Welche Auswirkungen hat der katholische Reformprozess „Synodaler Weg“? Ein Kirchenrechtler warnt vor Illusionen – und stellt zentrale „Errungenschaften“ infrage.
Der Synodale Weg ist ein Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam über Macht, Sexualmoral, priesterliche Lebensform und die Rolle der Frauen beraten. Aber was kann er bewirken? Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Neumann hält den Synodalen Weg für überschätzt – zumindest, was seine rechtliche Wirkung angeht. In einem Fachbeitrag für die „Zeitschrift für Kanonisches Recht“ widerspricht der Theologe der Auffassung, die Beschlüsse des Synodalen Wegs könnten in der Katholischen Kirche kirchenrechtlich verbindlich wirken. Für ihn zeige die aktuelle Debatte: Manche Synodale haben Schwierigkeiten mit der rechtlichen Gestalt der Kirche.
Neumann macht deutlich: Ohne Norm oder Lehramt gibt es keine Verbindlichkeit. Genau das fehle dem Synodalen Weg. „Er bewegt sich im rechtsfreien Raum“, schreibt er – und kritisiert, dass aus moralischen oder pastoralen Haltungen rechtliche Verpflichtungen abgeleitet werden. Selbstbindung von Amtsträgern bezeichnet er als „unterkomplex“, weil sie Pflichten relativieren würde, die Bischöfen kirchenrechtlich eindeutig zugewiesen sind.
„Errungenschaften“ im Faktencheck
Auch die gefeierten „Errungenschaften“ sieht er kritisch. Der Perspektivwechsel im Umgang mit Betroffenen sei nicht dem Synodalen Weg, sondern engagierten Gruppen vor Ort zu verdanken. Segnungstexte widersprächen römischen Vorgaben, und das neue Arbeitsrecht sei eher dem Druck von EuGH, BAG und „Out in Church“ geschuldet als synodalen Beschlüssen. Wo Rechenschaftspflicht oder Beteiligung versprochen werde, fehlten oft rechtliche Grundlagen.
Neumann fordert Reformen, die auf stabilem Boden stehen: klare Rechenschaftsstrukturen, echte Partizipation der Gremien, verbindliche diözesane Gesetzgebungsverfahren und Transparenz auf allen Ebenen. Sein Appell an die Verantwortlichen ist unmissverständlich: „Seid transparent!“ Nur so könne Vertrauen wachsen – und echte Veränderung entstehen.
Den kompletten Beitrag von Thomas Neumann können Sie im Blog der Zeitschrift für Kanonisches Recht lesen.

Kirchlich geht es um Liebe nicht um Macht
Es wäre noch anzufügen, dass wohl am schwierigsten zu ändern, wird immer das Kirchenrecht sein. Das katholische Problem ist jedoch, dass dieses Recht auch die Verbindlichkeit des Rechtes beinhaltet, also dass zumindest in Grundfragen des Glaubens der Papst nach einer nur wenig alten Absolutheit leider recht behält. Dies konkurriert aber deutlich, dass sogar das eigene Gewissen nach übereinstimmender katholischen Lehre im Zweifel höher steht als jedwede päpstliche kirchliche Autorität. Für jede 2000 Jahre alte Glaubensinstitution muss es schwierig sein, sich auf demokratische Spielregeln einzulassen, eigentlich für jeden selbstverständlich. Jesus ist als Menschensohn wirkte empathisch und auf Augenhöhe seinen Jüngern begegnet und das berühmte BASTA hat man von ihm nie gehört. Wir sollen immer zuerst unseren Balken aus dem eigenen Auge ziehen und jeden Maßstab zuerst an der eigenen Person anlegen und dann erst notfalls am Mitmenschen. Diese Regel ist nicht hiesige rotgrüne Erfindung, sondern die Ethik Jesu, aus der Nächsten- und Gottesliebe sich unmittelbar ergibt. Gott geht nicht so mit uns um, wie falsch justierte Machtpolitik mit uns. Eine Kirche, die nicht bereitwillig geschwisterlich und bemüht auf Augenhöhe daher kommt, hat das Liebesgebot hier völlig außen vor gelassen. Gott war zwar nicht demokratisch, aber er hat auf Gewalt absolut verzichtet und sich an ein Kreuz schlagen lassen, aus Liebe. Wer heute liebt, ist auch bereit zum Dialog und ebenso erforderlichenfalls auf den Kompromiss. Wer dies nicht vermag, ändert nichts zum Guten.
Sorry: Wenn aus den Füßen die Grüße werden, dann war es der Geist von Sigmund Freud. Aber Grüße sind ja etwas sehr menschliches.
Die katholische Kirche wird sich reformieren
Da bin ich entgegen dem lieben EinFragender auch als evangelischer Christ dezidiert anderer Meinung. Immerhin ist jetzt auch katholisch eine Segnung von Menschen erlaubt, die homosexuell sind, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, denn sie sind so von Gott erschaffen und dann auch gewollt Zwar steht von Demokratie nichts in der Bibel, aber die Herrschaft des Volkes durch die Gewählten auf Zeit hat die absolute Macht und Gewalt von Tyrannen über Menschen sehr infrage gestellt. Wenn Gott sich nicht an demokratische Abstimmungen hält – wie so schön kritisiert wird – dann dürfte man nie einen katholischen Papst wählen und Luther dürfte nicht überzeugt gewesen sein, dass Gott die menschliche Obrigkeit für notwendig hält. Aber es versteht sich von selbst dass Gott nichts von Obrigkeit hält, die lieblos mit Menschen umgeht und wenn aus dem Recht der Gesetze die Gesetzlosigkeit des Rechtes wird. Der Synodalen Weg war ein Anfang, auf Augenhöhe miteinander umzugehen. Hierarchien sah bereits auch die Urgemeinde kritisch, denn Jesus wusch seinen Jüngern die Füße, eigentlich ein Amt für Diener. Die Frauenrechte auch auf Ämter in der Katholischen Kirche werden kommen, auch wenn ich es nicht mehr erlebe. Vielleicht auch einmal eine Päpstin. Christliche Macht ist jene der Liebe und sie ist keine Gewalt. Aber eine 2000jährige Geschichte der Kirche, die auf Tradition setzt, kann nicht in wenigen Jahrzehnten vom Kopf auf die Grüße gestellt werden. Wie sagte der verstorbene Papst: Wir sollten uns nur nach unten beugen, nur um jemanden aufzuhelfen, wie Jesus.
Die Jesuiten haben bereits in den 1970er Jahren regelrecht prophezeit, dass unser Christsein aus vielen ökumenischen Gruppen besteht, die ihren Glauben exemplarisch leben. Es wird auch fern von Kirchensteuer die 5 Kolonne Gottes nicht untergehen, auch nicht durch unsere eigene Hölle.
Der „Synodale Weg“ ist KEIN Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland! Es geht nicht um Reform, sondern um politische Einflussnahme und um nichts anderes. Es geht nicht um Glaubensreformen wie Luther sie einmal zum Beispiel gefordert hat.
Es hat auch nichts mit der Beteiligung der Laien zu tun. Die „Laien“ die daran teilgenommen haben, sind keine Laienvertretung, da ihnen jegliche demokratische Legitimierung fehlt. Laien waren beim Synodalen Weg nicht erwünscht, man sah das ganz deutlich wie mit den 3500 Eingaben umgegangen wurde, die von Laien zum Beginn gestellt wurden. Sie wurden teilweise statistisch erfasst und das war alles. Es gab keine Rückmeldung an die Laien. Mit Reformen hat dieser „Synodale Weg“ nichts zu tun und auch nichts mit Demokratisierung.
Wobei ich bei „Demokratisierung“ vorsichtig bin. Ich denke nicht das Gott sich an Demokratische Abstimmungen hält, deshalb erübrigt sich das. Wer anderer Meinung ist, kann mir bitte ein Beispiel bringen wo Gott sich einer demokratischen Entscheidung gebeugt hat.
Der „Synodale Weg“ ist eine Totgeburt und das schlimme daran ist, dass die Bischöfe bei dem Spiel kritiklos mitgemacht haben und mitmachen. Denn letztendlich wird sich zeigen dass viel diskutiert wurde für nichts und geweckte Erwartungen werden nicht erfüllt.