Auf der Messe „Wish for a baby“, können deutsche Kunden auf Leihmutterschaftsdienste im Ausland zugreifen. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und das Minimal Invasiv Center steuern dagegen – und veranstalten zeitgleich einen konträren Kongress.
Der gemeinnützige Verein ALfA spezialisiert sich auf den Schutz von ungeborenem Leben und Schwangerschaftsfragen.
Am 6. März in Berlin soll der internationale Kongress: „Kinder und Kommerz“, angesichts einer steigenden Reproduktionsindustrie ein Zeichen gegen Leihmutterschaft setzen. Geplant ist eine ärztliche Fortbildung mit 7 Punkten. Die Veranstaltung wurde bereits vom hessischen Kultusministerium als Lehrerfortbildung anerkannt. Laut Angaben der Veranstalter kommt die Idee gut an – fast alle Tickets sind verkauft.
Programmpunkte sind die Aufklärung über die Ethik hinter Leihmutterschaft, die deutsche Rechtslage sowie mögliche medizinische und psychische Risiken für alle Beteiligten. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Müttern und Kindern.
Illegal – auch in Zukunft?
Tatsächlich ist Leihmutterschaft aufgrund des Embryonenschutzgesetzes in Deutschland illegal – eine rechtliche Grundlage, auf der die ALfA und das Minimal Invasiv Center die Werbung für ausländische Leihmutterschaftsagenturen kritisch diskutieren wollen. Die Inanspruchnahme ausländischer Dienste für Leihmutterschaft stellt in Deutschland eine juristische Grauzone dar, die immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten führt. Grund dafür ist die unterschiedliche Anerkennung der Mutterschaft: In Deutschland gilt die Frau, die das Kind geboren hat, als Mutter, auch wenn sie nicht mit dem Kind verwandt ist. Aufgrund dessen diskutieren deutsche Parteien immer wieder über mögliche Gesetzesänderungen. Zuvor hatte sich die FDP für eine Erlaubnis von Leihmutterschaft ausgesprochen, die sie mit Freiheit und Selbstbestimmung begründete. Die AfD hingegen zeigte als bislang einzige Partei deutliche Ablehnung. Diskutiert würde auch eine mögliche Legalisierung von unbezahlter, sogenannter „altruistischer“ Leihmutterschaft, berichtet das Medienmagazin PRO.
Cornelia Kaminski, die Bundesvorsitzende der ALfA, sähe in einem Gespräch mit PRO die „Gefahr“ einer Legalisierung: Das Europäische Elternschaftszertifikat (EPC) schlug vor, die Elternschaften aller EU-Länder ungeachtet der Umstände rechtlich anzuerkennen, um laut eigenen Angaben eine „uneingeschränkte Achtung der Grundrechte“ zu gewährleisten.
Redner sind unter anderem Ärzte und Ärztinnen, UN-Mitarbeiter, Autoren und Mitglieder gemeinnütziger Vereine. Tickets sind für 30–50 Euro zu erwerben.
Der gemeinnützige Verein ALfA spezialisiert sich auf den Schutz von ungeborenem Leben und Schwangerschaftsfragen.
Das vollständige Programm kann hier eingesehen werden.
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Eine Adoption ist menschlicher und weniger konfliktbesetzt
Leihmutterschaft ist nach deutschem Recht verboten auch deshalb, weil bei einer solchen Schwangerschaft eine Bindung zwischen Mutter und dem ungeborenen Kind geschehen kann und dieser Konflikt vermeidbar wäre und im Konfliktfall für alle Beteiligten auch absolut schwierig würde. Bei einer altruistischen, also rein freundschaftlichen Leihmutterschaft ohne Bezahlung (sondern nur der Auslagen) bleibt der Konflikt der gleiche, allerdings wäre hier aber das Kind nicht zu einer Ware degradiert. Wir berühren hier Bereiche, die leider anders gelöst werden als die Lösungen die unsere Natur aus gutgemeinten Gründen für uns bereit hält, aus der wir uns lösen. Viel mehr wäre dazu auch nicht zu sagen. Wer hier aber über die Leihmutterschaft nachdenkt, sollte doch vielleicht die Adoption als sinnvollen Ausweg betrachten, wo diese doch noch eine große Möglichkeit umfasst, einem Kind sehr gute Elternschaft zu garantieren. Denn alles was der Vater im Himmel und unsere Mutter Natur ausgedacht haben, ist im Laufe der Evolution viele Millionen Jahre gut ausgetestet und für die Praxis eines Lebens auf diesem kleinen Planeten hier sicherlich praxistauglich.