- Werbung -

Gott statt Netflix: Ein Jahr ohne Fernsehen

Für Madeleine Ramstein bedeutete die tägliche Bildschirmzeit am Abend nur noch Verdrängung. Nachdem sie ein Jahr auf das Fernsehen verzichtet, ändert sich ihr gesamtes Leben.

Es ist jetzt ein Jahr her, dass ich die letzte Folge einer Serie gesehen habe. Als ich damals den Fernseher ausgeschaltet habe, wusste ich tief in meinem Inneren: Etwas muss sich ändern.

- Werbung -

Die flackernden Bilder hatten zu viel von meiner wertvollen Zeit gestohlen und ich spürte den Wunsch nach Veränderung und Freiheit. Ich hatte mir über viele Jahre hinweg angewöhnt, abends vor dem Schlafengehen noch fernzusehen, um vor allem die Tiefpunkte des Tages hinter mir zu lassen.

Mein Alltag war ausgefüllt mit der Erziehung meiner Kinder, Haushalt und Arbeit. Wenn dann am Abend die Nerven blank lagen, war die Erholung nur einen Knopfdruck von mir entfernt. Doch der Schein trog: Wirklich ausgeruht war ich nach einer Sendung nie, nur abgelenkt. Ich fühlte mich ständig erschöpft. Meine Gedanken rasten.

Und wenn ich den Fernseher ausgeschaltet hatte, überkam mich immer ein Gefühl innerer Leere.

Das Leben der Figuren in den Filmen und Serien war irgendwie leichter und gleichzeitig aufregender als meines.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass klare Gedanken, tiefer Friede und ein erfüllter Alltag auf mich warteten – ich müsste nur den Stecker ziehen. Und das tat ich auch. Ein ganzes Jahr lang. Ich schaute keine einzige Serie, keinen Film, keine Nachrichten und auch keine anderen Sendungen.

Anstatt am Abend zu zappen, lagen jetzt ein Stapel von Büchern, interessante Artikel, meine Bibel und ein Notizbuch bereit. Die Zeit würde ich von nun an besser nutzen.

Wenn es außen still wird

Die ersten Wochen waren hart. Ohne das Hintergrundrauschen des Fernsehers waren meine Gedanken und Gefühle plötzlich nicht mehr zu überhören.

In der Stille des Abends drängten sie sich in den Vordergrund – fordernd, ehrlich, manchmal unbequem. Ich begann zu lesen, zu beten und zu schreiben. Ich ließ den Tag Revue passieren und platzierte alles, was mich beschäftigte, bei Gott.

In seiner Gegenwart ich meine Emotionen, Probleme des Alltags und Sorgen durch. Ich wurde mit Ängsten konfrontiert, von denen ich gar nicht gewusst hatte, dass sie da waren. Sie hatten tief in mir geschlummert und sich nur in einem geäußert: der Sehnsucht nach Ablenkung am Abend.

Mit der Zeit wurde es leichter, da ich mich besser kennenlernte und meine Gefühle präziser einordnen konnte. Biblische Geschichten begegneten mir auf eine intensivere Art und Weise als je zuvor und ich fand mich in vielen Texten wieder. Gott begann, ganz neu zu mir zu sprechen, und brachte Klarheit in mein Denken.

Innerhalb von fünf Monaten las ich die Bibel von vorne bis hinten durch und füllte viele Seiten in meinen Gebetstagebüchern. Auch andere Bücher über Psychologie, Theologie und christliches Leben, die auf meiner Leseliste standen, füllten die Zeit vor dem Schlafengehen und bereicherten meinen Alltag.

- Weiterlesen nach der Werbung -

Als ich realisierte, dass der Fernseher mir keine echte Erholung brachte, war das ein Wendepunkt. Ich erkannte, dass diese Form der Ablenkung mich innerlich erschöpfte und betäubte, anstatt mich zu nähren.

Ich hatte keine Ruhe gefunden, sondern war immer wieder in einem Strudel aus Gedanken und Gefühlen geraten, die ich nicht wirklich verarbeiten konnte. Als es nun an den Abenden leiser wurde, drangen meine tiefsten Überzeugungen an die Oberfläche. Gott führte mich in den folgenden Monaten zu der Freiheit, die ich mir so gewünscht hatte. In der Stille fand ich schließlich den Frieden, nach dem ich gesucht hatte.

Neue Werte, neues Leben

Die Monate verstrichen. Die Auseinandersetzung mit biblischen Botschaften sowie meinen eigenen Werten ließ mich erkennen, wie sehr mich die Medieninhalte geprägt hatten. Meine Vorstellungen davon, wie ein erfolgreiches Leben aussieht und wie man sich als Frau geben sollte, haben sich verändert.

Während in Serien und Filmen vorwiegend top gestylte Frauen präsentiert werden, konnte ich meine Ansprüche an mich senken. Modisch am Puls der Zeit zu sein, hat für mich nicht länger Priorität.

Auch meine Vorstellungen von meiner beruflichen Zukunft haben sich verändert. Nicht mehr Erfolg oder Status stehen im Mittelpunkt, sondern die Frage, welchen Wert meine Arbeit für andere hat. Es ist mir wichtig geworden, mit dem, was ich tue, etwas Sinnvolles zu bewirken und Spuren zu hinterlassen.

- Werbung -

Mir wurde bewusst, wie sehr der Fernseher meine Einstellungen und Vorstellungen geprägt hatte und wie viel freier ich sein würde, wenn ich solche Ansprüche einfach ablegte. Erst als ich auf Distanz zu diesen Medien gegangen war, erkannte ich diese Wahrheit und begann, entsprechend zu leben. Stück für Stück fielen Lebenslügen von mir ab.

Ich lernte, den Alltag und die Zeit mit meinen Kindern zu schätzen und sehnte mich nicht länger nach dem aufregenden Leben und den Abenteuern, die die Helden in den Filmen und Serien erlebten. Ich fühlte mich besser.

Gott brachte Heilung und erneuerte mein Herz. Ich erlangte auch mehr Klarheit im Hinblick auf Gottes Willen für meinen Alltag und mein Leben insgesamt.

Ich begann, früher ins Bett zu gehen. Dadurch hatte ich tagsüber mehr Energie und war gleichzeitig innerlich ruhiger. In diesem Jahr kam auch unser drittes Kind zur Welt, und dass ich nun mehr Zeit für mich hatte sowie mehr Schlaf bekam, wirkte sich sehr positiv auf unser gesamtes Familienklima aus. Wenn ich heute zurückschaue, erkenne ich, dass ich mich im Verlauf eines Jahres grundlegend verändert habe. Da ich mich mit meinen Gedanken und den Sorgen des Alltags nicht länger in Ablenkungen flüchte, sondern in Gottes Arme eile und dort Ruhe für meinen Körper, meinen Geist und meine Seele finde, fühle ich mich ihm so nah wie nie zuvor.

Wir haben unseren Fernseher abgeschafft, und ich verspüre nur noch sehr selten das Verlangen, mir eine Serie oder einen Film anzuschauen. Fernsehen an sich ist nicht schlecht, allerdings hatte der regelmäßige „Konsum“ auf Dauer doch negative Auswirkungen auf mein Leben.

Durch die Entscheidung, bewusst auf den Fernseher zu verzichten, habe ich nicht nur mehr Ruhe und Klarheit gefunden, sondern auch eine tiefere Beziehung zu Gott entwickelt. Mir ist klar geworden: Wahren Frieden finde ich nicht in der Ablenkung oder der Flucht in die Welt der Filme und Serien, sondern in der Nähe zu Gott. Und deshalb möchte ich dich einladen, einmal innezuhalten und dir dieselbe Frage zu stellen: Was bringt dir wirklich Erholung und Erfüllung?

Madeleine Ramstein liebt tiefe Gespräche und Begegnungen mit Gott – und begleitet Menschen als Theologin, Seelsorgerin und Autorin.

Dieser Artikel ist in der christlichen Frauenzeitschrift Lydia erschienen. Lydia ist Teil der SCM Verlagsgruppe, zu der auch Jesus.de gehört.

Vielleicht auch interessant für dich:

NEWS & Themen

NEWSLETTER

BLICKPUNKT – unser Tagesrückblick
täglich von Mo. bis Fr.
Wir liefern dir die interessantesten NEWS,
Interviews und Geschichten aus der christlichen Welt.
Kompakt, relevant, inspirierend.

Wie wir Deine persönlichen Daten schützen, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Abmeldung im NL selbst oder per Mail an info@jesus.de

Konnten wir dich inspirieren?

Jesus.de ist gemeinnützig und spendenfinanziert – christlicher, positiver Journalismus für Menschen, die aus dem Glauben leben wollen. Magst du uns helfen, das Angebot finanziell mitzutragen?