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Ehrenamt in der Kirche: Mit Herz dabei – aber wie lange noch?

Barbara Gruß begleitet Ehrenamtliche in der Kirche. Sie weiß: Viele geben alles – doch die Zukunft des Engagements braucht neue Wege, mehr Wertschätzung und klare Grenzen.

Barbara Gruß, Ehrenamtsreferentin der „Wirkstatt evangelisch“ in der Bayerischen Landeskirche, sieht das kirchliche Ehrenamt an einem Wendepunkt. Zwar sei die Unterstützung durch die Landeskirche vielfältig – etwa durch Fortbildungen, Beratung und die Ehrenamtspauschale – doch der gesellschaftliche Wandel verlange neue Formen des Engagements.

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„Wir müssen uns ständig fragen: Sind unsere Angebote so zugänglich, wie sie es sein sollten?“, sagt Gruß in einem Interview mit dem Sonntagsblatt. Ehrenamt mache glücklich, sagen Forschende. Doch es gebe auch Schattenseiten: „Viele übernehmen zwei, drei oder mehr Aufgaben. Das ist großartig – aber auch gefährlich“, so Gruß. Die Kirche müsse aufpassen, dass Ehrenamt nicht zur Pflicht wird.

Das Ehrenamtsgesetz bietet einen rechtlichen Rahmen: Fahrtkosten, Materialien und Fortbildungen können erstattet werden, seit 2023 auch pauschal. Für viele Ehrenamtliche sei das eine spürbare Entlastung, so Gruß. Dennoch bleibe die Frage, ob die bestehenden Strukturen ausreichen, um langfristig tragfähig zu sein.

„Ehrenamt kann kein Ersatz für das Hauptamt sein“

Gruß warnt: „Ehrenamt darf nicht Lücken stopfen müssen.“ Die Kirche müsse darauf achten, dass Menschen sich dort einbringen, wo sie wirklich möchten – und nicht aus Notwendigkeit. Die Gefahr einer Überlastung sei real. Besonders wichtig sei der Austausch unter Gleichgesinnten. Vernetzungstreffen, etwa für Kirchenvorstände oder die Jugendarbeit, fördern nicht nur Gemeinschaft, sondern auch Qualifikation. „Dieses Zusammenspiel aus Kompetenzvermittlung und spiritueller Begleitung macht das Ehrenamt einzigartig“, so Gruß.

Angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen wird es künftig weniger Hauptamtliche geben. Die Bedeutung der Ehrenamtlichen wird dadurch noch zunehmen. Doch Gruß betont: „Kirchengemeinden leben von engagierten Menschen – aber Ehrenamt ist kein Ersatz für professionelle Strukturen.“

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In der Bayerischen Landeskirchen engagieren sich rund 146.000 Ehrenamtliche, unter anderem in Kirchenvorständen (37 Prozent) und im Gottesdienst (27 Prozent). Sie leisten jährlich etwa 2,1 Millionen Stunden Arbeit.

Das komplette Interview mit Barbara Gruß finden Sie auf der Homepage des Sonntagsblatts.

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