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ERF. Der Sinnsender:

Warum Respekt zum Glauben dazugehört

Konservative gegen Woke, Evangelikale gegen Postevangelikale – müssen wir uns wirklich zerreißen?

Die Polarisierung nimmt zu – nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in Kirchen und Gemeinden, schreibt der Theologe Christof Lenzen in einem Gastbeitrag für den ERF. Das Aushalten von Spannungen und Widersprüchen – die sogenannte Ambiguitätstoleranz – sei auf dem Rückzug, so Lenzen. Impfbefürworter gegen Impfverweigerer. Evangelikale gegen Postevangelikale. Verbrenner gegen E-Auto: Solche Fronten belasteten Beziehungen und führten zu Rückzug. „Bringt ein solches Schwarzweiß-Denken die Gesellschaft, Kirchen, Gemeinden weiter? Einen selbst“, fragt Lenzen. Sein Urteil: „Ganz sicher nicht.“

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Psychologen sähen Ambiguitätstoleranz als Reifezeichen, so Lenzen. Der Theologe nennt Werte, die helfen können: Wertschätzung der Person über die Meinung hinaus – als Geschöpf Gottes, Demut und Lernbereitschaft, Gelassenheit durch Gottvertrauen. Und: Barmherzigkeit.

Und jetzt: Friede, Freude, Eierkuchen?

Respekt bedeute jedoch nicht grenzenlose Harmonie. Grenzen seien nötig, wenn andere übergriffig agierten oder die Grundüberzeugungen des eigenen Glaubens kompromittiert würden. Bei Ausprägungen und Teilüberzeugungen des Glaubens, wie zum Beispiel Schöpfungs- oder Abendmahlsverständnis, sei es dagegen wichtig, „Ambiguitätstoleranz zu erlernen, Christus im Zentrum der Beziehung zu halten und den Nächsten als Bereicherung zu verstehen. […] Gesunde Grenzen definieren uns. Grenzen, nicht Mauern.“ Dies lasse sich zum Beispiel bei Paulus beobachten, der je nach Situation sowohl kritisch als auch respektvoll und dialogbereit agierte.

Und wie klappt das ganz praktisch? „Es beginnt damit, an der eigenen Haltung zu arbeiten, sich selbst zu hinterfragen“, schreibt Lenzen. „Nein zu sagen, wo es dran ist, ansonsten in Demut zuzuhören und neugierig auf das zu sein, was andere mich über das Leben und den Glauben lehren können“. Lieber über gemeinsame Werte reden, anstatt das Trennende zu finden. „Kurz: eine gesunde Demut leben.“ Das alles erfordere Courage.

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Den kompletten Artikel können Sie beim ERF lesen.

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1 Kommentar

  1. Für glaube an keine Denkverbote in Glaubensfragen

    Auch kein Friede, Freude, Eierkuchen, denn ich muss Widerspruch einlegen auch wenn er nichts erbringt, sollte die Regierung die Gelder für die Seenotrettung von Flüchtlingen ersatzlos streichen und dann Menschen mit Mittelmeer hilflos ertrinken. Unser christlicher Glaube ist kein perfekte Erklärung von allem, sondern gründet in der Überzeugung, dass Gott alle Menschen erschaffen hatte und wie ein guter Vater und Mutter jeden so liebt, als sei er der einzige Mensch, der auf diesem Erdboden herumläuft. Deshalb ist Jesus nicht für die angeblich möglichen perfekten Christinnen und Christen gestorben, sondern hier für die Sünder gekommen. Aber ist für jeden gestorben, sogar für die schlimmsten Tyrannen aus allen Zeiten, sodann für Judas und für den Verbrecher neben ihm am Kreuz. Er kommt auch nicht grausam und mit Feuer vom Himmel, sondern hatte seiner Gemeinde versprochen als sanftmütiger Friedefürst zu erscheinen, nicht zum Gericht, sondern zur Erlösung für alle. Dies ist aber nicht meine große Verantwortung, sondern desjenigen der nie sich niemals irren und versagen kann und seine Versprechen einlöst. Ein zorniger Gott gibt es nicht.

    Allerdings ist die Sache der Entscheidung zwischen E-Auto und Verbrenner eine solche, in der es um Naturgesetze geht. Die ändern sich nicht nach unserem Wunsch, sondern Klimawandel geschieht, weil wir es mehr als zweihundert Jahre versäumten und/oder nicht wussten, die Natur vor schädlichen Einflüssen zu bewahren. Wenn es um Biologie geht, dann gibt es sogar Menschen, die zwei unterschiedliche Geschlechtsmerkmale haben, also weibliche und männliche und von außen Menschen angesehen werden können. Es wäre schon mehr als nur merkwürdig, fast schon menschenunwürdig, diesen zu unterstellen sie seien von Gott und seiner Liebe nicht gemeint und/oder nur unschöne himmlische Pannen. Aber auch der Glaube ist einfach, wenn wir zudem hier seine Zusammenfassung von Jesus ernst nehmen, Gott zu lieben und den Nächsten wie sich selbst. Alles was gegen die Liebe dem Nächsten gegenüber fehlt, ist nicht gottgewollt. Daher mag man den Krieg noch als Zweck von Notwehr für nötig halten, aber er ist nicht von Gott gewollt, denn der Himmel regiert das unendliche Universum und unseren kleinen Planeten nicht wie die Macht damaliger und heutiger Tyrannen mit Gewalt, nur mit den Mitteln der Liebe. Wir sollen oder dürfen so ein Stempelabdruck der Liebe Gottes sein, wenn wir uns dieser großen Liebe Gottes nur ein klein wenig annähern und wir wir auch so anderen Menschen begegnen. Wenn ich so im anderen Menschen, in seinem Wesen (auch den verborgenen) Gott sehe, dann ist dies keine fromme Übertreibung. Denn wir werden wieder das, was wir ursprünglich waren, nämlich Hausgenossen Gottes. Hausgenossen sind daher möglichst liebevoll, ohne sich dabei zu verheben. Jede/r bleibt stets hier Sünder, mit Ecken und Kanten und der gute Wille ist entscheidend. Jedenfalls Gott ist der gute Hirte, der jedes verirrte Schaf sucht, obwohl es nicht nach Hilfe ruft und er legt es ohne Strafe oder Gardinenpredigt wortlos auf seine Schultern und trägt es liebevoll nachhause. Dies machte mit uns allen, die wir Jesus und Gott kennenlernten, auch diese himmlische Macht. Sie gab uns die Macht, Gottes Kinder zu werden. Aber wir müssen dann, wenn auch in seltenen Fällen, wie Jesus die Tische in unseren Tempeln umwerfen, wenn die Religion und das Gottvertrauen für fremde Zwecke missbraucht werden. Christen bleiben dabei höflich, sie bitten die Anwesenden vorher von den Tischen auch aufzustehen.

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