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Guido Cantz: „In der Kirche darf man auch lachen“

Entertainer Guido Cantz findet, dass die Kirche modernisiert werden sollte. Für ihn passen Humor und Glaube gut zusammen.

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Die „kleine“ Jecken-Bühne oder die große Samstagabend-Showbühne im TV: Wann sind Sie glücklicher?

Guido Cantz: Die Karnevalsbühne wie die Samstagabendshow ist mein „Wohnzimmer“, wo ich mich wohlfühle. Das ist nur ein bisschen eine andere Disziplin, wie in der Leichtathletik. Wenn ich „Verstehen Sie Spaß?“ moderiere, halte ich als Gastgeber die Sendung zusammen und versuche, die Leute zu unterhalten. Wenn ich alleine auf der Bühne stehe, dann gibt’s drum herum kein Gerüst einer Sendung, da kann ich theoretisch machen, was ich will. Beides macht mir Spaß.

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Bauchgefühl & Gottvertrauen, das passt offenbar, wie Sie über sich schreiben. Gehen auch Kirche & Humor zusammen?

Guido Cantz: Ja! Definitiv. Humor finde ich sehr wichtig, für alles im Leben. Das Thema „Osterlachen“, das früher eine große Tradition in der Kirche hatte, ist irgendwie abhandengekommen. Da wurde den Gläubigen von der Kanzel etwas Humoriges über ihre Regierenden erzählt, sodass sie befreit lachen konnten. Ich finde, dass man in der Kirche lachen kann, auch klatschen darf. Lachen befreit, es ist eine Sache, die Menschen hilft – und das soll der Glaube auch. Von daher finde ich: Humor und Glaube passen gut zusammen.

Sie sind überzeugtes Mitglied der katholischen Kirche, einer Organisation, die heute oft nicht mehr in die Zeit zu passen scheint. Warum?

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Guido Cantz: Ich stelle mir schon ab und zu die Frage: Wieso versucht die Kirche nicht, ein bisschen mehr mit der Zeit zu gehen? Da sollte einiges modernisiert werden. Aber ich bin da Vereinsmitglied, sogar zahlendes (lacht). Denn ich finde: Glaube hat ganz viel Gutes und Schönes. Ich selber sage immer, dass ich fest daran glaube, dass jemand auf mich aufpasst – und das ist kein Satz, den ich einfach so dahinsage.

Kirche ist wichtig und wird noch wichtiger in den nächsten Jahrzehnten. Denn je mehr Umweltkatastrophen oder auch Pandemien wir erleben, desto mehr werden die Leute nach etwas suchen, wo sie Halt finden. Ich bin sehr froh: Ich gehe nicht jeden Sonntag in die Kirche, erlebe aber, wenn ich dagewesen bin, dass es mir gutgeht und dass Kirche ein Ort ist, an dem ich persönlich zu mir finde.

Sie zitieren Otto Waalkes: „Ich bin jetzt etwas über 50, seit 30 Jahren im Scheinwerferlicht und habe 20 Jahre lang einfach so drauflos gelebt. Macht zusammen 100. Was will ich eigentlich wirklich vom Leben?“ Haben Sie schon Antworten gefunden?

Guido Cantz: Wer bin ich? Ich bin immer noch auf der Suche und hoffe, dass ich irgendwann mal erwachsen werde … wobei ich es auch genieße, ein bisschen Kind und verrückt zu bleiben, das ist auch das Schöne an unserem Beruf. Ich versuche, ein guter Papa und Ehemann zu sein, meinen Job gutzumachen, Leute zu unterhalten.

Mein Ziel in den nächsten Jahren ist, dass ich noch mehr höre, auf meinen Bauch, auch auf mein Gottvertrauen: Was ist für mich wichtig, was ist für mich gut, was macht mir Spaß, was habe ich noch nicht erlebt? Und die Sachen möchte ich dann wirklich durchziehen. Die wichtigste Frage ist: Bist du glücklich, zufrieden in dem, was du machst? Wenn man da annähernd Ja sagen kann, ist das schon mal ein guter Schritt.

Die Fragen stellte Jörg Podworny.


lebenslust
lebenslust 4/21

Dieses Interview ist in der Zeitschrift lebenslust erschienen. lebenslust wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

Guido Cantz veröffentlichte vor kurzem seine Biografie „Bauchgefühl & Gottvertrauen“. Diese erschien beim Bonifatius Verlag.


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