Die Autobahnkirche Ruhr in Bochum hat ihren Betrieb eingestellt. Grund ist der Verkauf des Gebäudes an eine Privatperson.
Die evangelisch-lutherische Epiphaniaskirche an der A40 durch das Ruhrgebiet bietet für Reisende keine offene Kirche und keine Gottesdienste mehr an. Grund ist der Verkauf des Kirchengebäudes an der Ausfahrt „Hamme“ an eine Privatperson, wie der Trägerverein der Autobahnkirche Ruhr mitteilte. Am Samstag fand eine öffentliche Abnahme von Bannern und Hinweisschildern statt, am Sonntag sollte die Entwidmung folgen. „Mit der Entwidmung der Kirche am 1. Februar müssen wir leider die ‚Raststätte für die Seele an der A40‘ nach 15 Jahren schließen.“ Am 14. März findet in den Räumlichkeiten der katholischen Gemeinde Nikolaus von der Flüe in Bochum ein Abschiedsfest für Freunde und Begleiter der Autobahnkirchen-Arbeit statt.
Die Autobahnkirche Ruhr konnte von Reisenden als Ort der Stille besucht werden. Regelmäßig fanden dort Gottesdienste, etwa zum Gedenken an Verkehrstote, statt. Auch Vorträge und Ausstellungen wie etwa zuletzt die Fotoausstellung mit Bildern von Tobias Sitko luden zum Besuch der Kirche ein.
Die Idee, die evangelisch-lutherische Epiphanias-Kirche von Architekt Walter Tiefenbach aus dem Jahr 1929 an der A 40 als Autobahnkirche zu eröffnen, ergab sich in der Vorbereitung des europäischen Kulturhauptstadtjahres 2010. 2009 gründete sich der Trägerverein der Autobahnkirche Ruhr. Die Autobahnkirche Ruhr feierte am 30. Mai 2010 mit einem Gottesdienst im Beisein des damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert und damaligen NRW-Verkehrsministers Lutz Lienenkämper (beide CDU) Eröffnung.
Pfarrer Benjamin Lippa hatte im Oktober 2025 gegenüber dem WDR erklärt, die Gemeinde könne sich die Nutzung des Gebäudes aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten.
Eine Übersicht über die Autobahnkirchen und deren Angebote gibt es unter: autobahnkirche.de.

Zwei Seelen in der Brust
Da hat das JDE-Team zur Erhellung beigetragen. Bei solchen Geschichten (wo es auch um Kernaufgaben und solcherart Kernkompetenzen geht) habe ich zwei Seelen in der Brust. Einmal denke ich, dass eine Gemeinde 6.000,- € sich im Jahr nicht leisten kann, wirklich?? Dann aber denke ich ebenso, dass an einer Autobahnkirche IMMER Menschen erreicht werden, die man sonst eher niemals erreicht und ursprünglich Notwendigkeiten, an die Hecken und Zäune der Welt zu gehen und die Frage, wie viel dies wert erscheint. In Jahrzehnten in Routinegeschichten in der Leitung einer Kirchengemeinde haben wir oft eine Stunde über einen zweistelligen Geldbetrag diskutierten, andererseits immense Ausgaben, die angeblich hier unabweisbar waren, gingen in fünf Minuten über den Tisch Nun sind ja Beträge mit 6.000,- €uro im Jahr für Nebengebäude keine Summe, welche dann bereits eine Gemeinde an den Rand des Ruin treibt. Nun fällt bei Landeskirchen ebenso das Geld niemals vom Himmel. Ob es aber keinen Trägerverein für das Projekt Autobahnkirche gibt??? Einmal hatte eine Gemeinde mit Pfarrer für eine neu zu bauende schöne moderne Kirche so viele Spenden eingesammelt, dass das Gebäude schon beim Einzug schuldenfrei war. Allerdings waren da einige vermögende Familien im Spiel, die trotz ihres Austrittes aller ihrer Mitglieder aus der Ev. Kirche wohl eine Art Konzession an ihr Gewissen machten und dafür dann sehr spendeten.
Heute treten manche Leute eher aus weil sie sich ärgerten, während andere nur glauben dass ein Pfund Knochen eine Suppe ergibt, aber bleiben.
1. Es ist keine Landeskirche sondern eine Freikirche
2. Es gibt einen Trägerverein
3. Die 6000 Eur sind nur die Energiekosten. Unterhalt, Reparaturen usw. sind da noch gar nicht drin.
Steht alles im verlinkten Ursprungstext.
Der Grund ist sicherlich nicht der Verkauf sondern das, was zum Verkauf geführt hat. Das wird leider nicht geschrieben.
Steht mittlerweile drin. MfG, das JDE-Team
“ Die Autobahnkirche Ruhr in Bochum hat ihren Betrieb eingestellt. Grund ist der Verkauf des Gebäudes an eine Privatperson. “
Soeben habe ich einen Artikel über die s.g.n. Arisierung von Besitztümern der Jüdischen Bevölkerung, die zur Zeit des Holocaust an ihnen zusätzlich begangen wurde, gelesen,
Dieses Thema scheint mir eine starke Parallele hierzu zu bilden. Auch hier profitieren Privatpersonen von der Not rechtmässiger Eigentümer.
Ich finde solche Verkäufe absolut pietätlos, armselig und egoistisch.
Die Kirche macht es sich recht einfach, andererseits scheint der Druck , dem sie in dieser atheistisch gottlosen Welt ausgesetzt ist, unübersehbar.
P.S. Ich finde im Artikel die von Ihnen angegebene Korrektur nicht, denn es steht dort kein anderer Grund als der einzig finanzielle. Habe ich es überlesen ?
Wir haben nichts korrigiert, sondern einen Satz + Link ergänzt. Auf der verlinkten seite heißt es:
„Die Epiphanias-Gemeinde, der die Kirche gehört, ist vergangenes Jahr mit einer Nachbargemeinde fusioniert. Jetzt gehören der neuen Gemeinde zwei Kirchen samt Nebengebäuden und den dazugehörigen Nebenkosten. „Wir haben jeden Monat allein Energiekosten von 6.000 Euro“, sagt Pfarrer Benjamin Lippa.
Bei immer weniger Gemeindemitgliedern und sinkenden Besucherzahlen könne man diese Kosten einfach nicht mehr tragen. Zumal man als freikirchliche Gemeinde nicht einer der Landeskirchen angehöre, sondern die Kosten allein aus Spenden aufbringen müsse.“
Danke ,
ich finde es sehr schade, dass man sich für den Verkauf entschieden hatte.
Der Verkauf hat keine Parallele zum faktischen Raub jüdischen Eigentums im Nationalsozialismus.
Dein Vergleich ist eine Verharmlosung der Verbrechen an Juden.
Aus meiner Sicht ist dieser Verkauf eine Art Sakrileg, ein Fehler, aber ich kann es nicht ändern, und ich verurteile die Menschen nicht. Ich werde mich vor jemand wie dir auch nicht rechtfertigen..
Die Arisierung war ein schlimmer Prozess der Enteignung, hier dagegen greift der Prozess der Säkularisierung. Finanzielle Not führt zum Verkauf.
(gestrichen – MfG, das Jesus.de-Team)