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Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Nach einem Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge wurde ein 37-jähriger Afghane festgenommen. Die evangelische Kirche und Landespolitiker verurteilen die Tat und fordern entschlossenes Vorgehen gegen Antisemitismus.

Nach einem Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge hat der rheinische Präses Thorsten Latzel dazu aufgerufen, Hass und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. «Ich bin fassungslos und entsetzt angesichts des Brandanschlags», schrieb Latzel am Donnerstagabend in einem Beitrag auf Instagram. Es dürfe nicht sein, dass jüdisches Leben und jüdische Einrichtungen in Deutschland nicht sicher seien. «Als Evangelische Kirche im Rheinland stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Geschwister», betonte der Präses. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Jochen Ott im Düsseldorfer Landtag bekundete seine Solidarität.

Die Polizei hatte nach dem Brandanschlag am Donnerstag einen Verdächtigen in Tatortnähe festgenommen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um einen 37-jährigen polizeibekannten Mann afghanischer Staatsangehörigkeit. Nach ersten Erkenntnissen habe er allein gehandelt, hieß es. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen.

Polizei sucht nach zwei Zeuginnen

Nach 2014 war es der zweite versuchte Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal. Der verdächtige Afghane hatte nach Polizeiangaben um 14 Uhr eine brennbare Flüssigkeit auf den Treppenstufen des jüdischen Bethauses im Stadtteil Barmen verschüttet und angezündet. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Es sei nur ein geringer Sachschaden entstanden, hieß es. Verletzt worden sei niemand.

Die Polizei sucht nach zwei jungen Frauen, die sich zur Zeit der Tat in der Nähe aufgehalten haben sollen. Weitere mögliche Zeugen, die Hinweise auf den Tathergang geben können, wurden ebenfalls gebeten sich zu melden.

Anschlag kurz vor höchstem jüdischen Feiertag

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, äußerte sich entsetzt über «die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat». Dieses Vorgehen bezeuge eine «fortschreitende Normalisierung des Judenhasses», hatte Schuster am Donnerstag in Berlin erklärt. Nach seiner Einschätzung wurde der Zeitpunkt des Anschlages kurz vor dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur nicht zufällig gewählt: «Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.» Schuster forderte die Sicherheitsbehörden auf, die Sicherheit jüdischer Gottesdienste zu gewährleisten.

„Jüdisches Leben muss in NRW sicher sein“

Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW, mahnte ein konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus an. Nordrhein-Westfalen sei ein Land, in dem jüdisches Leben seinen festen Platz habe, betonte er. «Dafür müssen wir als Politik und als Gesellschaft Verantwortung übernehmen und dauerhaft für Sicherheit, Solidarität und ein selbstverständliches Miteinander sorgen.»

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Quelleepd

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