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Benny Hinn: Prediger distanziert sich vom Wohlstandsevangelium

Der US-amerikanische Fernsehprediger Benny Hinn hat am Montag auf Facebook bekanntgegeben, nicht länger an dem Wohlstandsevangelium festhalten zu wollen. Zuvor hatte sein Neffe ihn der systematischen Ausbeutung bezichtigt.

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Von Ann-Sophie Bartolomäus

Benny Hinn ist einer der bekanntesten Vertreter des „prosperity gospel“ oder auch Wohlstandsevangeliums. Irdischer Reichtum, beruflicher Erfolg und Gesundheit werden demnach als Beweis für Gottes Gunst angesehen. Vertreter dieser Auslegung behaupten außerdem, Wohlstand sei vorbestimmt oder im Gegenzug für Gebet und religiöse Leistungen, das heißt für hohe Spenden, erhältlich.

Jetzt nimmt der millionenschwere Prediger jedoch Abstand von seiner eigenen Lehre: „Ich korrigiere meine eigene Theologie und ihr sollt das alle wissen, weil ich die Bibel nicht mehr mit denselben Augen sehe wie vor 20 Jahren“, sagt Hinn am Montag in der auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Predigt. Er werde nie mehr jemanden bitten „Spende 1.000 Dollar, oder einen beliebigen Beitrag“, das sei eine Beleidigung des Heiligen Geistes. Weder das Evangelium noch Gottes Segen, Wunder oder Wohlstand seien käuflich. Er habe genug davon und es sei ihm nicht mehr wichtig, was andere über ihn denken.

„Es war, als wäre ich mit König Salomo unterwegs.“

Neffe deckt Benny Hinns Lebensstil auf

Das öffentliche Eingeständnis kommt, nachdem zwei Monate zuvor sein Neffe Costi Hinn den luxuriösen Lebensstil seines Onkels auf Kosten „armer Länder“ aufgedeckt hatte. Dieser begleitete Benny Hinn zwei Jahre lang auf seinen Reisen als sein persönlicher Assistent und wirkte bei Heilungsgottesdiensten mit. „Es war, als wäre ich mit König Salomo unterwegs“, schreibt er nach Angaben von jesus.ch in seinem jüngst veröffentlichen Buch „God, Greed, and the (Prosperity) Gospel: How Truth Overwhelms a Life Built on Lies“ („Gott, Gier und das [Wohlstands-]Evangelium: Wie die Wahrheit ein auf Lügen aufgebautes Leben überwältigt“).

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Seine Familie gehöre zu den Menschen, „die viel Geld haben und wissen, wie man verschwenderische Neuheiten in Normalität verwandelt.“ Costi Hinn berichtet von zahlreichen Flügen im Privatjet mit jährlichen Betriebskosten von 36 Millionen Dollar, Übernachtungen in Luxushotels, Sportwagen und Designerklamotten. Dieser Lebensstil werde von verzweifelten, armen Menschen finanziert, die hofften durch ihre Gaben irgendwann ein ähnliches Leben führen zu können.

Zweifel nach dem Tod von Billy Graham

Hinn selbst erklärt in seiner Predigt, er sei bisher nicht bereit gewesen, seine Erkenntnis mit der Öffentlichkeit zu teilen, da er sein näheres Umfeld, „das glaubt, was ich nicht länger glaube“, schützen wollte. Schon 2018 reflektierte der Prediger seine Lehre, anlässlich des Todes von Billy Graham. In einem Facebook Live Broadcast gab er zu, mit dem Evangelium manchmal zu weit gegangen zu sein. Das sei nicht Gottes Wort, er sei da genauso schuldig wie andere. Das solle sich jetzt ändern. Spenden sei zu einem „Gimmick“ geworden, das mache ihn krank. Wer nicht aus Liebe zu Jesus spende, der solle es gleich bleiben lassen.

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