- Werbung -

Deutsche Welle

Berlin: „Man muss verrückt sein, derzeit einen Davidstern zu tragen“

Für viele junge Juden in Berlin gehören Bedrohungen mittlerweile zum Alltag. Sie sind vorsichtiger geworden – und verstecken oft ihre jüdische Identität.

Tim Kurockin erzählt „nicht vielen Leuten, dass er jüdisch ist“, sagt der 21-Jährige im Interview mit der Deutschen Welle. Dass er „nicht religiös“ ist und keine Kippa trägt, sieht er „in dieser Situation“ als „Privileg“. Er habe Freunde, die „körperlich angegriffen wurden, weil erkannt wurde, dass sie jüdisch sind“.

- Werbung -

Ähnliche Erfahrungen machen auch andere jüdische Studierende in Berlin, berichtet die Deutsche Welle: Die 20-jährige Lilach Sofer habe zwar keine Angst, in die Uni zu gehen. Man könne in Berlin „weithin ganz normal leben“. Trotzdem achte sie darauf, in der Öffentlichkeit nicht laut Hebräisch zu sprechen. Und: „Man muss verrückt sein, derzeit, egal wo in Berlin, eine Davidsternkette zu tragen.“

Mit manchen Aspekten des Holocaust-Gedenkens können einige Juden nicht viel anfangen. Oft sei es derselbe „Nie wieder“-Post auf Social Media, oder ein Schwarz-Weiß-Bild von Auschwitz, kritisiert Kurockin. „Das ist nicht genug. Macht doch auch ehrlich was gegen Antisemitismus!“ Auch in der Politik müsse mehr passieren – das Erstarken der AfD bereite ihm Sorgen.

Seit Jahrzehnten findet das jüdische Leben in Berlin meist unter Polizeischutz statt, heißt es in dem Artikel. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe sich die Lage weiter verschärft. Jüdische Einrichtungen seien nun mit „massiven Absperrpollern“ geschützt. Bei der Feier des Lichterfestes „Chanukka“ im Dezember gab es „weiträumige Absperrungen und mehrfache Einlasskontrollen“. Viele Juden fühlen sich in Berlin wieder „relativ sicher“ – andere meiden seit dem 7. Oktober „sehr bewusst die Öffentlichkeit“.

- Werbung -

Link: Berlins junge Juden: Nur nicht auffallen (Deutsche Welle)

NEWSLETTER

BLICKPUNKT - unser Tagesrückblick
täglich von Mo. bis Fr.

Wie wir Deine persönlichen Daten schützen, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Abmeldung im NL selbst oder per Mail an info@jesus.de

3 Kommentare

  1. Alle Menschen und Kreaturen sind von Gott erschaffen

    Antisemitismus, der Stiefbruder des Rassismus, ist zurecht das Trauma von uns Deutschen, die wie kein anderes Volk durch manche unserer Väter und Großväter dazu beitrugen, 6 Millionen jüdischer Mitmenschen in brutalster Form auszugrenzen, zu schikanieren und fast immer vom Leben in den Tod zu befördern. Jüdinnen und Juden teilen mit uns das Alte Testament, Abraham und Moses und Letzteren als Werkzeug Gottes, der die Israeliten aus der Sklaverei durch Ägypten befreite. Mit unseren älteren Geschwistern, den Juden, teilen wir den Glauben und die große Hoffnung auf einen liebenden Gott, der alle Menschen und ein unendliches Weltall erschuf. Neben persönlicher Freiheit von Zwängen und Einschränkungen hat uns dann Jesus auch von unserer Unfreiheit und Unversöhnlichkeit mit Gott befreit, durch das Kommen von Jesus Christus. Für wichtig halte ich das Weiterbestehen einer Erinnerungskultur, wenn die letzten Opfer des Holocaust nicht mehr unter uns leben. Ich halte den Antisemitismus für eine Gedankenpest aus vielen Jahrhunderten. Aber für Juden und Christen und alle guten Menschen gilt, dass das Blut aller Menschen nicht vergossen werden darf und dass unser Menschsein Würde besitzt, weil der Schöpfer aller Dinge, als Schatten über unserer rechten Hand, immer jeden unserer Erdenbürger erschaffen hatte und immerzu liebt. In jedem Menschen und jeder Kreatur auf Erden begegnen wir unserem Schöpfer.
    Christinnen und Christen sollten sich immer vor unsere jüdischen Mitbürger/innen stellen und sich notfalls ebenso einen Davidstern anheften.

  2. Schön, dass es in Berlin besser wird als jüdischer gläubige zu leben .
    Ich selbst bin aufgewachsen bei adventistischer verwandschaft,entspricht fast identisch der „gesetzlichen“ jüdischen Religion.
    Damit habe ich große Probleme. vor allem der Druck,du musst den Sabbat heiligen, um das Himmelreich zu erlangen.
    Das war für mich geistlicher Machtmissbrauch.
    Das sollten aber die gesetzlichen juden ablegen, denn die wahre Freiheit ist einzig und allein die Liebe Jesu. Das ist mir wichtig zu erwähnen, bei allem Problem antisemitisch. denn das kann sehr abstoßend und angsterfüllend, sein diese Botschaft .
    Ich hoffe auf Verständnis.

    • Gott ist Liebe

      Antwort an Cornelia: Auch die Juden und hier die jüdische Religion, ist nicht immer gleich. Die liberalen Juden haben auch Rabbinerinnen und sie unterscheiden sich von der orthodoxen Richtung durch die deutlich sanftere Art, die fast unseren normalen Kirche/n ähnlich sein dürfte. Nochmals eine Prise strenger sind die Ultraorthodoxen in Israel, die sind wie jene Evangelikalen in der Form wie in den USA. Unsere damalige Reiseleiterin in Israel, deutschstämmig, informierte uns, dass etwa zahlenmäßig wie bei uns Christinnen und Christen, dort nur jene 3% der Juden ihren Glauben wirklich auch exemplarisch leben. Alle anderen kommen höchstens an hohen Feiertagen in die Synagoge, eher aber nicht. Jene Ruth Lapid, vor längerer Zeit auch verstorben, hatte als jüdische Glaubensgelehrte gut im Fernsehen und Internet das (eher liberale) Judentum mit deren Sicht auf unser hiesiges Christentum sehr sinnstiftend erklärt. Mir hat sich hier ebenso erschlossen, warum ich eine von einem Rabbiner in Pandemiezeiten im Internet wahrgenommene (gute) Predigt nahe an dem erlebte, was mir n einem evangelischen oder katholischen Gottesdienst wichtig ist. Dass die Adventisten ihre Religion hier als sehr gesetzlich erleben, kann ich nachvollziehen. Was mich grundsätzlich befremdet, dass bei uns leider auch die Christinnen und Christen nicht selten ähnlich geprägt sind und es fast eine Irrlehre ist, dass Gott angeblich Nichtchristen (nach der Lehre der Adventisten) an ihrem Lebensende einfach auslöscht, wie der Mensch am Computer eine Datei. Dies hatte Jesus im Gesamtzusammenhang seines Lebens und Werkes so niemals gepredigt, sonst wäre es dann sehr absurd, dass er die Außenseiter der damaligen Gesellschaft liebte, sogar einen hilfsbereiten Samariter (nach jüdischer Lesart ein Heide), als ein großes Vorbild hinstellte und in seiner Bergpredigt (und Bergrede) bereits ebenso Friedensstifter als selig ansah. Das hört sich nicht so an, als sei Menschlichkeit, wenn sie hier von Nächstenliebe geprägt ist, nicht ein Wert an sich bleibt und daher die 10 Gebote und Jesu Rede auf dem Berg wichtig und zeitloses wurden. Dies hätte auch nichts mit Werkgerechtigkeit zu tun, denn der Glaube (als große Hoffnung auf Gott) ist ohne seine Werke tatsächlich tot. Also ist ohne Liebe (zu Gott) und zu den Menschen aber alles nichts wert, was wir denken, planen und tun. Und selbstverständlich ist das Tun des Willen Gottes nur der Dankbarkeit Jesu gegenüber geschuldet, sich dann ohne Selbstüberhöhung auch den eigenen Idealen anzunähern. Ich kann Gott nicht kaufen, in dem ich als Gegenleistung ihm Gehorsam schulde. Gott will (freiwillige) Liebe von uns, aber er möchte sie nicht erzwingen. Aber selbstverständlich gibt es keinerlei Erlösung ohne Jesus. Der Umkehrschluss wäre richtiger, dass Jesus alle erlöst, weil sich alle Menschen in Zeit und Ewigkeit freiwillig für Gott entscheiden. Wir können durch Gehorsam Gott gegenüber, mit der Hilfe des Heiligen Geistes, auch aus der Apokalypse ausscheiden (die menschengemacht ist), die Schwerter zu Pflugscharen verändern und alle Kriege ächten. Aber all dies ist Gottes Werk, wenn wir es freiwillig tun. Aufgezwungene Liebe ist keine, sie wäre nur tatsächlich Gesetzlichkeit und dient zu nichts. Ich kann als Kind Gottes nie ins Bodenlose fallen und Gottes Erlösungswerk, Jesu Tod und auch seine Auferstehung am Kreuz Erfolg haben wird. Eben deshalb, weil Gott wirklich Gott ist, nicht versagen wird und an meiner Widerborstigkeit scheiterte.
      Jesus der Jude und Menschensohn, in dem Gott ein Mensch wurde, dachte sich zunächst nur zu den Israeliten geschickt, er kam aber für alle Welt.

WAS KANNST DU ZUM GESPRÄCH BEITRAGEN?

Bitte gib hier deinen Kommentar ein
Bitte gib hier deinen Namen ein

Weitere NEWS

Konnten wir dich inspirieren?

Jesus.de ist gemeinnützig und spendenfinanziert – christlicher, positiver Journalismus für Menschen, die aus dem Glauben leben wollen. Magst du uns helfen, das Angebot finanziell mitzutragen?