Der aus Württemberg stammende Otto Schaude ist am Wochenende in Omsk einstimmig zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten gewählt worden.

 Der 66-Jährige leitet künftig die territorial größte evangelische Kirche der Welt, zu der rund 140 Gemeinden und Gruppen von Gläubigen zwischen dem Ural und Wladiwostok gehören. Die lutherischen Gemeinden in Sibirien sind vor allem durch deutschstämmige evangelische Christen geprägt worden.

 Wie Schaude mitteilte, hatte sich zu seiner Amtseinführung am Sonntag der Omsker Metropolit der russisch-orthodoxen Kirche angekündigt. Es sei das erste Mal, dass dieser einen lutherischen Gottesdienst besuche. Für die Wahl mussten die Synodalen teilweise über mehrere tausend Kilometer nach Omsk reisen.

 Aufmerksam geworden war die lutherische Kirche auf Schaude, nachdem er im vergangenen Jahr vor der Synode ein Referat gehalten und Mitarbeiter geschult hatte. Im Mai 2010 habe ihn dann die schriftliche Bitte der sibirischen Kirchenleitung erreicht, er solle sich für die Aufgabe des Bischofs bereithalten. Schon einmal war ein Württemberger Bischof von Omsk: Pfarrer Volker Sailer hatte das Amt von 1998 bis 2004 inne.

 Schaude war von 1973 bis 1991 Rektor der «Freien Evangelischen Schule» in Reutlingen und leitete danach bis 2008 den größten innerkirchlichen Gemeinschaftsverband der Altpietisten. Der Landessynode gehörte er 24 Jahre lang an, er war auch Vorsitzender des Evangelischen Schulwerks in Württemberg. Schaude ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.

(Quelle: epd)