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Bund FeG stärkt Gebetsbewegung

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) will das Gebet fester in seinen Strukturen verankern. Dafür gibt es jetzt einen Beauftragten.

Der Bund FeG hat einen Beauftragten für das Thema Gebet bestimmt. Sieben Jahre lang soll Andreas Schneider das Thema in Gremien, zu den Gemeinden und Einzelpersonen bringen, heißt es in einer Pressemitteilung. Schon im Studium beschäftigt sich Schneider intensiv mit dem Gebet und schrieb seine Masterarbeit über dieses Thema. Er bringe eine „charismatische Frömmigkeit“ mit und sei für die verschiedensten Formen des Gebets offen, wie er selbst sagt.

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Laut der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD sank die Zahl der Evangelischen, die täglich beten, in den vergangenen 20 Jahren um 2,1 Prozent auf 15,1 Prozent. So „dramatisch“ schätzt Schneider die Situation im Bund FeG nicht ein. Er sagt: “ bei den Freien evangelischen Gemeinden nicht ein: „Es geht nicht darum, bei Null anzufangen. „Es geht darum, einen Bund FeG, der betet, in eine neue Vielfalt und Tiefe des Betens zu bewegen.“ Die Frömmigkeitspraxen in den FeG-Gemeinden seien bislang „relativ überschaubar.“ Auch mit falschen Glaubenssätzen über das Gebet möchte Andreas Schneider in den kommenden sieben Jahren aufräumen – beispielsweise dem Grundsatz, Gebet als Wunschmaschine zu begreifen. Über unerhörte Bittgebete spreche kaum jemand. „“Wir kommen nur in eine neue Leidenschaft, wenn wir dem Frust Raum geben können“, ist er überzeugt.

Durch das Bundesjugendtreffen 2023 (BUJU) in Erfurt sei „neuer Schwung“ in das Thema gekommen. Das Praxisinstitut Evangelisation bot hier „Hörendes Gebet“ an. Auch ein Erlebnispfad zu Psalm 23 habe die Jugendlichen begeistert. „Im Anschluss war klar: Davon braucht die FeG Deutschland mehr“, heißt es.

Andreas Schneider
Andreas Schneider (Foto: Bund FeG / Nathanael Ullmann)

Lebendiges Gebet stärken

Schneider möchte „lebendige Erfahrungen im Gebet“ stärken. Dazu seien zahlreiche Events geplant. So soll während der Allianzgebetswoche 2025 zeitgleich ein 24/7-Gebet über Zoom stattfinden, bei dem 186 Gemeinden jeweils eine Stunde übernehmen. Dazu veranstaltet der Bund FeG Anfang März 2025 eine Gebetskonferenz in der FeG Göttingen an. Jeweils um die Fastenzeit soll es künftig Themen und Materialien rund ums Gebet für die Gemeinden geben.

Neben den Veranstaltungen hinaus soll Schneider bestehende Gebetskreise und Einzelpersonen vernetzen und Gebet zum festen Bestandteil bei Veranstaltungen wie den FeG-Herbsttagungen oder dem FeG-Bundestag machen.

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland wurde 1874 gegründet und besteht aus ca. 500 selbstständigen Ortsgemeinden mit insgesamt 40 904 Mitgliedern. Er ist mit der Evangelischen Allianz in Deutschland verbunden und Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).

1 Kommentar

  1. Gebet lässt sich nicht in Zahlen quantifizieren

    „Laut der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD sank die Zahl der Evangelischen, die täglich beten, in den vergangenen 20 Jahren um 2,1 Prozent auf 15,1 Prozent“! Da bin ich spektisch, dies hier so in magere Zahlen zu fassen wie ein Konjunkturbarometer. Es gibt keine bestimmte durchgängig bestimmbare Form von christlichen Gebeten. Die finden ja nicht nur während der Gottesdienste statt. Es gibt viele Menschen, die beten gut strukturiert in einer stillen Zeit an jedem Tag. Andere Menschen beten nie während des Alltages, obwohl sie Christinnen und Christen sind. Dann gibt es noch – eine durchaus weit verbreitete Form des Gebetes – in dem Menschen jeden Tag, fast an jedem Ort und zu jeder Gelegenheit ganz still und in Gedanken mit Gott reden. Andere gehen dafür gerne wegen der Stille in den Wald, oder im Meer durchs Watt -und dann gibt es ja die noch nicht ganz aus der Mode gekommene christliche Meditation. Dies alles in Zahlen aufzudröseln wäre völlig unmöglich. Jedenfalls halte ich unser aller Gespräch mit dem liebenden Gott für eine Herzensangelegenheit und ich hoffe, dass weit mehr Menschen beten als wir ahnen. Jedenfalls sollte daher Gebetsleben immer gefördert werden, aber man kann dafür keine Form als Norm festlegen. Ich würde auch das Ganzheitliche GEBET für eine gute Kommunikationsform mit dem Himmel halten. Dazu braucht man einen stillen Raum, man kniet oder sitzt auf einem Schemel und dazu gehört dann auch eine Zeit der Stille. Dies geschieht auch in Taize bei allen Gottesdiensten mit vielen Gesängen und 8 Minuten völliger Stille. Eine gute Übung auch auf Kirchentagen, wo man sehr erstaunt ist wie unhörbar eine große Menschenmenge wird. Wir pflegen es auch im Hauskreis, einmal wenige Minuten vor Gott still zu sein: Denn das Gebet kann, wenn es ehrlich und offen ist, auch eine intime Angelegenheit sein. Gott können wir all jenes sagen, was er schon längst weiß, aber was wir auch unserem engsten Mitmenschen nicht unbedingt erzählen möchten. Vielleicht ist eine ganz andere Form des Gebetes, in jedem Menschen dem man begegnet, das Antlitz Gottes zu erkennen. Denn er hat uns gemacht und wir sind Geist von Gottes Geist.

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