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Studie: So verdient die Kirche ihr eigenes Geld und missioniert gleichzeitig

Eine jetzt ins Deutsche übersetzte Studie aus den Niederlanden untersucht das Potenzial von kirchlichen Unternehmen. Die Verfasser sehen missionarische Optionen, aber es fehle der Idee noch an Bekanntheit sowie an einer Vision.

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Die Zukunft der Kirche könnte unternehmerisch sein. Die Protestantische Kirche der Niederlande (PKN) veröffentlichte 2020 die „Explorationsstudie missionarischer Optionen in ökonomischen Kontexten“. Fresh X, eine kirchliche Erneuerungsbewegung, übersetzte die Studie jetzt ins Deutsche und ordnet die Inhalte in ihre Zusammenhänge ein.

Die Studie geht der Frage „Welche missionarische Möglichkeiten gibt es für die PKN an der Schnittstelle zwischen Unternehmertum und Kirche sein?“ nach. „Unternehmerisch Kirche sein“ birgt als Konzept nach Einschätzung der Verfasser missionarisches Potenzial im Kontakt mit neuen Gesellschaftsgruppen. Das Konzept könne auch die Kirche finanziell stärken und die Abhängigkeit neuer Projekte von Kirchensteuern und Fördermitteln senken.

Idee noch zu unbekannt

In den USA und England gibt es laut der Studie bereits an über 150 Orten Erfahrung mit unternehmerischen Gemeindegründungen. Als Beispiel führen die Verfasser unter anderem Johannes van den Akker aus den Niederlanden an. Dieser betreibt ein Kloster und eine Brauerei samt Verkostung. Die Idee von „Unternehmerisch Kirche sein“ sei jedoch noch zu unbekannt und die Kirche müsse klein anfangen. Dafür bedürfe es sowohl einer klaren Vision, die bisher fehle, als auch unternehmerisch tätige Christinnen und Christen, die eine Führungsrolle übernehmen könnten. Es sei außerdem notwendig, ein großes Netzwerk an Investorinnen und Investoren, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Visionärinnen und Visionäre aufzubauen.

Die Studienteilnehmenden von verschiedenen Pionierarbeiten führten zwei Gründe an, warum Kirche unternehmerisch tätig sein sollte. Erstens werde dadurch die Trennung zwischen kirchlichem (heiligem) und alltäglichem (weltlichem) Leben aufgehoben. Und zweitens biete der wirtschaftliche Kontext missionarische Möglichkeiten, die sonst ungenutzt blieben.

Probleme können überwunden werden

Die Befragten identifizierten drei Problembereiche der Idee. Die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kirche sei komplex und erfordere „bestimmte Fähigkeiten, die nicht viele Menschen besitzen“. Zudem seien die Kulturen von Kirche und Unternehmen sehr verschieden und könnten aufeinanderprallen. In der Kirche gehe es um Gnade, während Unternehmen auf Ergebnisse aus seien.

Ein weiteres Risiko seien die Machtverhältnisse innerhalb eines Unternehmens, die im Widerspruch zu den kirchlichen Beziehungen stehen könnten. „Können der Chef und ein kürzlich entlassener Mitarbeiter zusammen das Abendmahl feiern?“, fragen sich die Verfasser der Studie. „Die Erfahrung zeigt, dass es möglich ist, diese Spannungen zu überwinden.“

Herausgegeben wurde die deutsche Version der Studie von einem Team aus Experten des Fresh X-Netzwerks, des Bistums Hildesheim, der CVJM Hochschule, des Institus zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) sowie der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (midi).

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