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PRO Medienmagazin

Olaf Latzel äußert sich zu Vorwürfen

Das Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Pastor Olaf Latzel wurde eingestellt, doch die Bremer Landeskirche kürzte ihm das Gehalt. In einem Interview spricht er erstmals öffentlich darüber.

„Ich halte mich nach wie vor für unschuldig“, sagte der Bremer Pastor im Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. In einem Eheseminar hatte er sich herablassend über Homosexualität geäußert und wurde daraufhin wegen Volksverhetzung angezeigt, wie PRO berichtet. Für seine Wortwahl hat Latzel sich entschuldigt – der Vorwurf der Volksverhetzung treffe seiner Ansicht nach aber nicht zu. Die Kirche habe ihn für etwas sanktioniert, das nicht in seiner Absicht stand.

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Ein vom Bremer Landgericht beauftragtes Gutachten habe festgestellt, „dass alle seine Aussagen durch die Bibel gedeckt seien“. Isolde Karle, eine Bochumer Theologieprofessorin, urteilte hingegen, Latzels Aussagen seien „auf keinen Fall“ biblisch.

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16 Kommentare

  1. „….einschlägige Textstellen aus der Bibel ignorieren sie aber konsequent, weil sie offensichtlich nicht in ihr selbstgebastetes Welt/Gottesbild passen…“
    Kurz mal dazu, weil es grad so gut passt: Es sind eben keine eindeutigen Stellen, da basteln sich Fundamentalisten nur aus einzelnen Sätzen etwas zusammen, was nicht biblische Wirklichkeit ist. – Wie Hr. Hehner und viele andere berufe ich mich auch und gerade auf die Bibel, auch wenn genau das Sie so verärgert, wie Sie sinngemäß in einem früheren Posting geschrieben haben. Ich denke auch, es bringt wenig, noch mal alles aufzuzählen, studierte Fundamentalisten haben aufwendig versucht, so zu tun, als wenn die besagten einzelnen Sätze aus AT und NT die heutige Form homosexueller Partnerschaft meinen würden. Aber da werden Äpfel mit Birnen verglichen, immer nur aus dem ideologischen Denken heraus, das versucht, die biblische Tiefe in die eigene fundamentalistischen Enge zu pressen.

  2. Dieser Pastor hat nur quasi seine verbalen Aggressionen rechtlich durchgesetzt, als legitime Ausprägung seiner Religionsausübung anerkannt bekommen, als würde es dabei um den christlichen Glauben gehen. – Wie kann man denn noch ernsthaft annehmen, dass es dabei um die Botschaft Jesu Christi geht? – Sich vom Staat absegnen lassen, dass seine Verkündigung ungestraft aggressiv und menschenverachtend sein darf, weil ihm seine Kirche zu sanftmütig ist. Dass seine aggressive, verletzende, verachtende Redeweise höher stehen soll als die Menschenwürde derjenigen, die sich nicht als „degenerierte Gesellschaft“ usw. erniedrigen lassen möchten. (Wer zwingt ihn, etwas als „Genderdreck“ zu bezeichnen? Jesus ganz sicher nicht) Ist das wirklich eine christliche Vorgehensweise? Klar , für die Wortwahl habe er sich entschuldigt, aber die Worte sind ja nur die Verpackung seiner Botschaft.
    Agiert er nicht wie einer, der sich in seiner eigenen Aggressivität gefällt und der die Bibel wie ein Gesetzbuch liest, in dem die Liebe nur am Rande vorkommt? Es ist nun mal falsch, die Bibel wie einen Steinbruch zu gebrauchen und einzelne Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen um sie als Waffe gegen andere zu richten und dass dann noch als Nächstenliebe zu deklarieren. Es ist doch auffällig, dass Fundamentalisten gerade bei diesem Thema Sexualität immer besonders anspringen.
    Alle Instanzen zu bemühen für eine negative Botschaft, nur für: „Ich darf aber sagen, dass Homosexualität eine Degenerationsform der Gesellschaft ist“. Sachlich ist das eine negative Aussage. Er saß ja nicht bei Gericht, um in positiver Weise hervorzuheben und zur Geltung zu bringen, dass Gott die Liebe ist, dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist. Das kam wohl bei Gericht gar nicht vor. Ist es ihm nicht in gleicher Weise wichtig? Das ist schon eine bedenkliche Bedeutungsverschiebung Und die beiden Gutachter:innen sagten ja, dass Homosexualität kein zentrales Thema ist. Aber er macht es dazu, beißt sich daran fest. Ist das nicht schon sektenhaftes Verhalten?
    Die strittigen Sätze hat dieser Pastor doch wohl zuerst auf einem Eheseminar gesagt, – aber für welche Adressaten? Wo es doch wohl um Begleitung heterosexueller Paare ging? War das schlicht Themaverfehlung? Also nur unprofessionell? Oder war es etwa Gruppenfindung durch Abgrenzung von der bösen Welt?

    • Wie ich es verstehe, war es technisch-rechtlich wirklich keine Volksverhetzung. Aber unnötig provokativ schon, das sehe ich auch so.

      • Es wurde gerichtlich letztlich nicht entschieden, ob es volksverhetzend war. Erstinstanzlich wurde er ja verurteilt mit einer mehr als deutlichen Aussage der Richterin, zweitinstanzlich freigesprochen mit 2 völlig widersprüchlichen Gutachten und einem wirklich merkwürdigen Verfahren, die nächste Instanz kassierte den Freispruch wieder ein.

        Die Einstellung gegen eine Geldbuße (zivilrechtlich würde man das dann wohl als Schuldeingeständnis werten, nur wurde er ja nicht anschließend zivilrechtlich verklagt sondern nur noch kirchenrechtlich bestraft) gibt letztlich darüber keine abschließende Auskunft.

        Unbestritten bewegte er sich aber sicher im Grenzbereich.

    • Alle sind eingeladen umzukehren – auch Olaf Latzel

      Was der liebe Seltsam schreibt halte ich für vollständig richtig und möchte hier diese Argumente nicht vollständig wiederholen. Vorallem weil Gott „Die LIEBE“ ist, was eindeutig auch auf den Luftballon`s stand, die kürzlich anlässlich einer freikirchlichen Veranstaltung im Freien verteilt wurden. Dies versteht jedes Kind. Und jedes Kind darf sogar Theologieprofessoren korrigieren, wenn das Kind Jesus nur richtig versteht. Also niemand hier sollte Hass, Hetze und Intoleranz praktizieren. Wer Liebe so lebt, kann sachlich mit Menschen reden, auch wenn sich Meinungsverschiedenheiten als riesenhafte Abgründe auftun. Wie der Apostel in Griechenland die dortigen Götter nicht als Schmutz und Abschaum hassvoll titulierte, sondern vom „UNBEKANNTEN GOTT“ als die optimalste Alternative sprach. Dies ist gültig für jegliche unmenschliche Ideologie und deren Gegenideologie. Heute lese man bitte dazu den 1. Korinther, Kapitel 13. In diesem Kapitel jenes Briefes an die Griechen rühmte der Apostel Paulus die schon damals in der Urgemeinde praktizierte Liebe (Agape), obwohl die Menschen zu jener Zeit persönlich Jesus jedenfalls nicht mehr begegnet sind. Aber diese Jesuserfahrungen wurden für Menschen so prägend, dass sie in allerbester Erinnerungskultur ethisch weitergegeben wurden. Jesus war einfach nur empathisch, liebevoll, direkt und soziales Verhalten wurde Praxis menschlicher Zuwendung. Mehr Empathie würde ich aber auch Herrn Latzel sehr wünschen und daß er wie sein Bruder als Kirchenpräsident predigte. Aber dies ist unrealistisch. Ich glaube allerdings an Wunder und daß sich Menschen ändern. Ich würde dies Herrn Latzel und seinen treuen Anhängern von Herzen wünschen. Die bösen Engel sind nicht jene die gendern, den Karneval der Kulturen veranstalten und die Fahne für Vielfalt aufhängen. Gerade weil es so viele Kirchen gibt, liebt Gott lebendige Vielfältigkeit.

      Zur Homosexualität nur ganz kurz: In der Urchristenheit und in den davor liegenden tausend Jahren unter Abraham und Moses als Urväter, dachte man bei einer abweichenden sexuellen Orientierung (damals zurecht) lediglich an Orgien und Gruppierungen, die wir heute eher als Psychosekten beschreiben würden. Niemand dachte da an Zärtlichkeit, Nähe, Treue und stabile oder unstabile Formen von Partnerschaft wie bei heutigen Ehen.
      Das Absurde an falscher Religion, unrichtiger Lehre, ist auch ihre immanente Unmenschlichkeit. Damals war dies vielleicht die ritualisierte Gewalt.
      Sexuelle Fragen werden im Neuen Testament nach meiner Wahrnehmung kaum thematisiert, also zumindest nie konkret. (Im Altertum war unter den Israeliten jede Nacktheit völliges Tabu). Aber was die Zeit Jesus ebenso auszeichnete, war die positive jüdische Sichtweise, daß nach Jesu Wort und Tat, die Gottesliebe, Nächstenliebe und auch unsere Eigenliebe sehr grundlegend waren. Was immer schon jüdischen Glaube sehr prägte.

      Zudem glaubten jüdische Menschen, damals also die Israeliten, daß Gott stets der Schöpfer der Welt und auch aller Menschen ist: Also auch als Vater und die Mutter desjenigen, der damals (wie aus unserem Gleichnis als Verlorene Sohn) wieder heimkehren darf. Das eigensinnige Schaf ohne Hirte, welches so unter die Räder kommt (wobei es nie nach Hilfe rief) wird ungefragt heimgetragen in voraussetzungsloser Liebe. Wenn nunmehr Gott Vater aller Menschen ist, der Herrscher über ein fast unendliche Universum und dazu noch Liebe pur: Dann wird er keinerlei schlechte Laune produzieren, nie Kriege anleiten und kein Feuer vom Himmel werfen. Wir glauben daher als Christinnen und Christen weltweit grundsätzlich, daß die Bibel an Jesus und seinen Worten ausgelegt wird. Jeder sollte nach Jesu Meinung den Balken zuerst aus eigenem Augen ziehen. Dann aber machte Gott spätestens am Kreuz sehr deutlich, daß er nie mit Gewalt und Brutalität herrscht, nicht tabula rasa macht und dazu den „Sauladen“ auskehrt, sondern barmherzig und sanftmütig ist. So ist der wiederkommende Christus sanftmütiger Friedefürst. Aber heute bleibt““LEIDER““ Olaf Latzel vom falschen Gottesbild überzeugt (trotz seinem Theologiestudiums). Da Jesus auch für Olaf Latzel, für mich, für die ganze Menschheit und jegliche Kreatur starb, bleibt hier Gott allergrößte Hoffnung. Gott liebt dieHomosexuellen, denn er hat sie so erschaffen, wie sie auch leben dürfen. Noch etwas zu Herrn Mucke: Latzel`s gesprochene Worte sind eine „völlige Entgleisung“. Es hilft ihm nicht und ansonsten niemand, dies tolerant zu relativieren. Wir alle bei Kleinigkeiten und oder allergrößten Sünde, sind täglich vom Himmel eingeladen, auf den unguten Weg umzukehren.
      Das eigene Gewissen ist bei uns Evangelischen, auch bei unseren Katholischen Geschwistern, dazu die allerhöchste irdische Instanz. Es mahnt uns.

  3. Angepasste Prediger sind zwar angenehm, aber nicht wahrhaftig ggü. den „unangenehmen“ biblischen Wahrheiten . BRÜDER wie Olaf Latzel sind selten. Die meisten CHRISTen, wenn Sie wirklich wiedergeboren (nach Joh.3.) sind, meinen GOTTesdienst und wöchentlicher Bibelstunden-Besuch reichten ein gesegneter CHRIST zu sein … Nein, das sind wir nur, wenn wir im Alltag wohltuend von Nicht-CHRISTen unterscheidbar sind. Weniger durch Worte als durch unsre Haltung ggü. unsrem Nächsten und praktisches Tun für unser Umfeld … Jeder der klare Worte mag, der mag auch unsren BRUDER Olaf … Sicher könnte er sich besser ausdrücken, aber dann wäre er nicht mehr authentisch … Entscheident ist immer, ob man seinen Nächsten verstehen will …

    • Er hätte ja einfach „Homosexualität ist Sünde“ sagen können ohne von Dreck und Degeneration zu reden. Dan wäre er gleichzeitig höflich und authentisch gewesen.

      • Eben das sehe ich auch als den Unterschied zwischen einer legitimen theologischen Ansicht und einem Hassaufruf.

        Und da ich Latzel für intelligent halte, gehe ich davon aus, dass ihm das auch bewusst ist.

    • Ich denke, Latzel ist ein Vertreter des heutigen evangelikalen Mainstream, der aus den USA rüber schwappt: rechts, aggressiv, menschenverachtend.

      Vielleicht bringt er die vielen gemäßigten Christen ja zum Nachdenken, welchen Weg ihre Kirche einschlagen könnte.

      • Homosexualität ist keine Sünde

        Antwort an Chey: Über das Thema dass Homosexualität keine Sünde ist, muss sicherlich ein Dialog in der Kath. Kirchen stattfinden. Aber ich bin sehr skeptisch, daß dann die notwendige Kommunikation über Sexualität schlechthin überhaupt stattfinden würde und sie dies überhaupt will. Mir ist hier aber sehr (fast exemplarisch) nach einem Fernsehbericht bewusst geworden, wie manchmal Mutter Natur aus einem geplanten Mädchen dann doch ein Junge werden lässt. Denn die Hoden wachsen bei Babys im Mutterleib zunächst nach innen und sind erst außen, wenn das Kind auf die Welt kommt. Im vorliegenden Fall lag eine Hormonstörung vor und da zwei Grundmodelle bestehen, wurde aus dem Mädchen – nur in der Außenansicht – ein perfektes Mädchen. Aber im Körper gibt es keine Gebärmutter, aber die Hoden. Dass Menschen manchmal nur im falschen Körper sind, daß selten überhaupt keine Geschlechsmerkmale bestehen und hier sogar Männer mit Gebärmutter (mit zwei unterschiedlichen Geschlechtsmerkmalen), oder anderen Kombination, sehr lebendig bleiben, macht auch diesen Umstand nicht zu einer Frage der Theologie, sondern der Medizin. Dies haben Menschen der Antike sowie auch des Mittelalters niemals gewusst. Genauso wie wir Menschen mit Handikap akzeptieren müssen, so sollten auch alle Menschen mit anderer geschlechtlichen Orientierung ebenfalls so leben dürfen. Ich hielte es unter den heutigen Voraussetzungen für eine eklatante Verletzung der Menschenwürde, wenn wir diesen Menschen dann auch noch einreden, sie seien (ganz schlimme) Sünder. Evangelische Pfarrer die in seltenen Fällen Katholische Pfarrer werden, müssen – wenn dies nicht geändert wurde und sie verheiratet sind – sich sogar für eine Josefsehe entscheiden und dies ebenfalls notariell geglaubigen lassen. Schlimmer ist , wenn wir allen Homosexuellen ihre Sexualität moralisch verbieten. Welcher Gott würde, wenn er wie ich glaube, pure herzliche Liebe ist, solches für richtig halten? Denn jeder Mensch ist von Gott gewollt, ebenso wie er auf die Welt kommt und ihn unsere Natur programmierte. Es kann ja, aus welchen Gründen auch immer, jede/r für sich sein Zölibat selbst verordnen, wissend daß es auch bei kirchens bisher kaum funktionierte. Aber es vorauszusetzen und mit dem Entzug des Heils durch den Himmel zu drohen, ist schlicht unmenschlich (und ich bin geneigt zu sagen,“sehr dumm“ )
        Manche dieser Mitmenschen müssen entweder Badeordnungen der Schwimmbäder uminterpretieren und sich nicht nackt unter die Dusche stellen, damit sie anständige Menschen als äußerliche Frauen nicht als männliche Wesen wahrnehmen. Oder dieses Angebot des gemeinschaftlichen Badens einfach übergehen: (Un-)schöne Welt. Aber dies schreibe ich insbesondere auch für JohannN.

  4. Interessant, dass die Aussagen Latzels in einem Gutachten mit der Bibel abgeglichen wurden. Ich vermute, da geht es letztlich um die Religionsfreiheit, die ja „Gott sei Dank“ im Grundgesetz garantiert ist.
    Wie auch immer, ich finde Latzel hat eine Grenze überschritten, der Mann scheint irgendwie auf Krawall gebürstet zu sein, als Kommunikationstalent würde ich ihn jetzt nicht gerade bezeichnen ! Diesem Hype der Homosexualität, bzw. LGBTQ Bewegung darf man allerdings schon entgegentreten im kirchlichen Umfeld halte ich es für geboten ! „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen“ so berief sich Jesus auf die Schöpfungsordnung Gottes. Das sind Fundamente des Menschseins, die man sich vom Zeitgeist nicht untergraben lassen sollte.

    • Warum sind Sie gegen LGBTQ ?

      Lieber Stammtischbruder: Es gibt keine Schöpfungsordnung, die verordnet, daß jeder Mensch biologisch (und seelisch) als Mann oder als Frau geboren wird. Sonst müsste sich Gott entweder geirrt haben, oder – was naheliegend ist – man dies im Altertum und Mittelalter nicht wissen konnte.
      Lesen Sie bitte meinen obigen Kommentar. Aber wenn sie schon gegen LGBTQ sind, dann sollten Sie auch mal verlauten, warum sie dagegen sind? Das wäre ganz spannend zu wissen. Im übrigen ist es nicht verboten an alles zu glauben, was bewiesenermaßen so nicht ist. Dann empfiehlt sich aber, es als Meinung zu sagen und nicht als Wahrheit.

      • Lieber Bernd Hehner, sie können manchmal richtig lustig sein. Natürlich gebe ich hier meine Meinung kund, „im Glauben“ es könnte der Wahrheit entsprechen. Ich denke so funktioniert eine „Kommentarseite“, auch sie vertreten ja ziemlich klare Positionen “ es gibt keine Schöpfungsordnung“. (was ich für falsch halte) Und ihre angeblichen „Beweise“ sind auch eher Glaubenssätze.
        Ihre Argumentationsweise ist seltsam, einerseits berufen sie sich ständig auf Gott, einschlägige Textstellen aus der Bibel ignorieren sie aber konsequent, weil sie offensichtlich nicht in ihr selbstgebastetes Welt/Gottesbild passen. Wie können sie ruhig schlafen bei soviel Widersprüchen? Haben wir andere Offenbarungsquellen außer der Schrift?Wenn Jesus göttlicher Natur war, was eigentlich Konsens in der Christenheit ist, war er eigentlich intelektuell limitiert?
        Die Argumente in Bezug auf die Homosexullen/LGBTQ Bewegung sind doch bekannt und Befürworter und Kritiker haben sich ausreichend „ausgetauscht“ da kann ich auch nichts neues dazu beitragen! So belassen wir es einfach dabei, am jüngsten Tag wissen wir mehr !

        • „….einschlägige Textstellen aus der Bibel ignorieren sie aber konsequent, weil sie offensichtlich nicht in ihr selbstgebastetes Welt/Gottesbild passen…“
          Kurz mal dazu, weil es grad so gut passt: Es sind eben keine eindeutigen Stellen, da basteln sich Fundamentalisten nur aus einzelnen Sätzen etwas zusammen, was nicht biblische Wirklichkeit ist. – Wie Hr. Hehner und viele andere berufe ich mich auch und gerade auf die Bibel, auch wenn genau das Sie so verärgert, wie Sie sinngemäß in einem früheren Posting geschrieben haben. Ich denke auch, es bringt wenig, noch mal alles aufzuzählen, studierte Fundamentalisten haben aufwendig versucht, so zu tun, als wenn die besagten einzelnen Sätze aus AT und NT die heutige Form homosexueller Partnerschaft meinen würden. Aber da werden Äpfel mit Birnen verglichen, immer nur aus dem ideologischen Denken heraus, das versucht, die biblische Tiefe in die eigene fundamentalistischen Enge zu pressen.

          • Hier ein paar dieser „einzelnen Sätze, mit denen sich die Fundamentalisten etwas zusammenbasteln“.
            Altes Testament (Einheitsübersetzung): „Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel – Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen“ (beide Textstellen aus 3 Mose) Diese Textstellen stehen im Kontext mit anderen Geboten/Verboten wie zB. Inzest und Sodomie
            Neues Testament: „Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer treiben mit Männern Unzucht“ (Paulus imBrief an die Römer). Und nochmal Jesus zu Mann und Frau „„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen“
            Paulus spricht vom „natürlichen Verkehr“, also dem zwischen den Geschlechtern und dem „widernatürlichen“ dem gleichgeschlechtlichen Verkehr. Zum Stichwort „Unzucht“ gibt es unzählige Bibelstellen!
            Das ist eine „pauschale“ Bewertung sexuellen Fehlverhaltens des Apostels, unabhägig von sozialen oder pschologischen Gegebenheiten.
            Christen aller Prägungen haben über viele Jahrhunderte an diesen moralischen Vorgaben nicht gerüttelt, seit der „68er Kulturrevolution“, dem Aufkommen des Feminismus und jetzt der LGBTQ- Bewegung fallen die Grenzen.
            Das hat eine endzeitliche Dimension, Paulus beschreibt die „Zuchtlosigkeit “ im 2ten Brief an Timotheus und es erinnert an die warnenden Worte des Propheten Jesaja „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen“.
            Wie kann man ohne sein Gewissen zu belasten das alles ignorieren und einer Erzählung huldigen die alles auf den Kopf stellt? Wer reißt hier Textstellen aus dem Zusammenhang? Was ist hier „biblische Wirklichkeit“ ?
            Wo ist hier fundamentalistische Enge? Und was ist das dann für eine „Weite“, die ihr für euch beansprucht?
            Tut mir nicht leid, aber es gibt für mich keinen Zweifel, weder am Sachverhalt noch am biblischen Befund, ich bleibe bei meiner Meinung und schließe mich somit etwas gequält Olaf Latzel an !

        • Ich bin stolz auf meine Ev. Kirche wegen der Gottesdienste für Transmenschen

          Lieber Seltsam: Ich ignoriere nicht einschlägige Textstellen, wobei es die einschlägigen Textstellen nicht einfach neben anderen Textstellen gibt: Man muss stets auch die gesamte Bibel auslegen und zwar an Jesus Christus, also an seinen Worten und dann seinem Werk. Dies ist auch keine Ansicht etwa von modernen Theologen, sondern wurde bereits von Martin Luther grundgelegt. Heute eint diese Auffassung überwiegend auch evangelische und katholische Christinnen und Christen. Ausserdem ist jede Textauslegung das tägliche Handwerk der Theologie und aller Pfarrer/innen, wenn sie eine Predigt vorbereiten. Sonst dürften wir die Bibelstellen auch nur nacherzählen. Dann würde die Erzählung von Adam und Eva bis zum Turmbau zu Babel, (bis dorthin geht hier unsere Schöpfungsgeschichte), sehr schnell zu einem Kindermärchen. In jedem langen Textdokument und damit auch in der Bibel, gilt es den roten Faden zu finden, den Zusammenhang. Sonst finden sie eine Bibel vor mit ganz vielen Einzelversen, die sich immens widersprechen und den Glaubenserklärern quasi dazu zwingen, absurde Erklärungen aus dem Hut zu zaubern.

          Es grenzt schon an (wenn auch absurde) Bösartigkeit, ich vertrete ein selbstgebasteltes Welt- und Gottesbild. Bravo Schreiber !!
          Gleiches gilt als Antwort an den Stammtischbruder. Ich habe sicherlich nicht von Beweisen gesprochen, denn die Bibel besteht – außer auch aus verschiedenen Literaturarten – vorallem aus überlieferter Glaubenserfahrung und Gottesbegegnungen aus drei Jahrtausenden. Es gibt auch keine LGBTO-Bewegung, sondern einfach nur (durchaus sehr kundiger) Fachverstand hier aus der Theologie, der gut belegen konnte, daß in der Antike die gleichgeschlechtliche Liebe als Sünde angesehen wurde, weil es da nur diesbezügliche Sekten gab, die gerne Orgien veranstalteten. Medizinisch und biologisch gab es nie NUR Mann und Frau, was die Schöpfungsgeschichte als quasi ein Glaubensbekenntnis und Schöpfungshymnus nicht wissen und wiedergeben konnte. Auch heute gibt es seelisch und vorallem konkret körperlich betroffene Menschen, die eher sehr selten keine Geschelchtsmerkmale, doch öfters gleichzeitig männliche UND weibliche Geschlchtsmerkmale besitzen. Es ist sehr unmenschlich, sich der Probleme dieser Menschen, die sie in unserer Gesellschaft immer hatten, überhaupt nicht anzunehmen und zu suggerieren, bei dieser hier genannten LGBTO-Bewegung handele es sich um eine fünfte Kolonne des Atheismus. Fragen sie einmal einen Menschen, der wirklich Transgender ist, warum er noch nie in einem Schwimmbad war und sich dort nicht vorschriftsmäßig nackt unter die Dusche stellen konnte. Oder wie sich Menschen vorkamen, die noch vor Jahrzehnten fast glauben mussten, auch nur vom Teufel erschaffen worden zu sein. Oder die als schmuddelige Aussenseiter der Gesellschaft wie eine sich selbst erfüllende Propezeiung so wurden. Es geht da nicht ums gendern, sondern um Menschlichkeit und die Biologie nicht mit der Theologie zu vermengen. Diese Haltung, nicht unbedingt von Ihnen, ist geradezu bösartig und leider ist sie sehr oft dumm. Was noch schlimmer ist, „eine absolute Lieblosigkeit“! Ich bin als sogenannter Normalo bin stolz auf meine Ev. Kirche, die für solche Menschen Gottesdienste als Zielgruppe veranstaltet, weil Gott jeden Menschen so geschaffen und gewollt hatte, wie er auch auf die Welt gekommen ist. Das ist das mindeste was man tun könnte. Im übrigen wurde schon seit Jahrzehnten gegendert und niemand hatte es nur bemerkt.
          Es ist geradezu eine Selbstverständlichkeit, daß Menschen erforderlichenfalls geholfen wird, ihre eigene Sexualität in ihr Leben zu integrieren. Allerdings muss ich mich fragen, welches Gottesbild hinter unmenscher moraliner Wächtermentalität steckt. Wenn wir uns Jesus modern denken, daß er hier auf Stippvisite ist, kann ich mir in dieser Haltung überhaupt niemals vorstellen. Er hat mit den angeblichen Sündern und bösen Zöllnern sogar gegessen und getrunken. Er wurde einfach als unakzeptabel gesehen. Fakten – lieber Seltsam – bleiben Fakten und Theologen sind keine Erfinder von alternativen Wahrheiten, daß es Pornografie und sexuelle Gewalt auch schon in antiken Geheimbünden gab, die wir heute gegebenenfalls als Psychosekten und Befürworter von Sexualität als Gewalt ansehen. Daß hieraus auch eine Art Fragezeichen hinter jeder Sexualität gemacht wird, hat mit Vorurteil zu tun, das sich über viele Jahrhunderte nährte. Der Himmel schuf uns ganzheitlich und nicht als rationale gefühllose Bio-Maschine.

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