Ein Pfarrer feiert interaktive Gottesdienste im Videospiel Minecraft – und erreicht damit Menschen ohne Kirchenbezug.
Im Jahr 2018 taucht der reformierte Pfarrer Florian Homberger erstmals in die Welt von Minecraft ein. „In der ersten Nacht ist mein Avatar zehnmal gestorben“, erinnert sich der Theologe im Gespräch mit dem Onlineportal ref.ch. Doch die Faszination war geweckt. Homberger schaut sich Städte anderer Spieler an und bemerkt, wie viele Kirchen es dort gibt. Der Schweizer Pfarrer gründet seine eigene Stadt und baut eine virtuelle Kirche. In ihm reift die Idee, dort Gottesdienste zu feiern. Immer wieder spricht er mit Konfirmanden darüber. Im Sommer 2025 findet in Hombergers Kirche erstmals eine Andacht statt – mit Bibelversen und Lobpreis-Musik im Hintergrund.
Regelmäßige Andachten
Seitdem gibt es dort regelmäßig Andachten, an denen bis zu 20 Personen teilnehmen – viele ohne kirchlichen Hintergrund, so der Pfarrer. Bibeltexte, Gebet und Musik gehören ebenso dazu wie interaktive Elemente: Teilnehmende bauen gemeinsam, sammeln symbolische Gegenstände oder gestalten Szenen passend zum Thema. Besonders eindrücklich sei für Homberger die Verbindung von Spielmechanik und Theologie, etwa beim Thema Licht: „In Minecraft ist Licht zentral – ohne Licht kommen Monster“, erklärt Homberger.
Homberger versteht die Minecraft-Gottesdienste als Ergänzung zum klassischen Sonntagsgottesdienst. Der vertraute digitale Rahmen senke Hemmschwellen und ermögliche offene Gespräche über den Glauben. Fragen nach Sakramenten beschäftigen den Pfarrer ebenfalls: Eine Taufe von Avataren lehnt er ab, kann sich aber eine digitale Tauferinnerung vorstellen. Langfristig will Homberger digitale und analoge Formate stärker verbinden – etwa durch gemeinsame Bautreffen oder Übertragungen virtueller Gottesdienste in Kirchenräume.
Tipp: Homberger hat einen virtuellen Kirchenführer für Minecraft erstellt.
Minecraft ist ein Videospiel aus dem Genre Sandbox-Survival, in der Spielende eine offene Welt aus würfelförmigen Bausteinen erkunden und alles Mögliche bauen können – von Häusern bis zu ganzen Städten.
>>> zum kompletten Artikel auf ref.ch: Gott im Game begegnen
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