Über 64.000 Kilometer zu Fuß: Der Wanderprediger und Evangelist schaffte es mit seiner Weltreise ins Guinnessbuch der Rekorde. Sein Markenzeichen war ein Holzkreuz, das er sogar in der Antarktis mit sich trug.
Von Tim Bergen
Am 25. Dezember 1968 begann die Reise, die erst mit seinem Tod endete: Der Prediger Arthur Blessitt legte bei seiner Wanderung mehr als 64.000 Kilometer zurück.
Blessitt wurde am 27. Oktober 1940 in Greenville, Mississippi, geboren und wuchs in Louisiana auf, wo sein Vater eine große Baumwollfarm bewirtschaftete. Mit sieben Jahren folgte er dem Altarruf in einer Baptistenversammlung und entschied sich für ein Leben mit Jesus. Mit 15 Jahren hielt er seine erste Predigt. Nach dem Besuch einer Bibelschule predigte Blessitt in vielen Orten des Landes.
1967 kam er mit seinem evangelistischen Auftrag nach West Hollywood in Los Angeles. Er wurde dort bekannt als „Minister of Sunset Strip“ (eine Straße in Los Angeles). Blessitt hatte Erfahrung darin, in Bars zu evangelisieren, und so bahnte er sich seinen Weg durch die Clubs am Sunset Strip. Schließlich gründete er einen eigenen, christlichen Nachtclub mit dem Namen „His Place“.
Am Weihnachtstag 1969 begann er eine Reise, die sein ganzes Leben andauern sollte: Er pilgerte mit einem großen Holzkreuz von Los Angeles nach Washington, D.C und predigte in vielen Städten. Über seine Inspiration sagte er, er habe „die Stimme Jesu gehört, die ihn rief, zu jeder Nation zu gehen“. Seine Vorbilder waren die Prediger R. T. Kendall und Charles Spurgeon. Zu Beginn seiner Reise war er 29 Jahre alt.
Er traf Stars, Diktatoren und den Papst
Laut eigenen Angaben durchwanderte er in den folgenden Jahren über 320 weitere Länder, Inselgruppen und Territorien und hielt seine Reise stets fotografisch fest. Blessitt begegnete auf seiner Reise zahlreichen Herausforderungen: Er wurde mehrfach verhaftet (Spanien), erlebte Bürgerkriege (Nigeria) und politische Unruhen. Dennoch blieb er seiner Mission treu. Das Holzkreuz, das Blessitt stets bei sich trug, war für ihn ein sichtbares Zeichen seines Glaubens und seiner Hingabe. In einem Interview erklärte er: „Das Kreuz ist nicht nur ein religiöses Symbol, sondern ein Aufruf zur Hoffnung, zur Liebe und zum Frieden.“
Während seiner Reise traf Blessitt auf zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter US-Präsidenten, Papst Johannes Paul II., Mohmar Ghadaffi in Libyen, den palästinensischen Führer Jassir Arafat und Musiker wie Bob Dylan und Janis Joplin. Diese Begegnungen dokumentierte er in zahlreichen Berichten. Blessitt schrieb über sich selbst: „Ich war nur ein Esel und Pilger, der das Kreuz und Jesus hochhielt.“
Sein Rekord wurde 2013 unter dem Titel „längste Pilgerreise“ im Guinnessbuch der Rekorde festgehalten. Auf seiner Website und in seinem Buch „Das Kreuz – 60.000 Kilometer. 38 Jahre. Eine Mission” hat er seine Erlebnisse und Begegnungen festgehalten. Blessitt starb am 14. Januar 2025 im Alter von 84 Jahren.
Quellen: www.guinnessworldrecords.com, www.christianitytoday.com, blessitt.com, www.nytimes.com, jesus.ch
Blessitt in der Antarktis

Mr Blessitt hat mich tief beeindruckt!
Hallo!
Im Text steht: „…320 weitere Länder…“. Interessante Zählweise, aber wenn man die einzelnen Länder eines Landes mitzählt wie z. B: Münsterland, Sauerland, Siegerland, Saterland usw. kommt man wohl auf so eine Zahl.
Gruß,
Peter
Dort steht „320 weitere Länder, Inselgruppen und Territorien“
Aber gute Allgemeinbildung 😉