Das Gottesdienstverbot soll noch mindestens bis zum 3. Mai bestehen bleiben. Die Kirchen hoffen trotzdem auf eine Lockerung.
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Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, kritisiert das Festhalten von Bund und Ländern am Gottesdienst-Verbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Angesichts erster Lockerungen in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens könne er das nicht nachvollziehen, erklärte Bätzing am Mittwochabend, unmittelbar nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin die neuen Bund-Länder-Verabredungen erläutert hatte.

„Wir haben das Verbot von Versammlungen zur Religionsausübung bisher hingenommen, weil wir dieses Verbot vorübergehend für angemessen hielten und damit unseren möglichen Beitrag zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie leisten wollten“, erläuterte der Limburger Bischof Bätzing: „Das Verbot öffentlicher gemeinsamer Gottesdienste greift allerdings tief in das Recht der freien Religionsausübung ein und war insbesondere während der Kar- und Ostergottesdienste für viele Gläubige nur schwer zu ertragen.“ Die katholische Kirche werde in das für Freitag im Bundesinnenministerium geplante Gespräch einen Vorschlag einbringen, wie Religionsausübung und Infektionsschutz gleichermaßen gewährleisten werden können.

Zuversicht von evangelischer Seite

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, äußerte sich zuversichtlich, in den Gesprächen mit der Bundesregierung eine Lockerung des Gottesdienst-Verbotes zu erreichen. „Welche Formen es gibt, wieder Gottesdienste in den Kirchen zu feiern, ohne neue Ansteckungsrisiken zu verursachen, werden wir in den nächsten Tagen mit der Bundesregierung besprechen“, schrieb Bedford-Strohm bei Facebook.

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Bund und Länder wollen die Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie größtenteils bis zum 3. Mai verlängern. Einzelhandelsgeschäfte dürfen aber bereits ab der kommenden Woche öffnen, wenn sie bis zu 800 Quadratmeter Ladenfläche haben und ein Hygienekonzept vorweisen können. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen sollen zunächst aber weiter nicht stattfinden.

Am Freitag will das Innenministerium mit Vertretern von Religionsgemeinschaften über die Einschränkungen im religiösen Leben sprechen. Merkel betonte, dass Bund und Länder das Gespräch mit den Kirchen suchten und wüssten, „dass wir gemeinsame Lösungen finden müssen“.

24 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Die Kirchen und Gemeinden sollten diese Gelegenheit nutzen um zu analysieren, wie schwach es ist, unter christlicher Gemeinde lediglich Programme zu verstehen. Und das eine Abhängigkeit der Gläubigen von Veranstaltungen nichts mit echter Jüngerschaft zu tun hat.

  2. Es ist in der Tat ein gravierender Eingriff in die Religionsfreiheit, da zur Religonsfreiheit auch die gemeinsame Ausübung als ein Aspekt gehört. Allerdings gibt es auch schon jetzt Formen, insbesondere im Christentum, wie eine Glaubensausübung gewährleistet werden kann, sei es virtuell oder mit anderen kreativen Ideen.

    Viel gravierender betrifft es allerdngs die jüdischen Gemeinden, da der jüdische Glaube ein Minjan vorschreibt, die persönliche Anwesenheit von 10 erwachsenen männlichen Juden, also virtuelle und andere Formen kaum möglich sind. Und dennoch scheint mir dort mehr Verständnis für diese Maßnahmen zu herrschen als bei den christlichen Offiziellen.

    Und es sind derzeit ja viel mehr Grundrechte eingeschränkt: Freizügigkeit, Demonstrationsrecht, Freiheit der Berufsausübung, ja bis hin zur Menschenwürde, zu der auch die Freiheit der freien Betätigung zählt. Und das wird von den meisten derzeit auch als richtig empfunden.

    Wiegt ein Aspekt der Religonsfreiheit hier mehr? Ich denke nein.

    Weltweit waren es oft religiöse Gemeinschaften, die zur Verbreitung wesentlich beigetragen haben in dem Irrglaube, Glaube und seine Ausübung schützt vor Ansteckung. Und machen wir uns nichs vor, bei einer allgemeinen Freigabe in Deutschland hätten wir einige solch uneinsichtige Gemeinden. Sollen Gottesdienste wirklich von Ordnungsämtern kontrolliert werden? Schaffen die das überhaupt? Denn das wäre die Konsequenz.

    Oder sollte man nicht jetzt einfach noch die 2-3 Wochen weiter warten können? Denn es wird ja irgendwann zumindest in kleinen Schritten wieder frei gegeben. Ich finde es gut, wenn jetzt schon an Ideen gearbetet wird, wie man das dann sicher durchführen kann. Aber bitte nicht zu voreilig.

    • 2-3 Wochen? Die Rede war gestern davon, Gottesdienste bis zum 31.8. zu verbieten! Ich finde, es ist legitim zu fragen, warum hier ein Unterschied zwischen Gottesdienst, der ja vielfach auch unter Einhaltung hygienischer Maßnahmen stattfinden könnte und z. B. einer Buchhandlung gemacht wird?
      Ich würde so gar soweit gehen, zu behaupten, dass in vielen „heiligen Hallen“ Abstandsregeln besser eingehalten werden können, als an engen Bücherregalen…

      Übrigens wurde die Ausbreitung diesmal insbesondere durch Reisende u. a. in Wintersportgebiete und Karnevalveranstaltungen gefördert.

      Wie kommen Sie denn darauf, dass in jüdischen Gemeinden mehr Verständnis vorherrscht?

      • Ich hatte vor meinem Posting auf die Seite des Zentralrat der Juden geschaut.

        Zu den Unterschieden zwischen Laufkundschaft und Veranstaltungen siehe mein anderes Posting.

        Und derzeit gibt es eine Regelung bis 3. Mai. Alles andere sind Vermutungen, manche auch , um Unruhe zu verursachen.

  3. Jeder Schnapsladen hier in Berlin darf öffnen, die Drogenhändlerbim Görlitzer Park dürfen nahezu ungestört ihren Geschäften nachgehen, aber Gottesdienst geht nicht. Auch gegenünber den Muslimen (Ramadanbeginn 23.4.!), Juden und anderen Glaubensgemeinschaften ist das nicht nett. Gerade die Besucher von Gotteshäusern verhalten sich im Durchschnitt möglicherweise verantwortungsbewußter als Schapstrinker. Die ungeklärte Frage lautet jedoch: Wie verhalten sich schnapstrinkende Gottesdienstbesucher?

    • Also über Dein Argument, wenn die Drogenhändler auf haben, dann müssen auch die Kirchen geöffnet haben, würde sich eine Diskussion sicherlich lohnen, da mir dieses Argument vollkommen neu ist. Wo siehst du die Gemeinsamkeiten zwischen Drogenhändlern und Kirchen?.

      Was den Ramadan angeht, so hat sich z.B. der Zentralrat der Muslime hinter die Schließung der Moscheen gestellt
      Saudi-Arabien hat sogar dazu aufgerufen, derzeit keine Hadsch nach Mekka zu machen. Mir scheinen die Muslime da eher sehr einsichtig in die gesundheitlichen Notwendigkeiten.

      • Sehe gerade Deine Frage, Jörg, wo ich Gemeinsamkeiten zwischen Drogenhändlern und Kirchgängern erkenne: Beide Menschengruppen sind ansteckungsgefährdet. Die Kirchgänger werden vom Staat wie unmündige Kinder behandelt und alles ist verboten, während die Dealer nahezu ungehindert mit ihren Kunden zusammentreffen dürfen. Hier in Berlin habe ich fast den Eindruck, dass die Polizei nicht nur um den Görlitzer Park herumfährt, um die Szene im Auge zu behalten, sondern um den ungestörten Drogenhandel zu beschützen. Vielleicht möchte man vermeiden, dass Tausende von Süchtigen ohne Stoff dastehen, damit sie nicht auf Entzug ausflippen und die gesegnete Coronaruhe der Stadt stören.

        • Schau, Kriminelle halten sich in der Regel weniger an Gesetze. Das impliziert der Begriff ‚Krimineller‘ schon. Und Drogenhandel ist illegal und Dealer sind Kriminelle. Aber sie versammeln sich in aller Regel nicht in auffälligen Gruppen und das Geschäft wird üblicherweise deutlich schneller abgewickelt als jeder Supermarkteinkauf.

          Daneben gibt es Kriminelle, die vorbildlich handeln. So haben z.B. Bankräuber schon in Vorcoronazeiten immer auf Maskentragen geachtet. Etwas, was man von anderen Berufsgruppen in der Regel nicht sagen kann.

          Aber willst Du kriminelles Verhalten wirklich mit Kirchen gleich setzen? Zumal wohl die Lösung, in Kirchen auch Drogen zu verkaufen und so einen Betrieb analog zum Görlitzer Park zu ermöglichen, wohl selbst für Dich entfällt.

          Nein, Kirchgänger sind nicht vom Staat entmündigt. Die allermeisten werden die Sinnhaftigkeit des Verbotes einsehen. Genauso, wie ein Fussballfan in aller Regel versteht, warum derzeit keine Spiele statt finden. Derartige Verbote sind keine Entmündigung. Es ist ja auch keine Entmündigung der Autofahrer, dass man nicht mit 200 km/h durch Spielstraßen fahren darf. Übrigens auch nicht nachts, wenn dort gar keine Kinder spielen.

          Ja, die Uneinsichtigen mögen es vielleicht so empfinden. Richtig so. Denn wer aus Ignoranz, Dummheit oder Gewissenlosigkeit andere Menschenleben gefährden will, dem muss Einhalt geboten werden. Wer weniger Einscht zeigt als ein Kind, der fühlt sich anschließend wirklich wie ein Kind behandelt. Das liegt aber dann nicht am Staat.

  4. Wie wird in den Evangelien berichtet:

    Wo Zwei oder Drei in meinem Namen zusammen kommen bin ich unter ihnen.

  5. …das „Hohe C“, tragen die Unionsparteien, schon lange zu Unrecht, vor allem die CDU.

  6. Lieber Herr Bätzing,

    Matthäus 18: 20 wo 2 oder drei… reicht doch.
    Außerdem: wenn der Oberhirte in Amazonien zölibatäre Priesterschaft vor Eucharistie stellt, dann gibt es keinen Grund zur Klage über Coronaeinschränkungen.
    Die Ausübung der Religion hat, wenn auch nur in Kleingruppen oder über digitale Medien, niemand verboten.
    Also keinen Grund zur Klage.
    Thomas Weber, München

  7. Die ganzen Aktionen der Politiker sind weder dem Grundgesetz entsprechend noch demokratisch. Es braucht auch nicht auf eine Schutzimpfung gewartet werden, weil es funktionierende Medizin gibt, diese aber den Pharmafirmen das große Geld bringt.
    Wir erleben gerade, wie der Rechtsstaat und die Demokratie beerdigt werden und das Volk ohne Not in Angst und Schrecken versetzt wird, weil a) im Jahr 2018 in der Grippewelle 25000 Menschen starben und b) die Genauigkeit der aktuellen Coronatests bei nur 30 – 50 % liegt. Damit sind die ganzen Zahlen mehr als fraglich und die Glaubensbekenntnisse des RKI usw. sind auch nur jesuitischen Charakters(glauben heißt – nichts wissen).
    Gesundes Leben mit einer gesunden Immunabwehr sind, verbunden mit einer gesunden Gottesbeziehung die beste Coronaabwehr.

    • Ich enpfehle mal den Faktencheck, eine Rubrik bei tagesschau.de. Da werden solche Fake-Argumente hinterfragt und widerlegt.

    • Lieber Herr Spornhauer, wir kommentieren nur selten, aber an dieser Stelle doch ein, zwei Bemerkungen. Lassen wir mal die Gottesdienstverbote außen vor. Insgesamt geht es darum, durch rigorose Maßnahmen Zustände wie in der Lombardei zu verhindern. Haben Sie Erfahrungsberichte von dort gelesen? Es stimmt, bei schlimmen Grippewellen gab es auch in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland viele Tote (sogar mehr als bislang durch Corona). Der Unterschied ist, dass gegen verschiedene Grippeviren teils Immunitäten bestehen und man sich außerdem impfen lassen kann. Dies ist bei Corona beides nicht der Fall, so dass sich potenziell viel mehr Menschen infizieren können – wie zB auch Heinsberg zeigt. Und das Problem sind dann nicht nur die zahlreichen potenziellen Todesfälle durch Corona selbst, sondern der Kollaps des Gesundheitssystems durch fehlende Krankenhauskapazitäten. Wieder der Blick nach Heinsberg oder in die Lombardei: Hätte es eine solche Durchdringung mit dem Virus flächendeckend gegeben, hätten wir ein noch viel größeres Problem.
      „Beerdigung von Rechtsstaat und Demokratie“. Das sind große Worte. Die Einschränkungen sind teils gravierend, aber mit ihrer Kritik schießen Sie doch – unserer Meinung nach – weit über das Ziel hinaus. Natürlich kann man über einzelne Maßnahmen geteilter Ansicht sein. Aber die Maßnahmen werden ja Woche für Wocjhe neu abgewogen. Eher Tag für Tag. Gerade in dieser Woche hat das Bundesverfassungsgericht unter Auflagen sogar eine Demonstration gestattet – gegen das ursprüngliche Verbot.
      Und noch eins. Wir freuen uns über ihre gesunde Gottesbeziehung und ihr gesundes Leben, das ist klasse. Aber ihren letzten Satz halten wir trotzdem für unverantwortlich. Zumal wir persönlich Menschen kennen, die sich infiziert haben, darunter auch einen kerngesunden, gläubigen Sportler. Und gerade ihn hat es sehr übel erwischt.
      Viele Grüße, ihr Jesus.de-Team

  8. Leichter christlicher Humor in Coronazeiten

    Die Kritik von Bischof Bätzing ist nachvollziehbar und angemessen. Es gibt auch nach den Worten des EKD-Ratsvo-rsitzenden Bedford-Strohm ( im Hinblick auf die bisherige Bereitwilligkeit de Bevölkerung, sich angemessen zu verhalten), sicherlich Gestaltungsmöglichkeiten von christlchen Gottesdiensten und Ansteckungsrisiken zu minimieren. Eine objektive Schwierigkeit wird sein, eine weiterhin gebotene Abstandswahrrung zwischen den Menschen unter den jeweils vorhandenen Siutuationen vor Ort vorzunehmen: Es gibt kleine gefüllte Gottesdiensträume, große Kirchen mit wenigen Teilnehmmern und allerlei dazwischen. Aber wer unter christlchen Segeln soviel Kreativität mit Onlinegottesdiensten zustandebrachte, wird einen normalen hygienischen Gottesdienst auf der Ebene tatsächlicher Anwesenheit von Gemeinde an einem Ort auch noch zustandebringen. Sonst müssen wir im Baumarkt, im Autokino oder in Geschäften unter 800 qm am Sonntag die Aufersteheungsfeier Jesu abhalten. Es ginge auch noch im kleinen Gemüsemarkt mit Sitzgelegenheiten auf Obstkisten. Ich meine das ganz ernst mit einer mittleren Dosis klerikalen Humors in Zeiten der Heiligen -Corona.

    • Naja, es wird sicher auch Gemeinden geben, die sich bei einer Beschränkung von z.B. 20 Teilnehmern die Frage stellen, wo sie denn am Sonntag 20 Gottesdienstbesucher herbekommen sollen. Nur gibt es eben auch viele Gemeinden, wo es voller ist.

      Aber die Unterschiede zu Baumärkten und Co sind doch folgende 2:

      – In Baumärkten rennt man bestenfalls mal 5-10 Minuten in Abstand aneinander vorbei, Im Gottesdienst sitzt man 1- 1 1/2 Stunden nebeneinander. Und die Ansteckungsgefahr durch Corona steigt mit Zeitdauer der Nähe deutlich.

      – In Baumärkten und Co. kommen die Kunden über den Tag verteilt, es gibt keinen Auflauf vor dem Markt. Gottesdienste beginnen und enden für alle gemeinsam, es gibt also einen Auflauf vor der Kirche, alle sind zu einem Zeitpunkt da.

      Insofern hinkt der Vergleich.

      Die Frage ist doch: Wie viele insbesondere ihrer älteren Gemeindemitgleider ist eine Gemeinde bereit zu opfern dafür, dass sie den Gottesdienst halten darf? Die Frage ist bitter, aber genauso stellt sie sich. Da würde mich al eine Antwort von Bischof Bätzing interessieren. Sein Chef, der Papst, hat den Vatikan quasi dicht gemacht.

      • Das – lieber Jörg – leuchtet mir auch alles ein. Ich hab auch keine Probleme, noch länger zu warten, um an einem Gottesdienst unter hygienischen Voraussetzungen teilzunehmen. Es kann aber gut sein, daß es noch ganze 1 – 2 Jahre dauert, bis ein Impfstoff nicht nur gefunden, sondern dann auch einer ganzen Weltbevölkerung verabreicht werden kann. Und möglicherweise gibt es keine medikamentöse Therapie gegen Corona. Dann kann man ja nicht auf unabsehbare Zeit die Gottesdienste schlicht ausfallen lassen. Das ist wahrscheinlich die andere Seite der Wahrheit. Zu dem Thema wird es dann sicherlich mehr als zwei >Meinungen geben. Auf Zeit gesehen sind alle Onlinegottesdienste ohne anwesende Gemeinde sicherlich eine Alternative Mit allem, was man macht oder nicht macht ist man immer ine einem Dilemma. Wir sind nunmal auch Gruppenwesen und als solche können wir auf Dauer weder mit den wunderschönen Onlindegottesdienste ohne Gemeinde noch mit Geisterspielen leben.

        • Gottesdienste werden, wie das meiste andere, sicher nicht 1-2 Jahre verboten.

          Aber es wird Einschränkungen geben und diese werden mal stärker, mal weniger stark sein.

          Das hängt von der Entwicklung ab. Derzeit haben wir einen Verbreitungsfaktor von unter 1, d.h. ein Kranker steckt weniger als einen Gesunden an. So lange das so ist, ist gewährleistet, dass unser Gesundheitssystem damit fertig wird, was der entscheidende Punkt ist.
          Dann kann man erst mal leichte Lockerungen machen und schauen, ob das unter 1 bleibt.

          So wie jetzt auch geschehen. In Sachsen dürfen z.B. Gottesienste mit einer geringen Personenzahl wieder statt finden. Das wird man sicher noch differenzieren müssen, da es einen Unterschied macht, ob man die Fläche des Kölner Doms zur Verfügung hat oder einen kleinen Gemeinderaum.

          Aber Massenveranstaltungen wird es wohl wirklich 1-2 Jahre nicht mehr geben. Kirchen werden damit klar kommen, dass alles in kleineren Rahmen erlaubt ist, viele Sport-Veranstaltungen mit Zuschauermassen oder auch christliche Festivals und Großevents wird es aber wohl wirklich sehr lange nicht mehr geben. Die Kirchen werden es überleben, manches in Sport und Wirtschaft nicht.

          Bei Impfungen sehe ich es wie Du und bis wir geimpft sind, werden wohl wirklich 2 Jahre vergangen sein. Aber Medikamente zur Behandlung werden wir evtl. schon diesen Sommer haben.

          Viele denken ja immer noch, dass Corona ein grippaler Infekt ist oder eben nur sehr wenige ernsthaft betrifft. Inzwischen mehrt sich der Verdacht, dass auch ein leichter Verlauf, wie er bei 15-20 % zu erwarten ist, die Lunge massiv und dauerhaft schädigen kann. Sollte sich das bestätigen, und dafür spricht derzeit einiges, dann wäre der Preis für einen Gottesdienst sehr hoch für die Gemeindemitglieder und alle, mit denen sie sonst zu tun haben.

  9. Es geht tatsächlich nicht um die Einschränkung der Religionsfreiheit, sondern nur um ein Verbot von Versammlungen.

    • ein Verbot von Versammlungen schränkt andere Grundrechte ein, teilweise in ihrem Wesensgehalt.

      Oder ist die quasi Unmöglichkeit von Demonstrationen wegen des derzeitigen Versamlungsverbotes auch keine Einschränkung des Demonstrationsrechtes?

      Zur Religionsfreiheit gehört zwingend auch das Recht, dieses zusammen in Gemeinschaften auszuüben. Dieses recht ist derzeit massiv eingeschränkt. Das sollte man nicht wegdefinieren.

      Aber diese Einschränkung ist derzeit aus übergeordneten gesundheitlichen Gründen richtig. Dazu sollte man dann auch stehen. Aber es gehört auch immer dazu, derartige Einschränkungen auf ihre Verhältnismäßigkeit zu prüfen und gesellschaftlich zu diskutieren.

  10. Interessiert habe ich die ganzen Kommentare gelesen und frage mich, warum sich niemand hier auch noch über die Schulschließungen beschwert, wenn es um die Einschränkungen der Grundrechte geht. Scheinbar gibt es unter den “Christen“ sehr viele Verschwörungstheoretiker, nicht nur in Deutschland, die meinen, dass die momentane Situation dazu ausgenutzt wird, um die Religionsfreiheit einzuschränken, übersehen aber, dass gleiches Recht in allen Bereichen gilt.
    Unsere Schule lässt ab morgen die Abschlussklassen wieder ins Gebäude. Dabei wurde der gesamte Jahrgang in kleine 11er-Gruppen eingeteilt, jede hat ihr festes Klassenzimmer, jeder hat einen festen Sitzplatz, welche zwei Meter auseinander sind. Jede Gruppe hat ihre eigene Pausenzeit, um “Menschenaufläufe“ zu verhindern und jede Gruppe hat ihr fest zugeteilte Lehrer, die auch in keiner anderen Gruppe unterrichten. Es muss auch maximal alle halbe Stunde stossgelüftet werden, falls ein dauerhaftes Lüften wetterbedingt nicht möglich ist. Gleichzeitig müssen die Lehrer darauf achten, dass alle Schüler beim Ein- und Austreten aus dem Raum ihre Hände den Vorgaben entsprechend waschen und auch da zwei Meter Abstand eingehalten wird.

    Die Kritiker der Gemeindeschließungen sollten sich mal vorstellen, wie ein Gottesdienst für 150 Menschen geregelt sein müsste, um solche Auflagen zu erfüllen. In unserer Gemeinde hätten wir dann knapp 14 Gottesdienste und bräuchten dann auch 14 Prediger (ein Prediger darf ja dann nicht vor mehreren Gruppen stehen). Abgesehen davon müssten alle Besucher in mindestens zwei Meter Abstand sitzen und bestenfalls noch einen Mundschutz tragen, oder die Gruppe besteht aus zwei bis drei Familien, wobei die Familien entsprechenden Abstand voneinander halten müssen.
    Entweder sitzen alle in dauerhaften Durchzug oder es müsste jede halbe Stunde stossgelüftet werden.
    Zudem muss zwischen den Gottesdiensten soviel Pause sein, dass die einen schon weg sind, bevor die anderen kommen und ein Reinigungsteam alles komplett desinfiziert hat.

    Und es gibt noch einige weitere Punkte, die es zu beachten gilt.

    Das mag für quasi nicht existente Kirchengemeinden in ein bis zwei Gottesdiensten möglich sein, aber jeder möge sich das absurde Szenario vorstellen und sehr dankbar für Onlinegottesdienste sein.

    Und wer bis heute immer noch mit dem Argument “die normale Grippe ist tödlicher“ kommt, will einfach nicht das Problem verstehen, dass es mit Covid-19 gibt.

  11. Ich finde dass Risiko einer Ansteckung nuch zu groß. Und wenn wieder Gottesdienste stattfinden, sollte man Masken verteilen. Und Desinfektionsmittel- Spender aufhängen. In kleinen Kirchengebäuden, ist es nicht immer möglich den Abstand zu wahren. Nur weil, die Zahlen der Neuinfektionen etwas rückläufig sind, heißt es noch nicht, dass wir überm Berg sind. Denn noch gibt es kein Medikament gegen Corona. Außerdem, sind die Nachrichten sehr widersprüchlich und da sollte man echt aufpassen. Obwohl ich immer noch der Meinung bin dass der Virus gezüchtet wurde. Bücher über Biowaffen, wurden nicht umsonst geschrieben. Und warum gibt es dann diese Widersprüche. Gebt auf Trump acht, der baut mal wieder ..

    Diese Krankheit habe ich am Anfang nicht ernst genommen, aber jetzt bereue ich es zutiefst. Menschen sterben zu sehen ist schrecklich. Ich und meine Mitbewohner gehören zur Risikogruppe, weil wir Behinderungen haben. Und ich verzichte lieber auf die Gottesdienste im Moment, als meine Mitbewohner nebst Betreuer zu gefährden. Auch wenn’s schwer fällt. Corona ist der Ableger von SARS. Einer Lungenerkrankung, die China vor zehn Jahren heimsuchte, zuerst war es es eine Tierseuche, weil aber die Chinesen alles wirklich alles essen, ging diese Krankheit zum Menschen und wurde zu dem, was jetzt die Welt heimsucht.
    Chris

  12. Die Coronakrise wird uns noch eine Weile beschaeftigen. Besonders alte Menschen in Seniorenpflegeheimen und Kliniken sind gefaehrdet. in den letzten Tagen sind immer noch jeden Tag 275 bis 150 Menschen gestorben mit fallender Tendenz, aber ich erwarte wieder einen Anstieg aufgrund der schwer einzuhaltenden Hygienemassnahmen in den Seniorenpflegeheimen. Trotz aller Hygienevorschriften gibt es in jedem Dezember in fast allen Seniorenpflegeheimen eine Norovirusepidemie. Kontaktsperre und Maskenpflicht sind noch mindestens 4 Wochen notwendig. Gottesdienste ab Mai mit max. 12 Teilnehmern und Pflicht zur schriftlichen Registrierung der Teilnehmer halte ich fuer moeglich. Die Pfarrer koennen ja mehr Gottesdienste anbieten. Ich bin Krankenhausseelsorger und weiss, wovon ich spreche.

  13. Bei der ganzen Diskussion fehlt mir irgendwie die Hoffnung, die wir als Christen haben.
    Mit dem Tod ist nicht alles vorbei. Es geht erst richtig los.
    Wieviele Menschen sind einsam im Pflegeheim, bei denen kaum ein Angehöriger sich blicken lässt? Und das unabhängig von Corona. Wäre es nicht eine Chance dies wieder in den Blick zu bekommen, Wege und Möglichkeiten zu finden für Ältere da zu sein?
    Natürlich kommt es immer auf die konkrete Situation an, aber die aktuelle Zeit zeigt was plötzlich alles möglich ist, was vorher unvorstellbar war.
    Und es sind doch gerade überwiegend Ältere Menschen, die eben nicht die technischen Möglichkeiten eines Onlinegottesdienstes haben, denen Gemeinschaft noch mehr fehlt.
    Es muss sich ja nicht gleich die ganze Gemeinde versammeln, aber es sollte doch möglich sein über Angebote gerade für die am stärksten unter den Einschränkungen Leidenden zu diskutieren ohne gleich über die „Unverantwortlichkeit“ der gesamten Christenheit und die Verfehlungen in der Geschichte zu schimpfen.

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