Schauspieler Samuel Koch, seit einem Unfall bei „Wetten, dass..?“ vom Hals abwärts gelähmt, spricht über seine frühere Todesangst, ein Gebet mit 13 – und warum er Abhängigkeit heute als Privileg empfindet.
Der von den Schultern abwärts gelähmte Schauspieler und bekennende Christ Samuel Koch betrachtet es nach eigenen Worten als Privileg, täglich seine Abhängigkeit vor Augen geführt zu bekommen. «Das dankbare Annehmen von Abhängigkeit gibt mir ein Gefühl von Freiheit», sagte der 37-Jährige dem evangelischen Monatsmagazin chrismon (Oktober-Ausgabe). Jeder sei unfrei und abhängig, sagte Koch, und nannte beispielhaft die Abhängigkeiten von Müllabfuhr, Öllieferungen, Putzkräften und der eigenen DNA.
Der Schauspieler berichtete, dass er als Kind große Angst vor dem Tod, vor dem Leben danach gehabt habe. Im Kindergottesdienst sei ihm gesagt worden, er komme in den Himmel, aber er habe eine grauenhafte Vorstellung davon gehabt. Dass es «ewig» weitergehe, sei für ihn eine unerträgliche Vorstellung gewesen.
Mit 13 habe er gebetet: «Lieber Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann nimm mir bitte meine Angst vor dem Tod.» Ab diesem Gebet habe er keine Angst und nie wieder Alpträume gehabt.
Koch war als Wettkandidat 2010 in der ZDF-Fernsehshow «Wetten, dass ..?» schwer gestürzt. Er erlitt einen vierfachen Genickbruch und ist ab dem dritten Halswirbel gelähmt.

Der von den Schultern abwärts gelähmte Schauspieler und bekennende Christ Samuel Koch betrachtet es nach eigenen Worten als ein Privileg, täglich seine Abhängigkeit vor Augen geführt zu bekommen. «Das dankbare Annehmen von Abhängigkeit gibt mir ein Gefühl von Freiheit», sagte der 37-Jährige dem evangelischen Monatsmagazin chrismon (Oktober-Ausgabe). Jeder sei unfrei und abhängig, sagte Koch, und nannte auch die Abhängigkeiten von Müllabfuhr, Öllieferungen, Putzkräften und der eigenen DNA“!
Ich glaube definitiv nicht daran, daß Gott uns Menschen in Abhängigkeiten bringt und wenn wir dies annehmen, eine Art von Freiheit bekommen.
Auch meine öfters auch empfundene Abhängigkeit nicht von der Müllabfuhr, sondern schlechter Politik, betrachte ich dann auch nicht als Privileg.
Diese Selbsteinschätzung eines Lebensgefühles von Samuel Koch glaube ich ihm, aber sie ist mir leider nicht wirklich positiv nachvollziehbar und kollidiert mit meiner Gottes- und Glaubenserfahrung. Gott und der Heilige Geist schenken mir keine Freiheit von Einschränkungen unserer leider (noch) unheilen/unerlösten Welt, zu dessen Erlösung Jesus gekommen, am Kreuz gestorben und auferstanden ist. Wenngleich dann die Erlösung wie der Weg der Israeliten ins Gelobte Land auf der Zeitschiene abläuft. Die Zeit der Leiden geht zuende, wenn Gottes neue Welt wirklich kommt.
Auch kann ich im allerschlimmsten Falle nie tiefer fallen als in Gottes Hand, egal ob die Erde morgen in einem schwarzen Loch versinkt, Herr Putin seine Atomraketen losschickt, oder ich nur im Treppenhaus über meine Füße falle und mir das Genick breche. Diese Erkenntnis eines (sehr hohen) Vertrauens in Gott ist so ähnlich wie damals das Antrainieren von Vertrauen, als wir uns, jeder einzeln, mit verbundenen Augen auf einen hohen Bock stellen durften, um uns so vertrauensvoll dort nach unten fallen zu lassen, weil wir dort aufgefangen wurden. Es gibt also durchaus bisweilen auch ein menschliches Unvermögen, allerdings so viel Vertrauen nicht aufzubringen, Angst zu haben, sich Gott nicht in die Arme zu werfen, oder vor dem Tod keine Angst zu haben. Ich glaube auch an die grundsätzlich realen Nahtoderfahrungen von Menschen, seien sie nun subjektiv wahr (als Übergangsprogramm im Gehirn), oder objektiv als ein realer Blick über den Gartenzaun des Himmels. Diese Menschen haben niemals mehr Angst vor dem Tod, (höchstens vor dem Sterben).
Unsere Märthyrer und insbesondere jene Menschen, die auch stellvertretend für andere gestorben sind, wie der Priester Kolbe im KZ, haben den großen menschlichen Mut gehabt, dies im Vertrauen darauf zu tun, daß sie nicht ins Nichts fallen. Das Leiden ist etwas, was man durchaus öfters aushalten kann. Aber ob Leiden von Gott kommt und uns verordnet wird, möchte ich stark bezweifeln. Die Leiden der Menschen erzeugen andere Menschen. Wenn Gott mit Leiden bestraft, wieso schickt er dann Jesus wie einen Feuerwehrmann, um die Ursachen des Leidens dauern auch zu löschen? Freiheit kann man auch im Rollstuhl haben, aber nicht weil es schön ist im Rollstuhl zu sitzen und dies perse Freiheit bringt. Man kann und darf hier andere Prioritäten gewinnen. Denn das Leiden ist kein Glück auf einem fragwürdigen (psychologischen) Umweg. Andererseits kann mich ebenso sehr trösten, wenn es mir schlecht geht, oder ich auf der Schattenseit des Lebens stehe, weil ich mich umsomehr auf meine Ewigkeit freuen darf, wo Gott uns nach der Offenbarung des Johannes tröstet. Denn Gott tröstet ja nicht, wenn er uns das Leid schickt, um auszuprobieren was wir hier aushalten, oder nicht, wie ein Auto auf der Teststrecke. Gott ist Liebe, die Freiheit, eine Leichtigkeit des Lebens, nicht weil wir behindert sind, sondern Gott haben. Aber niemand muss Freude daran haben, ein Märtyrer zu sein und Glücksgefühle dann zu haben, vom Leben zum Tod gebracht zu werden. Dies ist nur meine Meinung, aber bin mir nicht sicher, ob solche Zustände psychologisch öfters vorkommen und insoweit sie so erklärbar sind. Dass Gott Feuer vom Himmel wirft, glaube ich nicht. Jesus gefragt, wieso ein Mensch krank sei, wurde von ihm beantwortet, daß wir ihm nach helfen sollen. Ich kenne aber auch in meinem Leben das Gefühl, mich auch in dem kleinen Leid, oder dem melancolischen Gefühl, regelrecht gewälzt zu haben. Es ist hier wie beim Trauern: Wir müssen weinen, um anschließend wieder lachen zu können. Trauern ist gesunden.
Die Lebensleistung von Samuel Koch so gut mit seinem Leben der Behinderung umzugehen, bewundere ich aber ohne Einschränkung auch sehr. Vielleicht war die Interpretation, daß Leid ein Privileg sei, auch eine im Endergebnis in sich widersprüchliche ungeschickte Formulierung ist und gar nicht auf Samuel Koch zurück geht.
Was mich echt erschüttert hat, war seine Aussage, auf die Frage, ob er diese waghalsige Show nochmal machen würde, ja, würde er.
Also nichts aus der Erfahrung gelernt?
Ich denke mir, es gibt Menschen, die sind eben sehr risikofreudig. Andere wiederum suchen sehr die Sicherheit. Ich würde vermuten, dass ist angeboren.
Bei einem aktuellen Artikel über ihn gehört für mich auch dazu, womit er zumindest die letzten beiden Tage in wohl allen größeren Zeitungen vertreten war. Seine Pflege kostet wohl monatlich eine enorme Summe, die er größtenteils selbst tragen muss (die Entschädigung des ZDF hatte übrigens nicht mal für die erste Krankenhauszeit gereicht).
Jetzt hat er zumindest wieder die Chance, besser finanziell versorgt zu werden.
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/samuel-koch-bei-wetten-dass-unfall-von-2010-wird-vor-gericht-neu-verhandelt-a-f8b7b408-cc9f-48d3-8df0-ae520cf3e2c7?sara_ref=re-so-app-sh