Staatsanwaltschaft klagt Olaf Latzel wegen Volksverhetzung an

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Pastor Olaf Latzel sitzt auf einem weißen Sofa in seiner Wohnung.
Pastor Olaf Latzel 2015 in seiner Wohnung. Foto: epd / Alasdair Jardine
Bei einem Eheseminar soll der Bremer Pastor Olaf Latzel Homosexuelle als „Verbrecher“ bezeichnet haben. Nun könnte es zu einem Prozess kommen.
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Die Staatsanwaltschaft hat gegen den umstrittenen Pastor der evangelischen St.-Martini-Gemeinde in Bremen, Olaf Latzel (52), Anklage wegen Volksverhetzung erhoben. Bei einem Ehe-Seminar am 19. Oktober des vergangenen Jahres habe er sich in einer Weise geäußert, die den öffentlichen Frieden stören und zum Hass gegen homosexuelle Menschen aufstacheln könne, begründete der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade, am Donnerstag die Klage. Zugleich verletzten die Äußerungen die Menschenwürde.

Bereits im Mai hatte die Bremische Evangelische Kirche wegen der Worte von Latzel ein Disziplinarverfahren gegen den Pastor eröffnet. Der konservative evangelische Theologe hatte im Verlauf des Seminars gesagt, Homosexualität stehe gegen die göttliche Schöpfungsordnung. Er warnte vor einer „Homolobby“: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day. Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch.“ Das verunsichere Leute, zerstöre Zivilisation und Kultur, zitiert ihn der Evangelische Pressedienst mit Berufung auf ein Video. Die Inhalte des Seminars waren über Youtube online gestellt worden und so für jedermann einsehbar. Mittlerweile ist die Aufnahme nicht mehr öffentlich.

20.000 Unterstützer

Die Person Olaf Latzel ist umstritten. Im Gegensatz zur Bremischen Kirche und der Staatsanwaltschaft stehen Latzels Gemeinde sowie viele evangelikale Christen hinter dem Prediger. Eine Solidaritätsbekundung hatte mehr als 20.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden. Pastor Latzel selbst hatte sich nach einer Predigt für seine Wortwahl entschuldigt. Mit Verbrechern habe er nicht alle Homosexuellen gemeint, sondern „Aggressoren, die uns als Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder angegriffen und gotteslästerlich diffamiert haben.“

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Der evangelikale Theologe ist in der Vergangenheit mehrmals in die Kritik geraten, unter anderem weil er 2015 Buddhisten, Katholiken und Muslime diffamiert hatte. Für bundesweite Schlagzeilen sorgten Latzel und die Gemeinde auch 2008, als sie einer Pastorin ihre Kanzel verwehrten, weil sie die Ordination von Frauen strikt ablehnen. (epd, nate)

Zu dem Fall hat Jesus.de einen Hintergrundartikel veröffentlicht.


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