Religiöses Fasten hat mit einer Diät nichts zu tun. Im Islam und im Christentum spielt es eine wichtige Rolle und kann den Glauben stärken. Doch es gibt Unterschiede zwischen dem Verzicht im Ramadan und in der Passionszeit.
Von Judith Kubitscheck (epd)
Für Muslime in Deutschland beginnt am Abend des 18. Februar der Fastenmonat Ramadan, zwischen dem 19. Februar und dem 20. März wird gefastet. Christen fasten zwischen Aschermittwoch, der in diesem Jahr auf den 18. Februar fällt, und Ostern am 5. April. In beiden Religionen geht es dabei um innere Einkehr und auch um Nähe zu Gott. Ein Überblick:
Fasten im Christentum
In der Passionszeit, die am Aschermittwoch beginnt, fasten viele Christen. In der siebenwöchigen Zeit vor Ostern erinnern sie sich an das Leiden und Sterben von Jesus Christus. In Teilen der Christenheit, etwa bei den Orthodoxen, gibt es viele und auch strenge Fastenregeln. Viele gläubige Protestanten und Katholiken verzichten in dieser Zeit auf Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch oder sind zum Beispiel weniger in den sozialen Medien unterwegs. Fasten wird als geistliche Praxis gesehen, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) greift dies seit 1983 auf und lädt dazu ein, in den sieben Wochen vor Ostern mit einem jährlich wechselnden Schwerpunkt zu fasten. Die EKD-Aktion «7 Wochen ohne» steht 2026 unter dem Motto «Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte». Dabei geht es weniger um Nahrungsverzicht, sondern darum, zu sich zu kommen und innere Freiräume zu entdecken.
Fasten im Islam
Der islamische Fastenmonat Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender und gehört für Muslime neben dem Glaubensbekenntnis, den täglichen Gebeten, der Armensteuer und der Pilgerfahrt nach Mekka zu den sogenannten «fünf Säulen des Islams», den Grundpflichten für Muslime. Im Ramadan sind die Gläubigen aufgerufen, täglich von Beginn der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Befreit vom Fasten sind etwa Alte und Kranke, Kinder, Schwangere und Reisende.
Höhepunkt ist im letzten Drittel des Fastenmonats die «Lailat al-Qadr», die «Nacht der Bestimmung», in der nach der islamischen Überlieferung dem Propheten Mohammed erstmals Verse des Korans offenbart wurden. Viele Muslime beten dann die ganze Nacht durch, da sie auf Vergebung ihrer Sünden hoffen. An Ramadan schließt sich das Fest des Fastenbrechens an, das im Türkischen auch «Zuckerfest» genannt wird, weil die Kinder Süßigkeiten und Geschenke bekommen.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
In beiden Religionen geht es nicht darum, beim Fasten eine Diät oder Schlankheitskur zu machen. Im Mittelpunkt stehen Besinnung, Innehalten im Alltag, Neuorientierung und der Wunsch, Gott näherzukommen.
Ein Unterschied ist, dass Fasten für die meisten Christen im Gegensatz zu den Muslimen keine religiöse Pflicht ist. Im Islam sind die Fastenregeln klar definiert. Und die Gemeinschaft spielt eine größere Rolle – beim gemeinsamen abendlichen Fastenbrechen und bei den Gebeten in der Moschee.
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Hallo!
Naja, die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karfreitag ist auch nur Heuchelei, denn die allen anderen Fastenzeiten wie z. B. die Adventszeit werden ja auch ignoriert! Was soll das also?
Gruß,
Peter
Die Verantwortlichen von „7 Wochen ohne“ wissen dem Anschein nach nicht, was ein echtes Fasten ist!
Man soll also 7 Wochen auf Härte verzichten.
Und dann?!
Vor ein paar Jahren sollte man 7 Wochen ohne Lügen sein.
Und dann?!
Liebe Grüße
Aku
Fasten kann „7-Woche-neueInnerlichkeit“ sein
Ich kenne mich durchaus gut bei mir selbst aus. Selbstverständlich bleibt für mich als Christ immer, mich meinen guten Absichten auch wirklich anzunähern und sie niemals als Werkgerechtigkeit zu empfinden. Es wird aus der Verbindlichkeit von eigenen Zielen aber keine solche Absicht, die realisiert werden kann, wenn ich solche (zeitlichen Ziele wie das Fasten) endlos relativiere. Ich könnte mir als Vielschreiber einen Verzicht vorstellen, in den 7 Wochen der Passionszeit mehr auf innere Besinnung, auf mein Gebet und eher gute Bücher fixiert zu sein. Dies wäre dann sowohl effektiv und auch durchaus sogar Opfer. Aber schön reden und denken kann man alles. Ich esse gerne als Diabetiker leider süß und würde jedes Eis notfalls gegen ein gutes Essen eintauschen. Die Ausrede (die sogar ein wenig richtig ist) wäre, dass ein denkendes Gehirn vermehrt Zucker brauchte als der Mensch nur im Tiefschlaf. Mein Auto habe ich abgeschafft. Autofasten geht nicht mehr. Aber es könnte mehr innere Einkehr sein und der bewusste
Verzicht auf Dinge, die mir schwerfallen. Warum ? Deshalb, weil an der Stelle von materiellen und nichtmateriellen Gütern, Gott doch hier nicht als Lückenbüßer, aber sinnvolle und bessere Ergänzung meines bewussten Lebens werden könnte. Biblisch als der Schatten über der rechten Hand.
Ein christlicher Querdenker hatte uns vor längerer Zeit erzählt, er könne beispielsweise immer und zu jeder Zeit mit Gott sprechen und damit wäre auch sein ganzes Handeln für sein Christsein und für seine Verbindung mit Gott relevant. Also bei hier banale Dinge wie Auto zu fahren ebenso Jesu Nachfolge ist. Es könnte dort mehr Vorsicht walten und weniger schnelles Tempo für den Klimaschutz. Oder wer morgens eher gefühlsmäßig den Tag öfters mit Unlust beginnt, könnte sodann auch bescheiden einem beliebigem Menschen sein freundlicheres Lächeln schenken. Es ist für mich so immer wieder erstaunlich, dass Menschen auf diese (fast vergessenen) Signale stets deutlich positiv reagieren. Das Leben als neues und vertieftes Wahrnehmen der eigenen Seele scheint hierdurch auch Glück zu generieren. Oder auch einfach sieben Wochen nach jenem Prinzip zu leben, das Gute nicht nur für gut zu halten, sondern es zu verwirklichen. Jesus war ein Gegner von jedem legalistischen Verhaltens, um damit auch keinerlei Geschäft mit Gott einzugehen. Wenn also das jüdische Gesetz der Nächstenliebe präzise forderte, eine Meile mit einem Mitmenschen zu gehen, es dann auf zwei Meilen auszudehnen. Und der hohe Anspruch auch Feinde lieben zu lernen aus der Nächstenliebe nicht nur ergibt, dass wir Männer gerne nur schöne Frauen lieben (was nicht verboten ist) aber kaum schwierige Menschen. Denn aus bald so normalisierten Kontakten am Gartenzaun nach Feindschaft, kann langfristig Freundschaft werden. Vielleicht sollten Tyrannen und Demokraten miteinander Schach spielen, als die Panzer bauen zu lassen. Dies würde Feindbilder drastisch abbauen. Der Umgang mit Augenhöhe erzeugt immer Empathie. Nur Empathie ermöglicht es uns anderen Menschen manchmal sogar wie unserem eigenen Spiegelbild anzunähern. Wenn ich im Mitmenschen auch eigene Fehler erkenne, dann könnte mich dies viel gnädiger machen, den Menschen neben mir nicht zu richten, oder mit Vorurteilen wahrzunehmen. Wir alle haben immer Ecken und Kanten. Selbstverständlich könnte Fasten nicht nur lediglich Grundhaltung sein, sondern wochenlang einmal Praxis. Ich gebe ehrlich zu, weniger zu essen fällt mir am aller schwersten. Daher wäre es für mich ehrlich sinnvoller. „Denn der Geist ist willig, das Fleisch aber schwach“!. Diese Worte aus dem Munde des Menschensohnes Jesu beweist doch deutlich, dass eine mitfühlender Gott in Jesus uns versteht.