Christus im Schlamm

Sind die aktuellen Überschwemmungen ein „Gerichtshandeln Gottes“? Ein klares „nein“ schreibt dazu Thorsten Latzel, Präses der Rheinischen Kirche. Eine solche Intertpretation sei „theologisch schief, logisch kurzschlüssig und hochproblematisch.“ Gott sei kein „Theater-Gott“, der hier und da mal auftauche, um mal „richtig reinzuhauen.“ Die Sintflutgeschichte verabschiede doch eine solche Vorstellung. Und wo solle man dann beginnen, wo aufhören? Jede Seuche, jedes Unwetter, jede Dürre und jeder Terroranschlag eine Strafe Gottes?

Weiterlesen im Präsesblog von Thorsten Latzel.

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5 KOMMENTARE

  1. Gott straft nicht durch die Sturmflut

    Gott ist völlig unverdiente Liebe. Was nicht bedeutet, dass die vielen Texte und Geschichten aus dem Alten Bund falsch wären oder dort ein ganz anderer Gott regierte. Vielmehr änderte sich unsere Perspektive auf Gott völlig, nicht aufgrund einer anderen philosophischen Erkenntnis, sondern weil er in Jesus Christus zeigte, wie er wirklich ist. Wenn Jesus die Liebe Gottes bringt, wenn wir in seinem Licht leben dürfen, oder ohne ihn leider auch im Schatten: Dann ist er wie unser Arzt oder Feuerwehrmann. Oder wie in den Gleichnissen vom Verlorenen Sohn der sehr liebende und verzeihende Vater. Zudem noch bestimmender bei dem Hirten, der die 99 Schafe verlässt, das Verlorene findet, sowie auf seinen Schultern heimträgt. Das letzte Gleichnis beschreibt nämlich sehr zugespitzt die uns ungerufen aufsuchende und rettende Liebe: Für die das weggelaufene und unter die Räder gekommene Schaf keinerlei Vorbedingungen leisten musste. Wahre Liebe ist immer kostenlos, aber die Liebe als Ware kann die Seele kosten.

    Aber warum ist die menschliche Welt oft wie ein Haifischbecken? Weshalb tragen wir alle in uns diejenigen Abgründe, die zu Morden, Krieg, Missbrauch und persönliche Bösartigkeit führen können ? Oder eben (nur ?!) zu jeder möglichen Form von Lieblosigkeit ? Weshab geschehen schlimme Naturkatastrophen ? Ich meine: Weil wir selbst Adam und Eva sind, die das Paradies verloren haben. Die Welt und damit das ganze unendliche Universum ist nicht mehr so, wie es in einem (früheren) Paradieszustand gewesen ist. Zwar ist die Schöpfungsgeschichte ein antikes Glaubensbekenntnis, aber dennoch Gottes Wort. Nach dem Rauswurf aus Eden gibt es den ersten Mord des Kain am Bruder Abel, den Turmbau zu Babel wo niemand mehr den anderen versteht, oder die Sintflut. Aber nicht Gott wollte dass wir andere vom Leben zum Tode bringen. Er hat auch nicht den Klimawandel zu unserer Bestrafung benutzt. Wir sind es, die weitgehend das Leben auf diesem Planeten – manchmal zum Guten – aber viel häufiger in eine von uns geschaffene Hölle verwandeln. Jesus als der Feuerwehrmann Gottes, zu unserer Erlösung in diese Welt gekommen, wird nicht gleichzeitig das Feuer vom Himmel werfen. Allerdings muss man (eigentlich) den Sündenfall als ein kosmisches Ereignis einstufen, weil das gesamte fast unendliche Universum neu geschaffen wird, wenn Gott für alle Kreaturen einen Neuen Himmel und eine Neue Erde vorsieht. Aber niemand sage oder schreibe bitte, meine Überzeugungen seien die Verkündigung der billigen Gnade. Jesu Tod am Kreuz war ein sehr brutales und schmerzhaftes Geschehen und damit wurde unsere Sünde am Kreuz wie in einer himmlisch-notariellen Urkunde angenagelt ungültig gemacht. Wir sollten daher dankbar sein und dies Gott und unseren Mitmenschen gegenüber leben. Ich hoffe, dass sich am Ende aller Tage alle Menschen mit Gott freiwillig versöhnen. So ergeht es Menschen mit Nahtoderfahrung: Die In ihrer Begegnung mit dem großen Licht Gottes nicht anders wollen und können, als diese Liebe Gottes zu erleben. Oder wie Saulus vor Damaskus, der diesem großen Licht begegnete. All dies sind Geheimnisse des Glaubens, die wir nicht wirklich erklären können. Thorsten Latzel gebe ich völlig recht, auch wenn ich kein Theologe bin.

    Straft Gott denn gar nicht und nie? Doch, aber wenn er Liebe ist, dann geschieht seine Strafe, besser seine Erziehung, nur in einer Form von Liebe. Vielleicht werden sich viele im Himmel unendlich schämen, wie sehr sie Gottes Plan für ihr Leben verfehlt haben. Ich denke nicht, dass unser himmlischer Vater (und Mutter) schadenfroh ist. Er/sie wird uns dann eher trösten. Wer einmal Gott in seiner Seele wirklich begegnet ist, welches zugegeben eine große Gnade ist, wird freiwillig nie mehr von ihm loskommen. Übrigens kann sich jede/r auch in Gott verlieben. Dies ist sehr schön

  2. Denke, dass es mit zum Gericht gehört. Die Welt ist/wird immer gottloser. Das Maß ist voll. Irgendwann muss Gott handeln. Die Welt ist wirklich gerichtsreif. Wacht auf liebe Leute. Insbesondere ihr Christen.

    • Bei dieser Diskussion ist ein Blick in die Menschheitsgeschichte interessant, denn solche Thesen wurden in den vergangenen 2.000 Jahren immer wieder vertreten. Die ersten Christinnen und Christen lebten in der Naherwartung der Rückkehr Christi zu ihren Lebzeiten (Mt. 24,34). Später, gerade im Mittelalter, gab es schreckliche Ereignisse und Katastrophen. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zu schrecklichen Hungersnöten, die Millionen Opfer forderten. Dazu Kriege, die Kreuzzüge oder die Pestwellen, die ganze Landstriche entvölkerten. Und immer wurde über das nahende Gericht spekuliert – teils sicher mit größerer „Berechtigung“ als jetzt. MfG, das Jesus.de-Team

  3. Die Klimakrise wurde (und wird immer noch) durch die Gier des Menschen hervorgerufen. Es wird also vermehrt zu Überschwemmungen, Bränden usw. kommen. Die Gier wurde schon immer verurteilt, nicht nur von Gott, sondern auch von Philosophen. Insofern erntet der Mensch, was er gesät hat. Handeln bleibt niemals folgenlos. Insofern sollten die Katastrophen Anlass sein, zu fragen, wie wir als Mensch glücklich und bescheiden werden können. Auf meinem Blog gebe ich darauf Antwort: https://manfredreichelt.wordpress.com/inhaltsverzeichnis/

  4. Gott ist nicht in sich widersprüchlich

    Christina Schlootz und Manfred Reichelt haben m.E. insofern recht, als dass wir stets das ernten was wir säen. Es wäre aber ein absoluter Widerspruch, wenn der Feuerwehrmann gegen das Böse – Jesus Christus – erst das Feuer selbst vom Himmel wirft und dann anschließend Löschwasser generiert. Gott kann nur Liebe sein, sonst wäre er nicht Gott. Wir können uns immer für Gott entscheiden. Oder für den Abgrund in uns. Dies ist unsere ganz individuelle Verantwortung. Wenn ich das Gleichnis vom Weizen und Unkraut richtig verstehe, wächst ja beides zusammen und würde man das Unkraut heraus reißen, würde dann auch den Weizen vernichtet. Kollektivstrafen sind weder menschlich noch göttlich gut. Bekanntlich überwindet Jesus am Kreuz das Böse durch Liebe und nicht dadurch, dass er sich wehrt. Die Offenbarung des Johannes beschreibt ja nur eine Möglichkeit, die – zugegeben – heute schon in einigen Aspekten geschieht.. Allerdings steht dieser Sichtweise auch die alttestamentarische Möglichkeit entgegen, dass wir unsere Schwerter zu Pflugscharen machen. Mit einem freien Willen ist der Menschheit beides möglich – im Schatten zu leben oder im Licht. Die biblische Prophetien scheinen mir eher Möglichkeitsebenen zu sein. Aber am Ende wird die ganze Schöpfung erlöst und es gibt einen Neuen Himmel und eine Neue Erde. Dass Gott scheitert, erscheint mir unmöglich. Wenn er nicht scheitert, gibt es keine winzig kleine Herde der Erlösten, sondern alle Menschen werden sich freiwillig mit Gott versöhnen. Seit Gottes Kommen in Jesus Christus hat die Hölle Insolvenz angemeldet. Das Destruktive hat auf Dauer keine Zukunft. Auch wenn die Welt heute nicht so aussieht. Wenn Christus doch im Schlamm der Flutkatastrophe gegenwärtig ist, wird er ihn ja nicht dafür geschaffen haben. Eine solche Idee wäre krude.

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