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Der Gottesdienstbesuch als „Politikum“: Karfreitag in Österreich

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Ein Aufruf zum Gottesdienstbesuch am Karfreitag klingt banal, ist es in diesem Fall jedoch nicht. Zum Hintergrund: In Österreich war Karfreitag bis vor kurzem noch gesetzlicher Feiertag für Protestanten und Altkatholiken, nicht jedoch für Katholiken. Ende Februar kippte die Regierung diese Regelung, weil der Europäische Gerichtshof eine Änderung angemahnt hatte. Zunächst wurde die Einführung eines halben Feiertags für alle diskutiert, diese Regelung jedoch schließlich zugunsten eines „privaten Feiertags“ verworfen.

Im Klartext: Wer am Karfreitagsmorgen einen Gottesdienst besuchen möchte, der muss einen Urlaubstag dafür nehmen. Und genau dazu hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker nun aufgerufen, um zu zeigen, „wie wichtig“ der Karfreitag für Christen sei. „Das ist ein wichtiges Bekenntnis zu unserem evangelischen Glauben“, schrieb er in einem Offenen Brief an alle evangelischen Christen im Land. Die evangelische Kirche lehnt die neue Karfreitagsregelung strikt ab und prüft rechtliche Schritte.

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Die Diskussion wird ohnehin weitergehen. Der Chef der österreichischen Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, schlug kürzlich vor, alle religiösen Feiertage abzuschaffen und dafür mehr Urlaubstage zu gewähren.

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