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ERF Medien

Wie wir lernen, gnädiger zu sein!

Unsere Gesellschaft wirkt zunehmend gnadenlos: Menschen denken in Feindbildern, Konflikte verhärten sich. Der Theologe Fabian Vogt erklärt, warum uns Vergebung so schwerfällt – und welche Kraft christliche Gnade entfalten kann.

In einem Interview mit ERF Medien erzählt Fabian Vogt von Begegnungen, die ihn nachdenklich gemacht haben – etwa von einer Frau, die seit 20 Jahren nicht mehr mit ihrer Tochter spricht und deshalb ihre Enkel nie kennengelernt hat. Für Vogt zeigt dieses Beispiel, wie weit die Folgen von Unversöhnlichkeit reichen. Er erkennt diese Muster auch gesellschaftlich: Viele Menschen denken in Feindbildern oder verfallen in Täter-Opfer-Logiken. Unzufriedenheit werde häufig durch die Suche nach Schuldigen kanalisiert. Zugleich, so Vogt, würden viele Menschen gnadenlos mit sich selbst umgehen. Das Ergebnis sei eine dauerhafte innere Krise, die Freiheit und Gelassenheit nehme.

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Vergeben heißt nicht verharmlosen

Im Gespräch mit dem ERF betont Vogt, dass Vergebung häufig falsch verstanden werde. Sie bedeute keineswegs, Unrecht zu relativieren oder kleinzureden. „Böse bleibt böse, Unrecht bleibt Unrecht“, stellt er klar. Vergebung sei auch nicht gleichzusetzen mit Versöhnung – sie könne parallel zu rechtlichen Konsequenzen stehen, auch in schweren Fällen. Entscheidend sei der innere Prozess: den Blick von der Schuld des anderen hin zur eigenen Verletzung zu wenden und anzuerkennen, was der Schmerz in einem ausgelöst hat. Erst diese Ehrlichkeit öffne den Weg zu einem Schritt der Freiheit: dem Loslassen.

Jesu Worte über das „77-mal Vergeben“ beschreiben für ihn keine Überforderung, sondern eine Haltung: Vergebung ohne Grenzen. Grundlage dafür sei Gottes Gnade, die jedem Menschen unabhängig von Leistung oder Versagen zugesprochen werde. Ein Beispiel, das Vogt besonders bewegt, ist der offene Brief des Journalisten Antoine Leiris nach dem Terroranschlag in Paris: „Meinen Hass bekommt ihr nicht.“ Für Vogt zeigt er, wie Vergebung dem Hass die Macht nehmen kann. Eine gnädigere Gesellschaft sei möglich, wenn Menschen lernen, barmherziger mit sich selbst und anderen umzugehen.

Das komplette Interview können Sie bei ERF Medien lesen.

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1 Kommentar

  1. Vergeben heißt nicht verharmlosen. Die Schuld besteht und damit die Vergebung bestehen neben einander. Vergeben heißt nicht verharmlosen. Mir ist aber wichtig, dass hier nach Jesu Worten zu vergeben 77×7 , sich Idealen anzunähern. Vergleichbar mit der jüdischen Regel nach einer Bitte eine Meile mit einem Menschen zu gehen zwei Meilen. Oder nicht nur Normalmenschen versuchen zu vergeben, selbst mit den Feinden – möglicherweise nach längeren Bemühungen der Annäherung, von Diplomatie am Gartenzaun, sogar Freundschaft zu schließen. Oder dass 77×7 in dem sicherlich schwierigen Versuch zu sehen, grundsätzlich über keinem Menschen endgültig endgültig den Stab zu brechen. Die Gedanken Gottes und auch seine Pläne mit uns persönlich oder dieses wunbderbaren Planeten, oder gar des ganzen Universums sind m.E. niemals bescheiden. Es geht letztlich um den Neuen Himmel und die Neue Erde, das alte Paradies ist das neue, ein Neuschöpfung des Universums, andere oder keine Naturgesetze und dann nur die Liebe Gottes. Vorgeschattet ist dies, dass Gott dieses die heutige Schöpfung durchwaltende Fressen und Gefressenwerden, seit den Einzellern beginnend, abschaffen wird. Oder dass er Mensch wurde in dem Menschensohn Jesus, am Kreuz auch alle unsere Defizite gegenüber Gott (die Sünde unserer Nichtgemeinschaft mit Ihm) dort symbolisch annagelte. Die Defizite sind durchgestrichen. Wir sind zwar allzumal SünderInnenen und mangeln des Ruhmes, den wir vor ihm haben sollten, aber Liebe ist insbesondere jene von Gott ohne prinzipielle Vorbedingungen. Er Christin oder Christ ist muss dies bedeuten, die 10 Gebote, die Bergpredigt und die Haltungen Jesus zu lieben und sich dem Guten anzunähern.

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