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Krisen in Afrika: Die Welt schaut weg

Das humanitäre Hilfswerk „care“ kritisiert: Afrikas Krisen bleiben in den Medien weitgehend unsichtbar – dabei sind Millionen Menschen betroffen.

Laut einem aktuellen Krisenreport des humanitären Hilfswerks Care leidet vor allem der Kontinent Afrika unter einem Mangel an medialer Aufmerksamkeit. In der Untersuchung „Vergessene Krisen“ fokussiert sich das Hilfswerk auf globale Notlagen, bei denen mehr als eine Million Menschen betroffen sind. Insgesamt 8 von 10 besonders großen Krisen, die kaum mediale Aufmerksamkeit bekommen haben, ereigneten sich in Afrika und betrafen rund 43 Millionen Menschen. Dabei seien oft Klimaveränderungen und Wetterextreme Auslöser der Notlagen.

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Jeff Bezos Hochzeit wichtiger als Extremwetter in Madagaskar

Um das Ungleichgewicht der medialen Aufmerksamkeit zu verdeutlichen, stellt der mittlerweile zehnte Care-Krisenreport die Berichterstattung zu Jeff Bezos Hochzeit und der Extremwetterkrise in Madagaskar gegenüber: Zu Jeff Bezos Hochzeit erschienen fast 100.000 Online-Artikel, während Madagaskar nicht einmal die Grenze von 10.000 erreichte.

Das Problem: Worüber weniger medial berichtet wird, dort erhalten Hilfsbedürftige auch weniger Spenden, stellt Care fest. Zuletzt sei es weltweit zu Kürzungen im Bereich Entwicklungshilfe gekommen. Viele Menschen litten an Hunger und fehlendem Zugang zu medizinischer Versorgung.

„Aufmerksamkeit ist kein Selbstzweck, sondern eine Grundvoraussetzung für wirksame Hilfe“, heißt es im Care-Krisenreport. Konkret betroffen davon seien zum Beispiel die Opfer der Dürren in Namibia, Simbabwe und Sambia. In Burundi ereignet sich eine Hungerkrise, in der zentralafrikanischen Republik herrscht Krieg. Die fehlende mediale Berichterstattung über Krisen in Afrika sei ein strukturelles Problem: Auch in den Jahren zuvor seien viele Krisen in Afrika medial unsichtbar geblieben.

Mögliche Gründe

Michelle Nun, die Präsidentin von care USA, nennt im Krisenreport einen der möglichen Gründe: „Auf rasch eintretende Katastrophen werden Kameras gerichtet, sie lösen starke Hilfsmaßnahmen aus. Viele humanitäre Krisen [in Afrika] hingegen sind das Ergebnis langjähriger Entwicklungen […].“ Aggrey Mutambo, ein Journalist der East African beklagt in dem Report zudem, dass Journalistinnen und Journalisten oft kein sicherer Zugang zu vielen afrikanischen Krisenländern möglich ist.

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Dabei seien diese Krisen nicht nur aus humanitärer, sondern auch wirtschaftlicher Sicht von enormer Relevanz: Oft könne frühzeitige Hilfe in Krisengebieten eine globale Zuspitzung verhindern. care fordert deshalb konkrete Schritte, um diesem Trend entgegenzuwirken. Journalistinnen und Journalisten sollten in kritischer Berichterstattung geschult werden und Betroffene aus Krisenregionen zu Wort kommen lassen. Außerdem sollten Hilfswerke durch Spenden oder ehrenamtliche Arbeitskraft unterstützt werden. Auch sollten Frauen nicht ausschließlich als Opfer der Krisen dargestellt werden, sondern auch in ihrer Rolle als aktive Helferinnen in Notlagen.

Der ausführliche Report, konkrete Hilfsmaßnahmen und Infos über betroffene Länder können hier eingesehen werden.

Weiterlesen:

Quellecare

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5 Kommentare

  1. „Der Verdacht ist, die Menschen dort wollen keine Veränderungen. Ihre kultischen und rückwärts gewandte Lebensweise“. Denken sie ernsthaft das alle Afrikaner, gleich sind. Marokkaner, Ägypter, Äthiopier etc. Sie wissen schon das viele afrikanische Länder überwiegend Christlich sind, mit den weltweit größten gottesdiensten. Das einzige rückwärtsgewandte ist ihre seltsame und vorallem uninformierte „Meinung“.

  2. „Die Welt“ schaut überhaupt nirgendwo hin, die „Welt“ ist keine handelnde Person.
    Und der Glaube, dass sich mit einer objektiven Berichterstattung der Medien die Welt retten ließe, ist ein Irrglaube.
    Und wenn „die Leute“ lieber die Hochzeit von Jeff Bezos sehen wollen als das Elend in Afrika, dann ist das eben so, denn „die Leute“ sind böse.
    Diese Welt kann man nicht retten, sie will nicht gerettet werden …

  3. Afrika ist doch ständig ein Krisenherd, seit ich mich erinnere, hängt es am Geldbeutel des Westens. In der Zeit oder NZZ ist ein guter Artikel zu der Kürzung der Entwicklungshilfe, dass sich Afrika endlich auf seine eigene Stärke besinnt und autark wird. Es sind Billionen Dollar, DM und Euro in diesem Kontinent versickert, was ist damit passiert? Und immer noch gründen Missionen Krankenhäuser, Schulen, werben um Patenschaften, die Staatsmänner dort freuen sich, weil sie nix tun müssen! Auch gegen die barbarische „Tradition“ der Verstümmelung kleiner Mädchen werden Unsummen ausgegeben, das Geld kommt nie bei den Familien an, Aufklärung bleibt aus, brutale Riten werden fortgesetzt. Der Verdacht ist, die Menschen dort wollen keine Veränderungen. Ihre kultischen und rückwärts gewandte Lebensweise empfinden sie als Kulturerbe und lehnen westlichen Standard ab.
    Das wird von den Staatsmännern ausgenutzt, um. sich selbst ein gutes Leben zu leisten.

    • Himmlische Hausaufgaben erfüllen

      Liebe Bee: Ich glaube nicht, dass Geld in Afrika NUR versickert. Die Hilfe vor allem der Kirchen ist strikt nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ organisiert. Es darf nicht so sein wie im Bericht eines DIA-Vortrages vor 40 Jahren. Da stand eine riesige Mähmaschine, weil die Ersatzteile fehlten. Der Fotograf schoss ein bis zweimal pro Monat ein Foto und am Schluss einer längeren Zeit thronte da nur noch nacktes Gestell, alles andere wurde der herrschenden privaten Not dienstbar gemacht. Es gibt in Afrika sozial und entwicklungstechnisch heute gut funktionierende Selbsthilfe. Aber wie immer bei Meldungen transportieren sich die schlechtesten Nachrichten perfekt, auch das gegenseitige perfekte Gemetzel unserer Kriege und Terroranschläge besser. Aber all dies hilft niemand in Afrika in jenen Gegenden völliger Trockenheit, auf die es Monate oder Jahre nicht regnete. Da verhungern bald viele Generationen, die weder Geld, noch Kraft oder auch genug Gesundheit haben, um über das Meer zu uns zu flüchten. Zu uns gelangen eher die Betuchteren und hier oft furchtbar Unerwünschte. Es kann unsere Überlebensfrage nicht nur in sozialer Hinsicht sein, wenn wir den Klimawandel bekämpfen, sonst fliehen weit mehr als 10 % der Bevölkerung zu uns. Tatsächlich wäre eine Abschaffung aller unserer Kriege, die Schwerter zu Pflugscharen zu machen, eine Handlungsanweisung für Realisten. Nur dann könnte der Marschall-Plan einer globaler Entwicklungen funktionieren Aber was hier dem Überleben auf diesem Planeten geschuldet ist kann nur geschultert werden, wenn wir Gelder nicht für dümmste Tötungsinstrumente ausgeben. die nur Reichen viel Geld einbringen, aber uns alle in Abgründe stürzten. Wir haben himmlische Hausaufgaben zu erledigen und die Schwerter zu Pflugscharen umzuändern, also die Wahl zwischen Apokalypse, oder das Hören auf Gottes Willen. Gott schickt nie Hunger, Kriege oder Terroranschläge und niemals kriegerische Engel. Das tun wir und das Gegenteil will der Himmel. Ich meine nicht wir würden uns überheben, wenn wir den Heiligen Geist gerne wehen lassen. So liefert er nichts nach Gießkannenprinzip, sondern er setzt gerne Gutwillige in Bewegung. Da muss sich auch dem Ulrich Wößner leider widersprechen. Die Prophetien der Bibel sind keine himmlische Strafandrohung, sondern Dinge die auf unserer Möglichkeitsebene liegen. Ich glaube dass wir als vernunftbegabte Wesen ausersehen sind, diese gute Gabe anzuwenden. Denn alleine Gott ist das absolut Gute und die unermessliche Liebe zu uns Menschen und allen Kreaturen. Hier völlig als unverdientes Geschenk. Die Zuwendung von Jesus zu den Notleidenden und Ausgegrenzten damals offenbart Gottes Wesen und seine guten Absichten letztlich mit uns.

  4. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig an eine Organisation ohne Zweckbindung zu spenden, die ihre Hilfsmaßnahmen nicht an der medialen Berichterstattung ausrichtet.

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