Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat mit Blick auf den Ukraine-Krieg und andere Konflikte auf neue Herausforderungen für die Militärseelsorge hingewiesen.
«Wir müssen analysieren, was das für die Soldaten heißt, die sich faktisch auf eine Kriegssituation vorbereiten, die möglicherweise eintritt», sagte der Essener Ruhrbischof der Deutschen Welle: «Keiner hofft, dass das geschieht. Aber wir müssen sie vorbereiten. Das ist auch für die Militärseelsorge von äußerster Relevanz.» In einem solchen Fall würde die Militärseelsorge die Soldaten begleiten.
Die katholische Seite habe zurzeit etwa 75 Priester und Pastoral- und Gemeindereferenten, die evangelische Seite etwa 100 Pfarrerinnen und Pfarrer, die jüdische Seite zehn Rabbiner für die Militärseelsorge, zählt Overbeck auf. «Im Fall einer Bündnis- und Landesverteidigung ist das eine überschaubare Größe. Aber bei einem solchen möglicherweise schrecklichen Unterfangen müssen wir bei ethischen Fragen Beistand leisten und schlicht und ergreifend bei den Soldaten sein, auch bei Schwerstverwundeten. Andere Perspektiven sehe ich für die Militärseelsorge nicht.»
«Die Situation des Krieges als solches ist uns so nah gekommen, wie wir das alle nie gedacht hätten», sagte der Militärbischof. Die Kirchen müssten gewisse Vorbereitungen treffen, im Hinterland den Familien beizustehen, bis hin zur Begleitung von Familien, die ihre Lieben verlieren oder nichts mehr von deren Verbleib erfahren. «Mir ist aber sehr daran gelegen, deutlich zu machen, dass wir als Militärseelsorge uns nicht überheben dürfen und nicht imstande sein werden, alles managen zu können», sagte Overbeck.
Die Grundaufgaben der Militärseelsorge seien sehr klar und blieben stets gleich. «Die erste ist, die Soldatinnen und Soldaten sowohl in ihren Standorten als auch im Einsatz seelsorglich zu begleiten», sagte der Ruhrbischof weiter. «Die zweite ist, ihre Familien zu begleiten und ihnen Unterstützung zukommen zu lassen.» Die dritte Aufgabe sei es, in ethischen Fragen klare Position zu friedensethischen Themen, aber auch zur Frage des Einsatzes von Gewalt zu beziehen.

Nachtrag zu meiner Antwort an Chey:
„Seit der Gründung Israels hat sich die Diskussion stark weiterentwickelt. Viele jüdische Denker betonen heute: Die Notwendigkeit von Verteidigung in einer feindlichen Welt. Die ethische Verantwortung im Umgang mit Gewalt. Die Bedeutung des Gewissens und der Auslegungstradition im Judentums“! Das sagte mir meine KI – hier zitiert.
Das Rabbinische Judentum dachte da anders, aber die von mir zitierte Bibelstelle war zeitlich früher als eben zur Zeit der Rabbiner, denn da waren die Israeliten noch unterwegs und am Berg Sinai. Und selbst im Rabbinischen Judentum ging es nicht um die Unterscheidung zwischen Töten und Morden, sondern wenn nur in bestimmten Fällen, hier nach Gottes angeblichem Willen, Krieg geführt werden darf. Aber Gottes Gebote auf dem Sinai waren nun doch eindeutig, wenn man dieser Eindeutigkeit glaubt: „Es ist nicht erlaubt, einen Menschen zu töten“. Sicherlich kann es da nicht erlaubt sein, dann viele im Krieg zu töten. Etwas anderes wäre es, wenn Notwehr zugelassen worden wäre, aber um die geht es nicht, sondern um die gewaltsame Eroberung, letztlich zur Erlangung des Gelobten Landes. Ich stelle auch infrage, dass da die Rabbiner eine Vision gehabt haben, es war eher ihre Auffassung. Moses unterstelle ich aber seine Vision einer großen inneren Begegnung mit Gott auf dem Heiligen Berg. Dazu passt es aber niemals, daß er angeblich mit Gottes Anweisung 3000 Israeliten tötete. Leider wird auch in der Bibel geschwindelt, sie wird ja von Menschen überliefert. Ich kann nicht an eine Realität Gottes glauben, in der er nach Lust und Laune einmal etwas für geboten fordert und selbst es nicht tut. Wenn Gott Liebe ist, dann ist er immer Liebe. Ist er grausam, müsste er grundsätzlich grausam sein. Jesus hat göttliche Liebe als Person vorgelebt.
Nochmal:
Das die Bibel ausgelegt werden muss und das Judentum gleiches mit der Tora tut, ist klar.
Aber man kann doch nicht auslegen entgegen der eigentlichen Bedeutung. Auslegung bedeutet doch ‚wie war es gemeint, insbesondere im Gesamtkonzept und wie wendet man dieses auf heutige Begebenheiten an).
Es sind doch in der Tora nicht nur die 3000 Getöteten, obwohl das schon eindeutig genug ist. Anschließend findest Du auch noch mehrere weitere Regeln und Gebote Gottes (schließlich sind die 10 Gebote nur ein Teil eines größeren jüdischen Regelwerks aus insgesamt 613 Weisungen), wo Du öfter auch als Strafe die Todesstrafe als von Gott vorgegeben findest.
Ja, auch das ist Auslegungssache, insbesondere im Judentum, die diese Todesstrafe auch zu Zeiten Jesus so gut wie nie vollstreckt hat. Aber eben nur im konkreten Fall aus Gründen einer Gesamtbetrachtung aller Weisungen, nicht im Grundsatz. Der Grundsatz lautet ganz klar: Die Todesstrafe und damit das Töten ist mit Gottes Geboten vereinbar, morden hingegen nicht. Es sind einfach zu viele klare Stellen in der Tora, die das belegen.
Insofern kann es in den 10 Geboten nicht ‚töten‘ heißen. Und heißt es auch nicht im Judentum:
https://judentum.hagalil.com/zehn-gebote/
https://de.chabad.org/parshah/article_cdo/aid/476078/jewish/Die-Zehn-Gebote-nichts-zum-Aussuchen.htm
Und das Christentum hat keine anderen 10 Gebote. Es hat die jüdischen übernommen, denn Jesus war ja Jude. Er hat Auslegungskriterien dazu gegeben, aber den Grundsatz hat auch er nicht in Frage gestellt.
Du änderst die Schrift, weil Dir der Inhalt nicht passt. Kann man machen. Aber das Ergebnis sollte man dann auch als seine eigene Meinung bezeichnen und nicht als Inhalt der Schrift.
Und dann noch den Schreibern der Tora Propagandazwecke unterstellen, da hört es dann wirklich auf.
Ich erlebe Gott in meiner Seele und im Leben
Leider (oder Gott-sei-es-bedankt), liebe Chey, ist sich die Theologie (auch die konservative Form davon) hier fast vollständig einig, daß man die Bibel immer auslegen muss. Wenn die Texte falsch verstanden, bewiesenermaßen etwa im NT von aramäisch ins griechische falsch übersetzt sind, weil aramäische Begriffe der Sprache Jesu in der griechischen Sprache so nicht existieren, muss es Irrtümer geben.
(Lese doch einmal das Vater Unser aus aramäisch in der Sprache Jesu. Es ist freundlicher). Im NT: Auch die früheren christliche Theologen tricksen. Im Urtext steht nicht Jungfrau, sondern dem Sinn allerdings nur die „junge Frau“. Sonst wäre der Heilige Geist sogar biologisch. Wäre ich ein populistischer Mensch, würde ich dies Bullschitt nennen. Eine bekannte katholische Professorin hat dies so ähnlich gesagt.
Oder (un)bewusst auch Propaganda gemacht wird. Sodann (auch als Komplikation) Texte mit anderen Texten im absoluten Widerspruch stehen. Etwa auch beim Liebesgebot. Oder Berichte schlicht Ausschmückung sind, dann kann man diese Texte nicht auslegen, sondern man muss ihnen im Kern Sinn abgewinnen. Heute könnte ein phantasievoller Verfasser der Biografie eines sehr bekannten Menschen beschreiben, wie jener Politiker morgens sich groß im Spiegel betrachtet und sich dabei überlegt, sich in einer Sache seinen Wählern zu offenbaren. Das Element der Erfindung wäre seine Morgenroutine, aber die dann auch beweisbare Wahrheit würde darin bestehen, daß seine Beichte von Fehlern doch real stattfand. Mein Glaube hängt nicht daran, daß zu Jesus Geburt dann auch etwa Engel erschienen.
Wenn für Christinnen und Christen die Sintflut (die in Wirklichkeit vor 12.000 Jahren durch ein Asteroideneinschlag) global stattfand, aber Gott doch alle Menschen liebt, dann wird er doch nicht alle Menschen (ohne nur auch einen Grund zu nennen) vernichtet haben. Dann kommt noch dazu, daß Gott sich angeblich irrte und es bereute. (Kann Gott sich irren?). Die damaligen Indianer konnten also nicht begreifen, daß der Himmel eine 12 Meter hohe Flutwellte schickte, sodaß also Gott wegen Schuld die Strafe schickte, die alles erklärte.
Außerdem sind nicht alle Menschen ertrunken und Noah mit Familie alleingeblieben. Sonst müssten wir alle von Noah abstammen, der dann aber nicht vor 3000 sondern 12.000 Jahre gelebt hat. Aber wir stammen nicht alle von Noah ab, sonst wären alle Menschen gleicher Hautfarbe und und und. Es nutzt nichts, jeden Text wörtlich zu verstehen, dies ergibt historisch keinen Sinn. Ebenso wie sollte Noah alle Tiere paarweise in die Arche gebracht haben. Die Geschichte berichtet – was ihr Kern ist – lehrreich als die Geschichte – daß man sich von Gott gerne retten lassen darf, eine Arche bauen und Vorbereitungen trifft, den eigenen Untergang zu verhindern. Wenn Gott sein Wesen nicht änderte, was jemand der Gott ist nicht tut, insbesondere wenn er Liebe ist, dann ist er nicht wie Tyrannen des Altertums oder wie jene heute. Was wir nicht wissen, warum diese Schöpfung so unheil ist, Schlechten oft besser wegkommen als Gute. Das bleibt ungelöst.
Allerdings: Schon die sinngemäß zu verstehende Schöpfungsgeschichte (als Glaubensbekenntnis und als ein Schöpfungshymnus) ist ja durchaus auch von Gott sicher so gewollt, weil sie nach seinem Willen auch ihren Platz in der Bibel fand (das streite ich ja nicht ab). Dann widerspricht auch die Schöpfungsgeschichte – also am Anfang bei Adam und Eva – der Todesstrafe. Sie ist zwar angekündigt, wird aber nicht vollstreckt. Auch Kain wird nicht mit dem Tode bestraft. Auch nicht der Verbrecher, der mit Jesus am Kreuz starb. Den lädt Jesus ins Paradies ein. Vielmehr trug aber Jesus die Schuld der Welt (also aller Menschen) und weil er sie dann für alle unverdient vergeben hatte, gibt es keine Hölle die Gott betreibt, sondern wir. Jesus hat eindeutig nach dem Glauben der Urgemeinde gesagt, so steht es auch in der Bibel, daß er nicht als Richter wiederkommt, sondern als Erlöser und dazu wird er noch ein gewissermaßen sanftmütiger Herrscher sein. Er ist also – und damit auch Gott – niemals ein Gott der mit Gewalt regiert. Das tun im Zweifel nur wir. Die Tora-Schreiber haben das Gute oder das Nichtgute ihrer Zeit getan, sie haben (friedlich gesagt) Reklame gemacht, daß man mit Gott Kriege gewinnt, man darf dies Propaganda nennen. Ich verurteile dies nicht, es war eine andere Zeit und unsere ist auch in mancher Beziehung keinesfalls eine bessere. Heute denken die moderen (liberalen) Rabbiner über eher ähnlich, wohl aber kaum die (ultra)orthodoxen Glaubenslehrer. Wie überall.
Und viele Gelehrte, die Spezialisten sind für Altes Testament, können sehr gut belegen, daß beispielsweise auch manche Kriege so nicht oder überhaupt nicht stattfanden. Die Bibeltexte wurden ja nicht wie in modernen Zeiten sofort veröffentlicht, sondern in bestimmten Erzähltraditionen weitergegeben und vielleicht nach Jahrhunderten oder noch später auch mit anderen Berichten so zusammengefügt, sodaß sich hieraus eine gesamte Chronologie der biblischen Geschichte ergibt. Es wäre dazu noch viel zu schreiben, aber dies sprengte
hier völlig den Rahmen. Leider will und kann ich nur so an Gott glauben, wie ich ihn in meinem Leben und in meiner Seele selbst erlebe. Das haben auch die Israeliten berichtet, aber wir alle schmücken Erzählungen aus und Autoren leben sogar heute davon dass es so ist.
Jede/r – du oder ich – könnten eine eigene Bibel über alle Glaubenserfahrung schreiben, da stände viel Wahrheit drin oder auch vielleicht auch Irrtümer, oder wir verzichten schamhaft auch unsere eher unguten Phasen zu schildern. Aber da kann man das Alte Testament sehr loben, denn es spart nicht mit Berichten von Kriegen, Tötungen, Brutalitäten und Ungerechtigkeiten, es könnte heute so im Netz stehen.
Leider ist es einer unserer schlechtesten Eigenschaften überhaupt, alles Gott in die Schuhe zu schieben. Leid verursachen eher aber wir.
Philosopisch darf man darüber nachdenken ob wir auch deshalb auf Erden sind, um zu lernen und auch zu reifen. (aber nicht beweisen)
Was wir als Vertrauende an Gott hoffen, daß wir von ihm kommen (aus dem Paradies) und dorthin jedenfalls auch zurückgehen. Die Herrlichkeit dieses Neuen Himmels und Neuer Erde kann niemand in Worte fassen, Nah-Toderfahrene konnten dies niemals übersetzen.
JEDENFALLS ICH WERDE AB SOFORT KÜRZERE KOMMENTARE VERFASSEN – WAS BEI MANCHEN THEMEN SCHWIERIG IST !
Auslegen- ja
Sich was ausdenken – nein
Die Kirchen, und damit meine ich ALLE, sollten sich um Frieden kümmern und sich dafür mit allen Mitteln einsetzen! Und das Täglich, 24/7/365. Anstatt sich auf „Kriegssituation vorzubereiten“. Ich finde das eine Schande! Die Kirche sollte aus ihren Fehlern gelernt haben die sie vor und im 2 Weltkrieg gemacht hat. Doch mit diesem Kommentar bezweifle ich dies. Wir sind in der Endzeit und sollten alles daran setzen den Willen von Jesus zu tun und nicht die Kriegstreiberei unterstützen.
Christen zwischen Krieg und Frieden
Lieber Frau oder Herr Nestler: Sicher muss sich die Kirche auf jeden Fall für den Frieden einsetzen. Es ist zwar nur eine eher akademische Frage, ob die Römer als erste Christen wirklich ihre Waffen weggeworfen und sich einen anderen Beruf gesucht haben. Aber es wäre logisch. Später hat man dann Gott unterstellt, dass Kriege etwas normales sind und damit auch die Heiligen Stätten mit Kreuzzügen versehen.. Auch die Redakteure der Hebräischen Bibel (Altes Testament) haben nicht nur Glaubenserfahrung und Gottesbegegnungen überliefert, sondern ihre eigene Meinung, oder religiöse Propaganda, in die Texte mit eingebracht, Gott habe Israels Kriege geführt. Oder 3.000 unbotmäßige Israeliten von Moses töten lassen, wo er doch selbst vorher seinem Moses auf dem Berg Sinai begegnete und ihm mit den 10 Geboten auch als (striktes) Verbot des Tötens übergab.
Will sagen: Nicht Gott ist der Böse, er ist nur das unendlich Gute, die absolute Wahrheit und eine ganz große Liebe. Durch Jesus hat er auch gesagt, daß sich die Lehre über den Glauben zusammenfassen lässt: Gott zu lieben, den Nächsten und sich selbst. Es gibt keine größere Gewalt und das absolute Gegenteil von Liebe, als jeder Krieg und Terror. Beides erzeugt eine Spirale von neuem Hass und legt sofort neuen Samen für das nächste Blutvergießen. So sehr ich dies auch so glaube und vor 55 Jahren den Wehrdienst verweigerte,bin ich nicht der Meinung alle Soldaten seien immer Mörder. Ich wünsche mir, daß einst die Schwerter zu Pflugscharen werden und die Kriege geächtet sind. Allerdings wird man nicht den Einzelmord derzeit ausrotten können und auch nicht den Krieg. Daher sehe ich ein, daß jeder Mensch, aber auch der Staat, ein Recht auf Notwehr haben muss. Allerdings verbietet das Völkerrecht jeden Angriffskrieg. Im weltweiten Frieden bräuchte man eine globale und auch gut funktionierende Justiz.
Allerdings beginnt dort die Quadratur des Kreises. Froh bin ich, daß ich früher den Wehrdienst verweigern durfte und sich heute alle entscheiden dürfen, ob sie Wehrdienst leisten. Daher möchte ich durchaus, dass die Kirchen und Religionen ihre Militärseelsorge aufrecht erhalten. Heute aber würde ich, wäre ich jünger, mich selbst nur für einen Ersatzdienst entscheiden. Ich sehe nämlich auch ein, daß es in ethischen Fragen stets immer unterschiedliche Auffassungen gab. (So wie wir, unter Beachtung von Gut und Böse, uns vielleicht zwischen Pest und Colera entscheiden müssen).
Die Zulässigkeit oder Nichtzulässigkeit des Tyrannenmordes (etwa von Hitler) ist nicht zu beantworten. Vielleicht wäre das geringere Übel richtig.
Was aber unbedingt notwendig wäre, sind gegen alle heutigen Kriege starke diplomatische Bemühungen zu leisten, wobei dann alle Großmächte einschließlich China, an einem Tisch den Kriegsführern die Levitten lesen. Wer das den Herren Putin und Trump alleine überlässt, auch vielleicht den armen Selensky durch den diplomatischen Fleischwolf zu drehen, macht zwei Böcke zu Gärtnern. Ich glaube an die Friedensmöglichkeit der Bergpredigt und ich bin gegen jede Kriegsrethorik. Es wäre schön, wenn keiner hinginge und dadurch der Krieg nicht beginnt. Aber dazu bin ich zu sehr Realist. Aber die Dynamik des Heiligen Geistes macht prinzipiell vieles möglich. Denn sogar die Berliner Mauer fiel, als politisches Wunder.
> Auch die Redakteure der Hebräischen Bibel (Altes Testament) haben nicht nur Glaubenserfahrung und Gottesbegegnungen überliefert, sondern ihre eigene Meinung, oder religiöse Propaganda, in die Texte mit eingebracht, Gott habe Israels Kriege geführt. Oder 3.000 unbotmäßige Israeliten von Moses töten lassen, wo er doch selbst vorher seinem Moses auf dem Berg Sinai begegnete und ihm mit den 10 Geboten auch als (striktes) Verbot des Tötens übergab.
Interessant: Nicht deine Interpretation, dass es ‚Töten‘ heißen muss, ist falsch sondern die Bibel selbst ist es aus Propagandagründen.
Auch eine Art, mit unangenehmen Aussagen umzugehen, und seien diese noch so klar.
Sicherlich sind die vielen späteren Aussagen zu Todesstrafen dann auch nur Propaganda, denn schließlich ist deine Auslegung zu den 10 Geboten, dass das Töten und nicht nur das morden (gesetzeswidriges Töten) verboten ist, absolut richtig. Nur auf welcher Basis? Die Bibel kann es ja nicht mehr sein.
Die Bibel ist kein Handbuch für Hobbybastler
Antwort an Chey: Es ist zumindest in der christlichen Theologie eher selten strittig, daß man die Bibel auslegen muss und zwar an Person und Werk von Jesus Christus. Dieses Prinzip gilt heute unverrückbar auch zwischen den beiden großen Kirche. Dass die Bibel immer Gotteswort durch Menschenwort ist, gehört theologisch und dann wie eine Glaubensaussage in die Normalität, zumal diese Erkenntnis in den meisten Kirchen weltweit so gesehen wird und dies von den Evangelkalen schon vor langer Zeit deshalb mitunterschrieben wurde. Bei der Überlieferung des Glaubens haben Bibeltexte eher die Funktion wie heute Predigten, in denen unzweifelhaft jeder Prediger, jede Pfarrer/in und auch der Priester eigene Meinungen und Haltungen – überhaupt nicht immer bewusst – eingebracht haben. Und selbstverständlich können wir anders mit sich völlig ausschließenden Widersprüchen in der Bibel nicht sinnvoll umgehen. Ausleger müssten sich dann zu abenteuerlichen Erklärungen versteigen, die keiner glaubt.
Ich verweise darauf, dass Gott Moses die 10 Gebote gab auf dem Berg Sinai, die auch das Töten strikt verbot (und zu jener Zeit im frühen Israel wurde Töten und Morden noch nicht unterschieden) und dann – als das Volk aufmuckte – Gott Moses anwies, 3.000 Menschen zu ermorden. Dies hat mit Sicherheit Gott nie gesagt, (es war religiöse und gewollt nur abschreckende Propaganda der Bibelautoren). Es war doch eben nicht erlaubt zu morden und Gott hat doch selbst das Gebot erlassen nicht zu morden und dann soll er es befohlen haben. Erklärend kann hier vielleicht noch gelten, dass die Wüste für die Halbnomaden schwierig ist, die Bedingungen hart waren und daraus abgeleitet wurde, der Heilige Gott sei ebenfalls extrem hart. Ich will aber nicht bestreiten, daß die Bibel uns auch im Alten Testament ein Gottesbild zeigt,daß einen verzeihenden und sehr liebevollen Gott beschreibt
Ich gehe nicht mit unangenehmen Aussagen falsch um, sondern ich lege als die Texte der hebräischen Bibel ebenfalls aus, (bzw. aber richtiger) ich lehne mich an die Auslegungen der Fachleute an. Es ist eine absolute Irrlehre, die Bibel dürfte nicht ausgelegt werden. Die sogenannte Verbalinspiration wird weder Gott noch den Menschen gerecht. Christinnen und Christen glauben nicht an die Wortwörtlichkeit der Bibel, auch nicht an die Wortwörtlichkeit von Dogmen, sondern an Gott. Deshalb ist es katholische Lehre, (und steht nicht mit unserem evangelischen Glauben im Widerspruch), daß menschliches Gewissen über der dogmatisch angenommener Irrtumslosigkeit des Papstes bei seiner Wortverkündigung steht: Wenn sich das Gewissen an Gott orientiert und an ihm alleine. Auch müsste die Ev. Kirche nach dem Krieg blind gewesen sein, als sie ihre Schuld zugab, nicht genug geglaubt zu haben im Dritten Reich, weil Krieg Sünde ist. Krieg ist gegen den Willen Gottes, weil da das kollektive Morden stattfindet und auch niemand bestreiten kann, daß das ethische Unheil im quasi zivilen Leben bei solchen Taten eingeschränkter ist, als wenn da Millionen sterben. Ich gehe überhaupt nicht falsch mit unangenehmen Aussagen der Bibel um, sondern ich nehme sie stets sehr ernst. Denn ich kann mich auch an keine Jesusrede im Neuen Testament erinnern, daß die private Bluttaten schlimmer bewertet werden wie das Morden und die Unmenschlichkeit im Krieg. Schon das Alte Testament prophezeit, dass in der Zukunft auch die Schwerter zu Pflugscharen gemacht werden und der Krieg geächtet wird, und zwar im Gehorsam gegenüber Gott. Wenn dies so doch das Ziel Gottes ist, dann kann er doch nicht Krieg anordnen und für die Israeliten Krieg führen. Dass diejenigen, die nach Frieden streben, selig werden, wird doch deshalb in der Bergpredigt von Jesus so positiv gesehen, weil das Gegenteil von Frieden im Extremfall das Töten und den Krieg genauso beinhaltet, wie wenn privat Blut fließt. Wer nun nach Israel und auch nach Gaza sieht, kann hier überdeutlich erkennen, daß vernünftige Gründe nicht vorhanden sind, das private Morden, oder den Terror der Hamas gegen Juden, die Gewalt auch von Juden gegen Palästinenser, zudem auch der Hass der Rassisten und Antisemitisten, sinnvoll in unterschiedliche ethische Schubladen gehören. Der 1. Korinther im 13. Kapitel beschreibt sogar, dass Liebe langmütig und freundlich ist. Ein Soldat ist leider schneller tot, wenn er dies verinnerlicht. Andererseit haben aber auch in der Neuzeit viele Soldaten über die Köpfe der Feinde geschossen und offensichtlich sagt doch auch schon unser Gewissen, was richtig und falsch ist. Die Bibel ist dann auch nicht wie ein Handbuch für Hobbybastler zu verstehen, wo genaue Rezepte stehen, was immer auch geschieht, man tun sollte, oder auch nicht. Wenn Gott uns ein großes Gehirn gab, dann ist auch erlaubt damit genug zu denken.
Übrigens: Auch im Judentum wird kräftig ausgelegt,sonst gäbe es keine orthodoxen Juden und solche die im Glauben moderner denken und dazu Jahrhunderte alte Weisheitsliteratur, was man je nach Situation tun sollte. Es gibt 613 Gebote, vorallem rituelle,
Ich lese in der Bibel nichts gegen Soldaten, eher im Gegenteil, sie werden teilweise positiv hervorgehoben. Und das ‚Soldatenhandwerk‘ dürfte damals wohl nicht friedfertiger geworden sein.
Wenn sich jetzt Pastoren um Soldaten und deren Angehörige kümmern, kann ich da zur Bibel keinen Widerspruch erkennen.