„Gottes Stimme zu hören soll so normal wie atmen für mich sein.“ Von dieser Sehnsucht berichtet die Autorin Sonja Sorbara (Jahrgang 1974) mit lebensnahen Beispielen und fundierter, biblischer Lehre.
Das Buch besteht aus drei Teilen: Zum einen geht Sorbara darauf ein, Gottes Herz kennenzulernen und ein Verständnis für die Kommunikation zwischen Himmel und Erde zu entwickeln. Zum anderen widmet sie sich dem prophetischen Leben, Hören, Reden und Sehen und führt aus, wie der Leser sein Herz auf Empfang stellen kann. Abschließend berichtet sie darüber, wie wir unser Herz mit Gott teilen und wahre Intimität mit Ihm erleben können.
Die Sprache des Buches ist einfach zu verstehen und liest sich sehr angenehm. Kursiv gedruckt werden wichtige Aussagen des Textes am Seitenrand hervorgehoben. Immer wieder stellt die Autorin direkte Fragen an den Leser und lädt dazu ein, sich eigene Gedanken zu machen und alte Gewohnheiten zu hinterfragen. Sie zitiert viele Texte aus der Bibel und legt sie zeitgemäß und alltagstauglich aus.
Sorbaras Grundannahme ist, dass Gott durch die gesamte Geschichte der Bibel mit Menschen gesprochen hat und es auch heute noch tut. Sein Reden ist etwas ganz Normales! Gott hat Freude an der Gemeinschaft mit uns, liebt es zu uns zu sprechen und mit uns in Beziehung zu leben.
Ausführlich erklärt die Autorin, wie kreativ Gott sich Gehör verschafft. Gott kann zu jedem Menschen sprechen und jeder Mensch kann Gottes Stimme hören – auch wenn keine besondere Beziehung zu ihm besteht. Gott mag keine Schubladen: Er passt sich nicht unseren Vorstellungen an. Der Heilige Geist wirkt auf seine eigene Art. Sich darauf einzulassen erfordert Mut!
Die Autorin ist Teil einer prophetischen Trainingsgruppe. Sie legt daher Wert auf die Richtlinien für prophetisches Reden und gibt eine praktische Anleitung. Sie nennt Quellen, die helfen, empfangene Bilder und Eindrücke zu interpretieren. Außerdem werden Grundsätze mitgeteilt, mit deren Hilfe geprüft werden kann, ob Worte oder Eindrücke von Gott kommen oder unserer eigenen Gedankenwelt entspringen. Besonders im Sinn geblieben ist mir die Aussage der Autorin, dass es auch Zeiten gibt, in denen Gott einfach schweigt.
Am Ende des Buches gibt Sorbara einige Leseempfehlungen, sodass man bei Interesse noch tiefer in das Thema eintauchen kann. Zum Abschluss findet der Leser eine Anleitung zur Lectio Divina vor, der Methode der betenden Meditation über Bibeltexten.
Von Natalie Freising
