Ein evangelischer Pfarrer in Cottbus wurde Ziel mutmaßlich rechter Gewalt. Kirche und Politik warnen vor gezielter Einschüchterung.
Unbekannte haben in Cottbus die Wohnung eines evangelischen Pfarrers attackiert. Wie die Polizei dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) bestätigte, drangen die Täter am vergangenen Donnerstag in ein Wohnhaus ein, traten gegen die Wohnungstür des Pfarrers und hinterließen rechtsextreme Aufkleber an seinem Briefkasten. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen und prüft einen politischen Hintergrund. Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung wurden gestellt.
Die Tat ereignete sich in derselben Straße, in der es am selben Tag zu einem weiteren Vorfall kam: Eine 18‑Jährige wurde auf dem Fahrrad bedrängt, ihr ein Button mit antifaschistischen Symbolen gewaltsam abgerissen.
Die Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ spricht von Einschüchterungsversuchen gegen Menschen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren. Besonders alarmierend sei, dass die Täter „gezielt bis ins Wohnumfeld“ vorgedrungen seien. Der evangelische Landesbischof Christian Stäblein sagte: „Der Angriff auf die Wohnung und damit auf unseren Pfarrer in Cottbus, hat mich schwer schockiert.“ Gewalt und Einschüchterung trete die Kirche entschieden entgegen. „Gegen rechtsextremistische Parolen von Angst und Menschenfeindlichkeit setzen wir als Kirche das klare Eintreten für die Würde aller Menschen.“
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