Die Deutsche Bischofskonferenz wählt auf ihrer Vollversammlung in dieser Woche einen neuen Vorsitzenden. Der Ausgang dürfte Signalwirkung haben.
Von Franziska Hein (epd)
«Führe zusammen» (Lateinisch: «Congrega in unum») – lautet der Wahlspruch des Limburger Bischofs Georg Bätzing. Der 64-Jährige, geschätzt für seine unprätentiöse und vermittelnde Art, wurde 2020 zum Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Was ihm in seinem Bistum seit 2016 gut gelingt, ist ihm zuletzt als Vorsitzender der Bischofskonferenz nicht mehr geglückt: die unterschiedlichen Positionen in der Bischofskonferenz zu vereinen.
Bätzing kündigte im Januar an, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Am Dienstag wählen 56 Bischöfe auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz in Würzburg turnusgemäß einen Nachfolger. Der Vorsitzende vertritt die Bischöfe als Sprecher nach außen.
Starker Mitgliederverlust
Der jüngste Richtungsstreit in der Bischofskonferenz entzündete sich an der Haltung zu Reformen infolge des Missbrauchsskandals. Durch die große katholische Aufarbeitungsstudie 2018 kamen die kritischen Punkte auf den Tisch: klerikale Abschottung, Machtkonzentration im Bischofsamt und eine rigide Sexuallehre. Mehr Mitbestimmung durch die Kirchenbasis, weniger Geschlechterdiskriminierung oder Verurteilung gleichgeschlechtlicher Liebe – dafür traten die Reformer unter den Bischöfen beim Reformprozess Synodaler Weg ein.
Erzkonservative Bischöfe bekundeten hingegen ihre Ablehnung und diskreditierten beim Heiligen Stuhl in Rom den ganzen Prozess. In der Folge stand Rom dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Doch auch der Graben zwischen dem Kirchenvolk und seinen Hirten wurde sichtbar. Seit 2020 haben 1,8 Millionen Deutsche der katholischen Kirche den Rücken gekehrt. Insgesamt gab es nach der aktuellen Statistik im Jahr 2024 mit 19,8 Millionen Katholiken etwa 2,4 Millionen Katholiken weniger als 2020.
Die Abbruchkante verläuft an der Generationengrenze. Denn während alte Kirchenmitglieder sterben, wird viel weniger getauft als vor 25 Jahren. Laut der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung von 2023 befürwortet eine Mehrheit der Gläubigen Reformen. 96 Prozent der katholischen Befragten stimmten der Aussage zu, dass sich ihre Kirche grundlegend ändern müsse, wenn sie eine Zukunft haben will.
Bätzing auf der Seite der Reformer
Bätzing steht auf der Seite der Reformer. Er setzte sich für eine vorsichtige Loslösung vom strengen Zölibat ein, für Weiheämter für Frauen und für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare – alles aus der Überzeugung, in der Tradition des Evangeliums zu stehen. In seinem Limburger Bistum, das er vom Skandalbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst übernahm, gibt es zudem eine lange Tradition der Synodalität, also der Mitbestimmung von Laien. Synodalität stärke den Bischof und schwäche ihn nicht, lautet seine Überzeugung. Durch seine Moderation des Reformprozesses erwarb er sich zwar Respekt und Sympathie an der Kirchenbasis, doch in Rom kam es zu Kommunikationsschwierigkeiten.
Die Frage, wer ihm als Vorsitzender nachfolgt, wird auch zu einer Richtungsentscheidung, wie beherzt Reformen in den kommenden Jahren weitergeführt werden. Unter Beobachtern gilt der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz als aussichtsreich. Er ist recht frisch im Amt und Schüler des langjährigen Mainzer Kardinals Karl Lehmann. Auch geeignet wäre der aktuelle Stellvertreter Bätzings, der Fuldaer Bischof Michael Gerber. Allerdings ist er erst seit Kurzem von einer Krebserkrankung genesen.
Satzung für Synodalkonferenz
Die Wahl ist nicht der einzige wichtige Tagesordnungspunkt der Vollversammlung. Die Bischöfe müssen auch einer Satzung für ein nationales synodales Gremium zustimmen, das in den vergangenen Jahren Zankapfel mit dem Heiligen Stuhl war. Die Synodalkonferenz, in der Bischöfe und Laien ab November erstmals gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen sollen, ist ein wichtiges Erbe des Synodalen Wegs. Rom muss der Satzung auch noch zustimmen.
Auch wenn Bätzing künftig nicht mehr für die Bischofskonferenz spricht, bleibt er: «Ich verschwinde ja nicht», sagte er Ende Januar in Stuttgart. Und als Bischof von Limburg bleibt er Hüter des «Petrusstabes» – des Hirtenstabs des Apostels Petrus. Ein Teil des Stabs befindet sich heute im Limburger Domschatz. Die Übergabe bei der Bischofsweihe steht symbolisch für die Treue des Limburger Bischofs zu den Nachfolgern des Apostels Petrus, den Päpsten in Rom.

Die richtige Richtung kann nur CHRISTUS-zentriert und nicht Kirchen-zentriert sein ! D.h. alle zu tun, daß wir CHRISTen endlich glaubwürdig werden durch Abbau aller Kritierien die wirklich gelebte Liebe und damit EINHEIT unmöglich gemacht haben … !!!
Mir hat der Satz vom Vorgänger-Papst gefallen, der ging so ähnlich“ es gibt bereits eine protestantische Kirche, wir brauchen keine Zweite“
Die Mär von einer erstarkten katholischen Kirche durch zeitgeistige Reformen glaubt doch kein Mensch. Die Volkskirchen müssen einfach damit leben, dass die Leute geringes Interesse an erstarrter Religion haben. Die Zukunft der Kirche ist freikirchlich, wenn Christus im Zentrum bleibt !
Ich denke nicht, dass es zukünftig entscheidend ist, welche Konfession es sein wird sondern wo die Kirche sein wird. Die Zukunft wird sich nicht in Europa oder Nordamerika abspielen sondern in Afrika, Asien und Südamerika.
Und darauf ist die katholische Kirche eigentlich ganz gut aufgestellt.
Freikirchen halte ich für ein geschichtliches Strohfeuer. Sie kommen und gehen.
Auch die westliche „Kirche“ hat eine Zukunft, die Musik mag in der „dritten Welt“ spielen. Bewegungen neben den großen Kirchen hat es schon immer gegeben, Die Methodisten, die Baptisten, die Pfingstler und wie sie alle heißen mögen waren und sind immer noch relevant. Gerade in den genannten Kontinenten spielen Pfingstkirchen eine große Rolle, damit will ich aber nicht alles gutheißen was dort so geschieht !
Nicht nur Freikirchen sind fromm
Erst einmal ist eine der völlig unzutreffenden Zensur vom Stammtischbruder, alle Frömmigkeit Ev. Landeskirchler und der Katholiken sei erstarrt.
Es wird hier landläufig auch von den Betroffenen, hinter vorgehaltener Hand aber ehrlich erzählt, dass Freikirchen jenen Traditionsabbruch spüren.
Warum lieber Stammtischbruder, bist du manchmal so garstig. Ich bin zwar nicht der Überzeugung als evangelisch Sozialisierter, dass Gott nur die Katholische Kirche maßstabsgetreu in ihren Werten und Normen für alle Zeiten präzise festlegte und Petrus unbedingt der erste Papst ist (Papa als Erster unter Gleichen). Aber ich bin zu hundert Prozent sicher, dass unsere Bibel, so wie sie uns vorliegt (auch in jeder Übersetzung) Gottes Wort ist, Luther immer ein Gotteswort durch Menschenwort. Sie muss ausgelegt werden. Ich glaube, dass der Mensch niemals nur aus sich heraus heilig (und vollkommen) ist, sondern nur durch die Gnade immer einer völlig unverdienten Liebe Gottes. Der Schöpfer aller Dinge, der Erschaffer eines fast unendlichen Weltalles, liebt nicht nur Christinnen und Christen, sondern alle Menschen auf Erden und was ansonst in den unendlichen Weiten unseres Weltalles als seine Geschöpft existiert. Im übrigen liebe ich die supercharismatischen Bewegungen, wenn es der große Heilige Geist ist, der öfters unserem öfters unheiligen Geist liebevoll aufhilft. Gott selbst hat jeden Menschen und sein Gedeihen in seinen Mittelpunkt gestellt, nicht zu dessen eigenen Überhöhung, sondern nur unserem Heil. Warum soll er sonst selbst ein Mensch geworden sein, ganz unten im Elend und letztlich auch am Kreuz. Doch um Weltlichkeit nur zu heiligen. Wenn Gott Glaube und Liebe möchte, immer weil er dieses uns zu schenken vermag, dann sind auch zeitgeistliche Reformen immerzu möglich. Es sind nicht alle Katzen nur grau, nicht sämtliche Katholiken Gefangene einer nur erstarrten Religion und die Zukunft der Kirche umfasst alle die auf Jesus hoffen und ihm versuchen zu folgen (und nicht nur in Freikirchen). Denn wir alle sind Geschwister. Jesus ist im Mittelpunkt, wenn sie es denn sind, was sie behaupten. Gott ist immer der Arbeitgeber im Gleichnis vom Weinberg, der nicht nach Leistung bezahlt, sondern weil wir Menschen sind, er uns alle sehr liebt. Jesu Jünger waren sehr gewöhnlich, nicht gern immer auch lernwillig, aber zudem machthungrig und selbstbezogen. Geistliche und gekoppelt damit auch Reformen der Organisation sind immerzu auch christlich erforderlich, Kirche Jesu Christi wird immer Dauerwerk. Es können, wie es die Jesuiten schon vor 50 Jahren prophezeiten, in einer fernerer Zukunft, auch ganz viele kleine Gruppen sein, in dem die Menschen ihren Glauben exemplarisch leben, die weltoffen sind und sehr ökumenisch. Kirche ist nie (nur) Institution. Da werden gemeinsam Lasten getragen, Vergebung praktiziert, Hoffnung gelebt und oft auch sehr viel getröstet. Ich bin für den Balken in meinem Auge verantwortlich. Das Christsein fängt mir bei mir. Vor jeder großen Reise muss jeder den ersten Schritt tun. Das Wollen und Vollbringen ist nur mit Gott möglich, aber es funktioniert mit Freiwilligkeit, weil Gott niemand nötigen würde. Ein weiter Geist ist gut.