Zwei Schülerinnen haben erfolgreich gegen ein großes Kreuz mit Jesus-Darstellung am Haupteingang ihrer Schule geklagt. Es ist allerdings eine Einzelfallentscheidung.
Ein Kruzifix im Eingangsbereich eines staatlichen Gymnasiums im bayerischen Wolznach verletzt laut einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs die Glaubensfreiheit von Schülern. Die Schule wäre verpflichtet gewesen, das Kruzifix zu entfernen, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Zwei Schülerinnen hatten beantragt, dass während ihrer Schulzeit das 150 Zentimeter hohe Holzkreuz mit dem gekreuzigten Jesus entfernt werde. Die Weigerung der Schule sei rechtswidrig gewesen, hieß es. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, bedauert die Gerichtsentscheidung.
Holetschek erklärte zu dem bereits am Dienstag ergangenen Urteil, das Kreuz stehe nicht nur für den christlichen Glauben, sondern auch für Werte wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Verantwortung füreinander. Es richte sich nicht gegen andere Glaubensrichtungen, sondern sei ein Symbol, das verbindet. «Für uns als CSU ist klar: Das Kreuz gehört zu Bayern», sagte Holetschek. Man werde das Urteil genau auswerten.
Negative Glaubensfreiheit
Der Rechtsstreit dauerte bereits seit mehreren Jahren an. Die nach eigenen Angaben religionslosen Schülerinnen hatten zunächst erfolglos beim Verwaltungsgericht München geklagt, erst der Verwaltungsgerichtshof gab ihnen recht. Die Richter sahen in der Konfrontation mit dem Kruzifix als religiösem Symbol einen Eingriff in die verfassungsrechtlich verbürgte negative Glaubensfreiheit. Wegen ihrer Schulpflicht seien die Mädchen «zwangsweise und immer wiederkehrend» mit dem Kruzifix konfrontiert gewesen. Dieses sei zudem an einer sehr exponierten Stelle im Eingangsbereich angebracht gewesen, heißt es. Die Schülerinnen haben das Gymnasium mittlerweile mit dem Abitur in der Tasche verlassen.
Die Grundsatzentscheidung der Staatsregierung zur Anbringung von Kreuzen in staatlichen Gebäuden werde durch das Urteil nicht infrage gestellt, sagte Holetschek. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof habe ausdrücklich die besonderen Umstände des Einzelfalls betont – insbesondere die exponierte Platzierung und die konkrete Ausgestaltung des Kruzifixes. Daraus ergebe sich keine Notwendigkeit, allgemeine Vorschriften oder Verwaltungsregelungen zu ändern. Auch das Gericht betonte, dass es für Gymnasien keine gesetzliche Regelung für das Anbringen von Kreuzen oder Kruzifixen gibt.
Mögliche Folgen des Urteils
Nach dem Kruzifix-Urteil prüft das Kultusministerium mögliche Folgen für die Schullandschaft. Man setze sich intensiv mit der Urteilsbegründung auseinander, sagte Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Es bleibe aber klar: «Das Kreuz ist nicht nur ein religiöses Symbol, sondern steht auch für die Achtung von Menschenwürde, Toleranz und Nächstenliebe – Werte, die unser Zusammenleben und unseren Bildungsauftrag maßgeblich prägen.»

Tja. Anscheinend haben die beiden Probleme mit Ihren Erlöser.
Eine Antwort, die zeigt, wie notwendig das Verbot hier ist. Denn du zeigst hier, wie missionarisch-übergriffig das ist
Wie würden es eigentlich evangelische Christen finden, wenn dort eine schöne katholische Marienstatue wäre mit der Aufforderung, sich an Maria mit den schulischen und anderen Sorgen zu wenden?
Du hast doch sicher nichts gegen Gebete zur Mutter Gottes, oder?
Schade, dass die Wurzeln unseres Zusammenlebens immer mehr ad acta gelegt werden. Das Christentum steht doch für so viel Positives und hat doch unser Land geprägt. Leider ist die Berichterstattung über den christlichen Glauben ziemlich negativ, sonst wäre die Einstellung der Schülerinnen vielleicht eine andere.
Ich sehe kaum negative Berichterstattung über den christlichen Glauben.
Diese betrifft doch wohl eher das Verhalten von Christen.
Soll man denn massive Missbrauchen, die auch institutionell bedingt sind oder wie hier Übergriffigkeit auf andere Glaubensauffassungen nicht kritisieren?
Oder wenn jetzt z.b. ein Bischof eine angesehene Juristin übelst diffamiert. Wohlgemerk ein Bischof, der keinerlei demokratische Legitimation hat.
Ich denke am derzeitigen negativen Bild der Kirchen tragen die Kirchen selbst die Schuld
Das Kreuz verletzt nicht die Glaubensfreiheit,
sondern umgekehrt, die Kritik am Kreuz verletzt ebenso die Glaubensfreiheit, wie auch den christlichen Glauben, und die Toleranz,
degradiert zudem den Glauben an sich zum reinen Machtstatus, was er einfach nicht ist, b.z.w nicht sein soll.
Zudem sind wir hier in einem christlichen Land, welches sich die religiöse Vielfalt und Toleranz auf die Fahnen geschrieben hat, nur leider allmählich ihr Hausrecht einbüßt. So sollte es nicht sein.
“ Zwei Schülerinnen haben erfolgreich gegen ein großes Kreuz mit Jesus-Darstellung am Haupteingang ihrer Schule geklagt. “
Das bedeutet also, dass statt miteinander zu reden, und im Unterricht dürfte der Raum dafür vorhanden sein, nur noch Begriffe wie Recht und Macht und Durchsetzung regieren ?
Ich finde, das ist verfehlter Bildungsauftrag.
Ich wünsche der Schule, eine souveräne umsichtige Haltung zur Sache.
Wir sind verfassungsgemäß ein Land mit Religionsfreiheit einschließlich der negativen Religionsfreiheit (Atheismus).
Wir sind kein christliches Land sondern ein Land mit einer sehr großen Minderheit (ca. 48 %) von Christ*innen.
Macht üben hier nicht die Kritiker*innen aus sondern der Staat mit seinem Kreuzeszwang. Und deshalb ist hier der Begriff ‚Recht‘ auch wichtig, denn genau dafür ist unser Grundgesetz mal geschaffen worden. Als Abwehrrecht der Einwohner*innen und Bürger*innen gegen solche Staatsentscheidungen.
Wenn man für Toleranz und Nächstenliebe an Schulen werben will, kann man ja die Regenbogenfahne aufhängen. Die ist religionsneutral. Ach ne, das ist ja sicher nicht erlaubt von Seiten der CSU.
Was willst du damit sagen ?
Religionsfreiheit heißt, freie Ausübung der eigenen Religion.
Und wie überall unter den Menschen gibt es auch in dieser friedvollen Vielfalt Streit.
Minderheit oder Mehrheit spielt keine Rolle.
Dein Fokus liegt auf Rechthaben, ich aber finde, dass hier die Schule ihr Anliegen wohl nicht richtig kommuniziert hat, was nicht ungewöhnlich ist
Eine Grundsatzdiskussion finde ich aber fehl am Platz.
Was ich trotzdem nicht verstehe ist, warum muss Religionslosigkeit zur Ablehnung anderer Religionen führen, wie im Falle der zwei Schülerinnen.
Es wäre tatsächlich klüger gewesen, die Themen `Nächstenliebe, Barmherzigkeit
und Verantwortung füreinander `spezifischer in den Schulunterricht einzubauen.
> Was ich trotzdem nicht verstehe ist, warum muss Religionslosigkeit zur Ablehnung anderer Religionen führen, wie im Falle der zwei Schülerinnen.
Ich weiß nicht, ob das hier wirklich zur Ablehnung anderer Religionen geführt hat oder ob das Motiv war, dass man nur selbst damit nicht ständig zwangsweise belästigt werden möchte.
Die Ablehnung anderer Religionen und anderer Überzeugungen findet man meines Erachtens aber eher bei Glaubenden. Insofern wundert es mich, dass du das nicht verstehst.
> Eine Grundsatzdiskussion finde ich aber fehl am Platz.
In Hinblick auf die starke geschichtlich bedingte Einflussnahme des Christentums und die deutlich sinkende Bedeutung in der Gesellschaft finde ich diese Grundsatzdebatte dringend notwendig und finde es daher gut, dass diese derzeit in mehreren Fällen auch von den höchsten Gerichten geprüft wird. Vieles scheint mir da überholt.
“ Die Ablehnung anderer Religionen und anderer Überzeugungen findet man meines Erachtens aber eher bei Glaubenden. Insofern wundert es mich, dass du das nicht verstehst. “
Mir geht es darum, dass ein Gymnasium ein Ort der Bildung ist, keine politische Kampfbühne, die vor Gericht ausgefochten wird.
Darum verstehe ich es nicht.
Das du mich missverstehst, wundert mich natürlich nicht.
Eine Grundsatzdiskussion funktioniert hier sowieso nicht.
Toleranz und Dialog wären sehr positive Haltungen
Richtig Chey: Wir haben Religionsfreiheit und auch das Recht Religion nicht aufgezwungen zu bekommen. Ich halte nun politisch relativ wenig von Herrn Söder und seiner CSU. Aber ich setze voraus, es gibt kein Zwang gegen einen Schulrektor oder Bürgermeister, stets ein Kreuz aufhängen zu müssen. Ausserdem gibt es noch die Toleranz. Ich möchte auch nicht dass jemand verboten wird, einen Buddha auf sein staatliches Aktenschränkchen zu stellen oder einen Siebenarmigen Leuchter in die Schulbibliothek. Ich habe auch nichts gegen die bunte Regenbogenfahne und da deren Symbol keine Unchristlichkeit darstellt, können Kreuz und Regenbogenfahne auch an Schulen nebeneinander hängen. Weil ich Fußball liebe kann ich nicht abfordern, daß andere diese Leidenschaft mit mir teilen. Aber wenn wir schon das Bunte und die Vielfalt auch in unserer Gesellschaft sehr erwünschen, dann muss ich auch versuchen dieser Vielfalt eine gute Haltung abzugewinnen, die nur Toleranz sein kann. Eine Ehepaar ist mir bekannt, die gemischt-religiös sind und wechselweise die Feier in der Moschee besuchen und im Dom. Formaljuristisch gibt es auch eine negative Religionsfreiheit. Aber wenn man diese stets immer strigent durchsetzen würde, müsste jedes Wegkreuz entfernt werden, wenn es auf staatlichem Grund und Boden steht. Ich halte es für sinnvoller, Meinungsfreiheit stets zu leben und lieber dann noch mehr Dialog zu führen. Denn Toleranz ist die Fähigkeit, einem anderen Menschen eine Meinung, Haltung oder seine (Nicht-)Religion zuzugestehen, auch wenn ich völlig anders ticke. Die größte Leistung auch an guter Toleranz geschah schon vor 2000 Jahren in der Urgemeinde, als das Apostelkonzil sogar entschied, daß jede/r nach seinem Gewissen selig werden darf: Der Heidenchrist brauchte also die strengen Speisegesetze nicht praktizieren, die der Judenchrist immer für für heilsnotwendig hielt. Heute wird es manchen zu einem Problem, wenn ein Mann kein Mann, oder eine Frau keine Frau ist. Wenn man überall das Gesetz anwendet, oder eines zur Abwendung einer abstrakten Gefahr beschließt, wird man die Achtsamkeit und auch Empathie immer mehr schädigen und marginalisieren. Am schlimmsten ist dies in europäischen Staaten wie in Ungarn, wo bestimmte Haltungen, die wir als modern und weltoffen empfinden, als unchristlich und abartig einordnet. In den USA ist leider unter bestimmten Evangelikalen sexuelle Aufklärung nicht nur unerwünscht, sondern ein größeres Vergehen in Schulen. Und als Christ bin ich dem einen oft zu fromm, falsch fromm, zu wenig fromm und dann auch noch ein Ketzer. Aber dies muss ich eigentlich immer auch aushalten, weil Meinung unter dem Vorbehalt steht, daß sie sich im besten Falle Wahrheit annähert. Zur Moral und damit zur Ethik zählen in unserer modernen Zeit ebenso alle Werte, die unsere innere Freiheit beschreiben, auch seine Gedanken frei zu äußern, wenn wir damit unsere Mitmenschen nicht kränken und verletzen. Noch ein Satz zu deinem Kommentar: 48% mögen in etwa Kirchensteuer bezahlen, aber wenn sie ehrlich sind würden sie uns größtenteils berichten, daß sie mit dem christlichen Glauben nichts anzufangen wissen. Dies ist nicht negativ und eine Kritik, aber eine unserer Realitäten. Aber sinnvoll ist dennoch sehr, einen eigenen Wertekompass zu pflegen, denn auch ein unstrukturierte Käse wird sonst schnell zu Quark.
Auf Grund unserer christlichen Geschichte bedeutet Meinungsfreiheit faktisch aber fast immer eine Bevorzugung des Christentums.
Oder kennst du Fälle von Behörden oder Schulen mit dem Buddha in der Eingangshalle?
Es geht eben nicht um Toleranz und Gleichstellung sondern um Bewahrung der Vormachtstellung des Christentums, genauer der beiden großen Kirchen, denn Freikirchen haben ja auch oft weniger Rechte. Und dagegen wehren sich immer mehr Menschen.
Leider leider wieder kleine Einwände
Antwort an Chey: Ich kenne keine Fälle von Behörden oder Schulen mit dem Buddha in der Eingangshalle: Allerdings wäre es keinerlei Wunder, da man dies gut als Kunst abtun kann. Der Buddhismus bei uns ist aber auch viel zu marginal.
Allerdings kannte ich aus meinen ganz frühen Jahren einen Pfarrer, bei dem hing in seinem Amtszimmer ein Kreuz und daneben das Symbol mit Hammer und Sichel. Er wurde aber nicht gepfählt oder kirchlich bestraft. Wobei auch dieses Nebeneinanderstellen eher eine ironische Fußnote war, denn die Theorie des Marxismus fühlte sich annähernd praktisch undurchführbar an, auch im Sinne der ursprünglich eher naiven akademischen Sichtweise. Aber wenn wir ehrlich sind, haben auch die Kirchen ebenso nicht erfolgreich den Krieg geächtet und die Welt global etwas liebenswerter gemacht.
Die Wirklichkeitsveränderungsmöglichkeit unserer guten und bösen „ismen“ glänzen so mager wie das Christentum.
Was wir auf Erden tun, ist leider wenig resillient. Und die heile Welt haben wir nicht deshalb, weil Gott dies nicht wollte, oder unfähig dazu wäre, sondern weil wir die ethischen, sozialen und politischen Entscheidungen selbst treffen müssen. Sonst würde jede/r behaupten, wir seien himmliche Marionetten, die vom Himmel zum Guten gezwungen werden und keinen freien Willen haben. Aber hier müsste man einschränken, daß wir zu dieser richtigen Sichtweise dann keinesfalls kommen könnten, weil niemand frei denken könnte. Genauso wie der Löwe, der es als natürlich betrachten würde, zur Not den Missionar aufzufressen. Die Welt ist schon ein Haifischbecken, aber eine Schande wäre, wenn dies für alle Zeiten auch bei uns Christen im Innenverhältnis so bleibt. Das liegt nicht an Gott oder Bibel, sondern nurunserer Intoleranz.
Dass auch die Freikirchen kleinere Rechte haben, halte ich für annähernd ausgeschlossen. Denn nach Verfassungsrecht gilt, daß Menschen und auch die Institutionen religiöser Art den gleichen Rechtsrang haben. Aber faktisch ist es so wie beim Fußball: Die großen Vereine haben Ruhm und Ehre und volle Stadien, die Ortsvereine nur die Handverlesenen. Der Ozeanriese hat die größere Wasserverdrängung und man nimmt ihn deutlicher war als die Oma mit dem Tretboot. Ich schätze sehr die Freikirchen, aber halte unsere Landeskirche und auch die Katholiken unter guter Inkaufnahme ihrer Übermenge an Menschen und Idee für bunter. Und wenn liberale evangelikale Christen mehr miteinander vernetzt wären und arbeiten sowie beten würden, könnte so manche theologische Kurzschlüssigkeit des Denkens beseitigt werden, aber beiden Seiten. Mein (ironisch formuliertes) Lieblingsgebet wäre: Herr, heile mich davon, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen.
> Dass auch die Freikirchen kleinere Rechte haben, halte ich für annähernd ausgeschlossen
Steuereinzug durchs Finanzamt, Vertretung in öffentlichen Gremien, Beteiligung am staatlichen Religionsunterricht …
Gibt bestimmt noch viel mehr.
> Die großen Vereine haben Ruhm und Ehre und volle Stadien
Der Vergleich hinkt, wenn ich an die leeren Landeskirchen und im Vergleich vollen Freikirchen bei uns denke. Freikirchen haben wesentlich weniger Karteileichen. Du bist es doch, der sonst immer mit den 3 % kommt.
Ansonsten bleibe ich dabei: Das Christentum wird rigoros bevorzugt. Da steht wenig für Toleranz sondern vielmehr für Vormachtstellung
Wie immer werden nicht die Schülerinnen nach ihrer Intention gefragt, die das Kruzefix als Glaubenszwang durch ihre Schulpflicht sahen, sondern Erwachsene, die eigentlich in ihrer Gänze als Vorbild aus der Zeit Christi fungieren sollten, diskutieren nun das Gerichtsurteil!
Welchen Wert erfährt dadurch die Würde des Amtes, das sich offen und ehrlich mit der Klage der Schülerinnen vor Gericht auseinandersetzt und welche Würde nehme ich diesen Schülerinnen im Umgang mit ihrer Auffassung von Glauben, wenn ich das Urteil in ihrem Namen anzweifle?
Ich fände es gut, würde über den Glauben diskutiert, dessen Freiheit sich in einem Urteil zum Ausdruck bringt, das auf seine Schüler Rücksicht nimmt, indem es ihren Einspruch achtet und sehr sensibel und aufmerksam damit umgeht. Glaube ist die freiwillige Entscheidung für das Leben, das ihm nachfolgt, ohne Zwang. Einzig in der Erinnerung an seine! Geburt, die durch mich, die ich ihn lebe und dadurch mit der Zeit erlebe, was daraus erwachsen wird, bleibt der Glaube, den ich aus dem Leben übernehme und in seiner Einheit hinterlasse, sodass durch ihn wachsen kann, was in ihm bereits angelegt, mit ihm weiter getragen wird.
Das Gebet hilft bei der Reflexion dessen, was sich aus dem Glauben heraus in das Leben hinein schöpfen lässt, indem ich es tue.
Bei KREUZ geht es um Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Verantwortung
Das Kreuz stehe nicht nur für den christlichen Glauben, sondern dann praktisch für Werte wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Verantwortung. füreinander. Es richtet sich nicht gegen andere Glaubensrichtungen, sondern ist ein Symbol, das verbindet. Dies war vor Jahren die Überzeugung der bayerischen Regierung. Das Kruzifix in einer bayerische Schule verletzt nach jetziger Rechsauffassung des Bay. Verwaltungsgerichtshofes leider die Glaubensfreiheit. Zwei Schülerinnen haben derzeit erfolgreich gegen ein großes Kreuz mit Jesus-Darstellung am Haupteingang ihrer Schule geklagt. Es ist eine juristische Einzelfallentscheidung. Ich bin zwar juristischer und theologischer Laie, aber es wäre gut, die Angelegenheit in einer nächsten Instanz zu klären. Andererseits wird ein entferntes Kreuz kaum große Unruhe im Staatsvolk erzeugen, denn der Glaube besteht nicht im Aufhängen seiner Symbole, sondern eher darin, ihn ins praktische Leben und die Alltagsrealität zu übersetzen. Schon global 20% mehr Empathie würde aus diesem schönen blauen Planeten fast ein Paradies machen, wenn wir dann auch noch die völlig brutalen unsinnigen Kriege abschaffen.
Ich bin nicht davon überzeugt, daß ein christliches Kreuz – auch keines das um viele unserer Hälse hängt – insofern wundertätig ist, weil es einen christlichen Glauben generiert und jemand eine religiöse Überzeugung gegen seinen eigenen Willen eintrichtert. Dann müssten wir auch unsere Kirchen als Gebäude abschaffen, oder verhüllen. Es dürften auch keine Glocken mehr geläutet werden. Und selbstverständlich wird in Schulen keinerlei Religion verordnet, sondern der Religionsunterricht ist informierend und orientierend auch über andere Religionen, oder informiert über unterschiedlich begründete Ethik und vermittelt somit Werte. Christlicher Glaube ist dann relevant, wenn ich und wir eine große Hoffnung setzen in einen Gott, der in Liebe und Barmherzigkeit diese Welt erlöst, der in Jesus Christus Mensch wurde und sich für unsere Erlösung nicht dagegen gewehrt hatte, sich an ein Kreuz nageln zu lassen. Ich glaube, das Kreuz in Schulen steht nicht in lediglich für eine christlichen Glaubenlehre, sondern dort für Werte wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Verantwortung füreinander und letztlich für die guten Europäischen Werte. Es richtet sich nicht gegen andere Glaubensrichtungen, sondern ist ein Symbol, das verbindet. Fast das gleiche Problem wäre, wenn jemand auf die Idee käme, die von Christinnen und Christen vor langer Zeit formulierten Menschenrechte mit ähnlicher Argumentation abzulehnen, weil diese Menschenrechte sich für praktische Nächstenliebe einsetzen und ganz ohne die Bergpredigt und die 10 Gebote nicht möglich wären, also eine Konkretisierung des Liebesgebotes der Bibel sind. Aber auch andere Religionen wie z. B. der Shikismus, der Buddhismus, der Islam, das Judentum halten Nächstenliebe nicht nur für tolerabel, sondern ebenso Liebe und ethischen Werte für völlig grundlegend. Man sollte also hier gegen unser Christentum, was ernsthaft eher nur von 3% bis 20 % der Bevölkerung noch praktiziert wird, nicht wie gegen falsche Symbole zu Felde ziehen. Also lasst die Kirche im Dorf. Es soll sehr gute Menschen, die Atheisten sind, durchaus in größerer Anzahl geben, die überhaupt das Vorhandensein von ethischen Werten für eine gute sinnvolle Absicht betrachten, eben weil sie unser Leben bereichern. Es sei denn wir definieren uns als biologische Maschinen mit einer physikalischen Realität. Also wozu sollte dann der Atheist, oder Nihilist, Angst vor einem Kreuz haben? Ich halte die ehrlichen, aber ungläubigen Menschen für ehrlich, aber dies ist anstelle von Scheinheiligkeit ebenso ein Wert an sich. Und bin auch keinesfalls der Meinung, daß ein liebender Gott, der sich für die Nächstenliebe an ein Kreuz nageln lässt und seine Feinde liebt, Menschen die keine Christen sind, auslöscht oder in einer Hölle quält. Eine solche Vorstellung hat heute keine Bedeutung mehr in unseren Überzeugungen. Ein Gott der Liebe wird dagegen all jenes, was wir hier beständig angerichtet haben, in einer besseren Welt wieder in Ordnung bringen. Fromm bezeichnet man dies als Erlösung.Aber unser christlicher Glaube, oder jede gute Religion, aber ebenso das Minimalvertrauen in unsere positive menschliche Weiterentwicklung, zeugt für eine Hoffnung, dass so alles gut wird. Der große Psychoanalytiker J. G. Jung war davon überzeugt, daß unsere uralten und heute noch oft erlebten Traumbilder, die Märchen und Legenden in der das Gute siegt, selbst die Krimis als Kampf des Guten gegen das Böse, in einem weitergehenden Form eine wenig grundlegende Wahrheit beweisen. Sie als die sogenannten Archetypen, die manchmal wie ein inneres Arzt wirken, heben unser äußeres und vorallem das innere Leben über eine sehr einseitige Sicht der Existenz hinaus. Manche glauben auch an das unendliche Universum wie ein eigenständiges Wesen, aber es webt in allem auf der untersten Ebene in allen Dingen die Quantenphysik, aber das Weltall hat keine Arme und kann uns nicht umarmen, wenn wir wieder dorthin zurückgehen, woher wir kommen. Ehrlich ist zu sagen, Religiöse haben konkrete Hoffnung
Ich halte mein Gebet für eine gute Sache, aber muss dann auch bereit sein alles zu tun, damit das Gebet ein wenig Realität wird. Ein nichtreligiöser Mensch kann aber für die gleiche gute Sache mit uns Christinnen und Christen gerne auch eintreten und sich stark machen: Etwa Flüchtlinge nicht für die Supersündenböcke zu halten, die an unserem Niedergang schuld , sondern einfach unsere Mitmenschen sind. Oder jene, die sich aus gegebenem Anlass für den Kampf gegen den Klimawandel einsetzen. Also man sollte keine neue Front aufmachen für oder gegen das Kreuz. Wobei mir allerdings die wahren Hintergründe und die Motivlage unklar sind. Oder ist vielleicht doch das Kreuz immer noch ein Ärgernis? Wenn ja, dann muss darüber geredet werden, denn diese Form von Ärger hat einen produktiven Wert. Denn das Kreuz symbolisiert gelebte Gewaltlosigkeit.
Hallo!
Bleibt zu hoffen, dass die Schule sich weiterhin weigert das Kreuz zu entfernen. Wem es nicht passt, kann ja die Schule wechseln – es gibt die freie Schul-Wahl.
Gruß,
Peter
Das ist eine staatliche Schule. Warum soll ein Schüler diese wechseln, weil die bayrische Regierung das Recht auf Glaubensfreiheit missachtet?
Wobei Bayern diesbezüglich noch nicht mal das schlimmste Bundesland ist.
Übrigens , ein schönes Gymnasium., interessante Fächer.
Religion sollte inspirieren, nicht blockieren. Was läuft schief ?
Ein verhältnismäßig neues Gymnasium.
Die Fächer sind aber völlig normal. Insgesamt finde ich da sehr wenig bis gar nichts auffälliges. Wirkt wie ein 08/15-Gymnasium.
Auch bei schulischen Religionsunterricht bayrische Normalität.