, und es braucht Demut, um sie anzunehmen. Ich glaube, wir werden in Zukunft auf gegenseitige Großzügigkeit angewiesen sein.“ Zu dieser Großzügigkeit gehöre auch, im Fall des Falles, seine besten Mitarbeiter ziehen zu lassen, beispielsweise für Mission. Auch Paulus und Barnabas hinterließen in der Urgemeinde bestimmt eine deutliche Lücke, aber würden als geistliche Übung dienen. Wir durften immer wieder entdecken, dass der Heilige Geist uns auffordert, das Beste zu verschenken. Es hat einen hohen Preis, aber es lohnt sich.“
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