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SPD-Politiker Hubertus Heil fordert „lautere Kirchen“

Viele Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie und politische Institutionen. Gerade jetzt sollten Kirchen die Stimme erheben, sagt Hubertus Heil.

Der SPD-Politiker Hubertus Heil hat die Kirchen zu mehr Engagement angesichts eines zunehmenden Vertrauensverlusts in der Gesellschaft aufgefordert. Trotz der zunehmenden Säkularisierung in Deutschland komme den Kirchen eine «zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu», sagte der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften in der SPD beim Forum Kirche und Politik am Freitag in Berlin.

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Nicht nur das Vertrauen in die Kirche, sondern auch in Demokratie und staatliche Institutionen leide massiv. «Ohne Vertrauen ist die Demokratie in Gefahr», sagte der ehemalige Arbeitsminister. Daher wünsche er sich «eine lautere Kirche», die nicht zu gesamtgesellschaftlichen Debatten schweige. Denn «eine stumme Kirche ist eine dumme Kirche», sagte er erneut.

Kerstin Griese: „Vertrauen schaffen“

Die Co-Sprecherin des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD, Kerstin Griese, forderte, die breite Zivilgesellschaft zu stärken, um dem Vertrauensverlust entgegenzuwirken. «Vertrauen kann nur wachsen, wenn es diese Vielfalt gibt», sagte sie. Auch sei es wichtig, die individuellen Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. «Immer mehr Menschen haben Angst vor der Zukunft», sagte sie und wies in diesem Zusammenhang auch auf steigende Zahl psychischer Erkrankungen hin.

Um dieser Angst entgegenzuwirken und wieder Vertrauen zu schaffen, sei es wichtig, die soziale Infrastruktur zu stärken, sagte Griese. Sozialdemokratie müsse wieder lernen, aktiv Vertrauen zu schaffen und «Sicherheitsgefühl und Fortschrittsglauben» innerhalb der Gesellschaft zurückzugewinnen.

Hintergrund:

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Die Frage, ob sich Kirchen politisch mehr engagieren sollten, wird kontrovers diskutiert. Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung in dieser Frage gespalten ist – und liefern teils unterschiedliche Ergebnisse.

Bei einer Umfrage der Managementberatung Horváth sprachen sich im Dezember 2022 gut 52 Prozent der Befragten dafür aus, dass sich die Kirchen politisch deutlich positionieren. Unter Kirchenmitgliedern lag die Zustimmung noch höher (Evangelisch: 62 Prozent, Katholisch: 60 Prozent). Dagegen erklärten 48 Prozent aller Befragten, die Kirche solle sich „mehr auf ihren traditionellen Kern konzentrieren“.

In einer weiteren HorváthUmfrage im November 2025 gaben 5 Prozent der Befragten an, sie würden das politische Engagement der Kirchen vermissen, wenn es die Kirche nicht mehr gäbe. Deutlich höher lagen die Werte bei: Ort der Besinnung (31 Prozent), Christliche Werte (29), Glaubensvermittlung (15) und Sinn und Orientierung (12).

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Die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD aus dem Jahr 2023 ergab, dass soziales Engagement der Kirchen deutlich mehr unterstützt wird als rein politisches. Über 40 Prozent der Kirchenmitglieder würden sich von einem Kirchenaustritt abhalten lassen, wenn die Kirche sich stärker gesellschaftspolitisch engagiert.

Bei einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere gaben Ende Januar 2025 73 Prozent der Befragten an, die Kirchen sollten sich aus politischen Debatten heraushalten. Dies galt mehrheitlich für alle Kirchenmitglieder unter den Befragten sowie Wählerinnen und Wähler aller Parteien.

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3 Kommentare

  1. Was Heil damit eigentlich meint, ist, dass sich die Kirchen verstärkt gegen die AfD oder alles, was nicht rot-grün/links/marxistisch ist, einsetzen sollen.

    • Sich verstärkt gegen die rechtsradikale AfD einzusetzen ist ja auch richtig. Für alle, nicht nur die Kirchen.

      Ich denke übrigens, dass er auch die Konservativen damit meint.

  2. Wie soll die Kirche lauter werden, wenn Sie in sich wegen Unglaubwürdigkeit destruktiv, schon lange, destruktiv geworden ist. Erst wenn Sie und die Priester, Prediger etc. sich nicht mehr selbst verkündigen, sondern einzig CHRISTUS und endlich alles tun, damit wir als liebevolle Einheit (ohne blöde Konfessions-Praktika), also LEIB des CHRISTUS pro Wohnort, Land und weltweit erkannt werden können, erst dann können wir als CHRISTUS laut und deutlich bekennen …

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