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Gott liebt Gamer

Hunderttausende Menschen teilen auf der Gamescom ihre Leidenschaft für Videospiele. MainQuest Ministries möchte genau dort präsent sein – mit offenen Ohren, einer Tasse Kaffee und der Botschaft, dass Gott Gamer liebt.

Von Christian Spiertz

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Letztes Jahr war ich auf der Gamescom, einem Ort, an dem man freiwillig stundenlang ansteht, um endlich in die Hallen zu kommen, um danach noch länger irgendwo anzustehen, damit man seiner Leidenschaft frönen kann. Die Gamescom ist neben der E3 und der Tokyo Game Show die weltweit größte Gaming Convention, mit weit über 300.000 Besuchern jedes Jahr.

Ich streife also durch die Hallen, vorbei an High-End Grafik, die so realistisch ist, dass man kurz überlegt, ob man gerade ein Spiel zuschaut, oder einem Real-Life Kinofilm auf der Leinwand sieht, und lande plötzlich in einer aufgebauten Retro-Spiele-Lounge. Quietsch-Grüner Teppich, stechend senfgelbes Sofa. Alte Röhrenbildschirme, die leise vor sich hin flimmern wie ein Lagerfeuer für Nerds. In der Ecke: ein Commodore Amiga 500, vor dem die alten Hasen staunend in Erinnerung schwelgen und daneben all die alten Spielekonsolen meiner Kindheit. Geräte, die heute aussehen wie Brotbackautomaten mit Kabelsalat.

Zusammen vor der Konsole

Auf der senfgelben Couch sitzen Vater und Sohn. Ihn schätze ich auf Mitte Vierzig und seinen Sohn auf um die elf Jahre. Auf dem Bildschirm hüpft Dagobert Duck (LTB;DuckTales), gestützt auf seinen Gehstock, durch die Gegend und sammelt sein Geld ein, das ihm die Panzerknacker geklaut haben. Ein klassisches Jump&Run-Spiel, das Spaß zu machen scheint, obwohl die Pixelgrafik des Nintendo NES nicht sonderlich viel her macht.

Der Sohn dreht sich zum Vater: „Du, sag mal ehrlich: Das musstet ihr früher spielen?“ Das Kind kratzt sich über der Stirn. Der Vater schmunzelt. Eine kurze Pause entsteht. Man hört förmlich die 8-Bit-Nostalgie der Spielekiste vor den beiden knistern.

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Der Vater antwortet lachend: „Ja, das musste ich damals spielen.“ Der Sohn wirkt nachdenklich, ob er seinen Vater jetzt wegen seiner schweren Kindheit trösten sollte, oder sich einfach freut, einen Teil seiner Geschichte live in den Händen zu halten. Während Dagobert Duck zum nächsten Sprung ansetzt meint er: „Papa, mit dir macht jedes Spiel trotzdem Spaß.“

Und genau da wird mir etwas klar: Es geht beim Gaming gar nicht so sehr darum, dass die Grafik immer besser wird, die Welten immer größer und die Geschichten immer abgefahrener. Es geht um die gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbringen. Um den Austausch und das gemeinsame Erleben und Bewahren von Erinnerungen, die uns miteinander verbinden.

Auf der Gamescom laufen Menschen nicht einfach aneinander vorbei. Sie bleiben stehen. Sie erzählen von ihren Ideen. Sie kommen ins Gespräch über das, was sie begeistert, suchen nach Freunden und Gleichgesinnten. Da wird auch manche lange Warteschlange zum Begegnungsort.

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Leidenschaft für Games und Gamer

Weil auch wir bei MainQuest leidenschaftliche Gamer sind, wollen wir diese Chance nicht verpassen und Teil der Gamescom 2026 sein. Wir planen einen Stand in einer der zentralen Hallen, neben zahlreichen Bildungswerken und wollen den Messebesuchern einfach eine gute Zeit schenken. Bei uns können sie kurz verschnaufen, ihr Handy aufladen, bei einer Tasse Kaffee mit uns ins Gespräch kommen, oder auch ein kleines, verrücktes christliches Videospiel testen, das Glaube und Gaming verbindet. Helft uns dabei, dass wir den Menschen auf der Gamescom mit der Liebe Gottes begegnen können. Am besten geht das, indem ihr uns dabei unterstützt, unser Spendenziel in Höhe von 11.000 Euro zu erreichen, damit wir die entstehenden Kosten für unseren Einsatz bei der Gamescom decken können.

Games sind in unserer Gesellschaft voll angekommen. Laut der JIM-Studie 2020 spielen 68 % aller Jugendlichen in Deutschland wenigstens mehrmals pro Woche Videospiele. Das Klischee vom einsamen Jungen im Keller ist allerdings längst widerlegt: 48 % der Spieler sind weiblich und es gibt bereits über 5 Mio. Spieler über 60 Jahre. Das Durchschnittsalter der Spieler im deutschen Markt stieg dabei zuletzt laut game.de auf über 37 Jahre an. Wenn wir uns als Christen fragen, wie wir uns zu diesem Fakt positionieren sollten, ist unsere Perspektive maßgeblich durch die Überzeugung unseres Glaubens geprägt, die sich mit drei Worten treffend ausdrücken lässt: Gott. Liebt. Gamer.

Main Quest Ministries e.V. (früher Game Church Deutschland) ist ein christlicher Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Glaube und Gaming zu verbinden. Laut eigenen Angaben sind sie „Nerds, die andere Nerds mit der Liebe Gottes erreichen wollen“.

Dieser Artikel ist im FeG-Magazin Christsein Heute erschienen, das wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

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