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Der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz hat bei seiner Herbstsitzung in Bad Blankenburg eine theologisch konservative Stellungnahme zu Ehe und Homosexualität veröffentlicht. In drei „Kernpunkten“ äußert sich der Hauptvorstand darin zur Ehe, zur Homosexualität und zum Umgang mit Vertretern anderer Überzeugungen.

Auch innerhalb der Allianz gibt es unterschiedliche Positionen zu den genannten Themen, dies wird gleich zu Beginn der Stellungnahme eingeräumt. Trotz des bestehenden „Dissenses in Einzelfragen“ sei es dem Hauptvorstand jedoch wichtig gewesen, Leitgedanken zu formulieren und gemeinsam zu beschließen.

Nach biblischem Zeugnis seien Mann und Frau nach dem Bild Gottes geschaffen, heißt es in der Erklärung. Dem entspreche „die Ehe als eine gute Stiftung Gottes, in der Mann und Frau einander ganzheitlich – inklusive der geschlechtlichen Gemeinschaft – zugeordnet sind“. Dabei werde „die eheliche Gemeinschaft“ konkret als „zwischen einem Mann und einer Frau“ beschrieben, die „lebenslang, exklusiv und offen für Kinder“ ist.

Hinsichtlich der Homosexualität betonen die Verfasser, dass die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis „mit dem Willen Gottes und damit dem biblischen Ethos unvereinbar“ sei. Deshalb könnten „homosexuelle Partnerschaften der Ehe nicht gleichgestellt werden“. Wegen der „Brisanz des Themas“ und „bei allem Dissens in Einzelfragen“ gelte nach dem Evangelium von Jesus Christus für den Umgang miteinander „die vorbehaltlose Annahme aller Menschen“. Daher werde der Dialog „mit denjenigen, die in Bezug auf Homosexualität anders denken“, weitergeführt.

„Gemeinden sind vielfach schuldig geworden“

Zudem weist der Hauptvorstand in der Erklärung darauf hin, „dass auch christliche Gemeinden vielfach durch Hartherzigkeit, Arroganz und verurteilendes Verhalten Homosexuellen gegenüber schuldig geworden sind“. Das dürfe nicht verschwiegen werden „und wird als Schuld bekannt“. Der Hauptvorstand betont in seiner Stellungnahme die Entschlossenheit, auch „angesichts schwieriger Fragestellungen an dem Bekenntnis zu Jesus, dem Sohn Gottes festzuhalten und die Einheit in Christus zu bewahren.“

Die Stellungnahme sei das Ergebnis einer „intensiven Auseinandersetzung im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz mit verschiedenen Aspekten von Homosexualität“, heißt es. Dabei seien unterschiedliche Überzeugungen zum biblischen und humanwissenschaftlichen Befund in „sachlicher und wertschätzender Atmosphäre“ diskutiert worden. Ekkehart Vetter, der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, ist überzeugt, „dass die jetzt beschlossene Erklärung trotz bestehender Unterschiede Leitgedanken formuliert, die zu einem positiven Umgang mit diesen Fragen in den Gemeinden beitragen können“.

Ebenfalls auf der Herbstsitzung hatte der Allianz-Vorstand beschlossen, dass sich die Allianz künftig stärker auf ihre „zentralen Aufgaben“ konzentrieren wolle. Dazu zähle auch die „Einheitsbewegung“ unter den Christen. Der Dialog mit theologisch liberaler denkenden Kirchenvertretern dürfte durch die aktuelle Stellungnahme trotz der Appelle zu einem respektvollen Umgang miteinander allerdings erschwert werden.

Link: Die Stellungnahme der Evangelischen Allianz

18 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Gut, dass wir uns geeinigt haben. Auch wenn wir nicht alle mit jedem Satz glücklich sind. Die Frage, die uns derzeit ständig gestellt wird, nicht zu beantworten, wäre auf jeden Fall unverantwortlich.

  2. Sicher dient die Stellungnahme einer klaren Positionierung der Allianz. Allerdings lässt sie- wie der Autor zurecht feststellt- kaum Raum für den notwendigen und angebrachten Dialog mit allen, die zu anderen hermeneutischen Ergebnissen kommen.
    Nachdem aber Ulrich Parzany seit geraumer Zeit zu dem Thema herumpolarisiert, sah sich die Allianz vielleicht gezwungen sich klar zu positionieren um den Absetzungsbewegungén konservativerer Christen in der Allianz entgegen zu wirken.
    Indes bleibt es ein Trauerspiel: Ulrich Parzany scheint sein Altersthema gefunden zu haben: Homosexualität. (Als ob wir als Kirchen nicht ganz andere Probleme hätten…)
    Dabei wirft er der EKD in polemischer Weise vor, die Bibel als „Literatur wie jede andere“ zu betrachten.
    Da ich Ulrich Parzany für einen sehr intelligenten Mann halte, gehe ich davon aus, dass er die Positionspapiere der EKD zur Schrift und zur Homosexualität (z.B. „Mit Spannungen leben“)kennt. In diesen wird deutlich, dass die Bibel mit nichten als „Buch wie jedes andere“ gesehen wird.
    Warum Parzany so undifferenziert gegen die EKD keilt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber vielleicht sollte er seine Aufmerksamkeit neben dem Thema Homosexualität auch dem Thema Wahrhaftigkeit und Authentizität widmen. Der Qualität der Diskussion täte das gut.

  3. Vielen Dank Ev. Allianz. Endlich stellen sich Christen mutig gegen den Zeitgeist und schieben Aussagen der Bibel zum Thema nicht einfach als „historisch veraltet“ beiseite. Das Zusammenleben von Mann und Frau, Männern und Frauen ist schon schwierig genug, man muß es nicht noch durch alle möglichen anderen Varianten des Zusammenlebens („Ehe für alle“) verkomplizieren. B.G.

  4. Ich finde gut, dass die Ev. Allianz sich auf biblische Grundlagen stellt. Längerfristich wird das aber dazu führen, dass noch weniger Gemeinden als jetzt schon sich in der Allianz engagieren werden. Da, wo Homosexualität ein persöhnliches Gesicht bekommt, ist es nämlich ungleich schwerer solche Positionen zu verteidigen.

    • Das sehe ich anders. Die Evangelikalen in den USA sind ziemlich stark und sie bestimmen die Politik ganz erheblich mit.

      Die Kirchenvertreter scheinen mir viel zu angepaßt an den Zeitgeist. Jeder Murks wird mitgemacht. Ganz gleich, aus welcher Ecke der stammt. Die Kirche beackert die Felder, die ihr von der Politik zugewiesen werden.

      Innerkirlich wird kaum oder gar nicht über den Tellerand diskutiert. Der Rat gibt die Parolen aus und die Herde folgt.
      Jesus hat nichts von Vorgesetzten gesagt?

  5. Homosexualität ist zwar nicht das was der HERR als normal einordnet oder so möchte, aber der oder die jeweils Betroffenen haben wir zu respektieren, d.h. alles zu tun, damit Sie die wahre Liebe GOTTES ken- nen lernen und dadurch evtl. noch zur normalen Sexualtität finden. Wenn nicht, liegt da zwar kein Segen darauf, aber wir müssen Sie respektieren wie Sie sind, so wie alle Anderen, die mehr oder weniger in ei-nem bestimmten Lebensbereich schwach sind … Der werfe den ersten Stein … R.-D.Mucke

  6. Gott liebt jeden einzelnen Menschen, als ob es nur ihn alleine gibt. Alle Menschen sind das Ebenbild Gottes, jeder hat deshalb eine unveräußerliche Würde. Abseits sowohl den in der Zivilgesellschaft als auch in den christlichen Kirchen geäußerten unterschiedlichen Auffassungen im Umgang mit sexuell anders orientierten Menschen gilt es jederman gegenüber wertschätzend aufzutreten und unterschiedliche Meinungen sachlich und fair zu diskutieren. Jesus hat nicht Moral, sondern Liebe gelehrt und gelebt. Über schwierige Themen sollte auch unter Christenmenschen eine positive Streitkultur angestrebt werden.

  7. Homosexuelle Partnerschaften sind laut Bibel gegen Gottes Gebot. Darum finde ich es nicht gut, dass Ehe für alle nun als Gesetz festgelegt wurde. Aber trotzdem werde ich solche Menschen nicht verurteilen, das steht uns nicht zu. Jesus sagte: „Richtet nicht“ Denn wenn man richtet bringt man den Menschen Hass entgegen. Gottes Gebot heißt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und diese Liebe sollten wir solchen Menschen entgegen bringen. Ich kenne einige Homosexuelle Menschen und sie sind im Umgang mit anderen sehr net, und so sollten wir auch zu ihnen sein.

    • Ich möchte nicht nur nett zu sexuell anders orientierten Menschen sein, sondern sie, egal ob gut oder schlecht gelaunt, ganz einfach als meine Mitmenschen sehen. Zur Zeit des Alten Testamentes und zur Zeit Jesu gab es keine homosexuellen Partnerschaften, in der zwei Menschen in Liebe und auf Dauer angelegt, füreinander Verantwortung übernahmen. Die Texte in der Bibel meinen eher das Gegenteil. Ausserdem haben sich die Sitten und Gebräuche geändert. Abraham hatte eine Vielehe. Zur Zeit Jesu durften Frauen nicht predigen. Das würde heute niemand mehr fordern und auch niemand biblisch begründen wollen. Weil Paulus aber sagte,“das Weib aber schweige in der Gemeinde“, muss man die Bibel auslegen. Gotteswort ist immer Gotteswort durch Menschenwort. Das Aufforderung in der Bergpredigt „richtet nicht, bedeutet ja nicht, nur dies zu vollbringen. Dies muss schließlich dazu führen, dass wir sagen können „wir lieben unseren Mitmenschen und/oder Mitchristen wie uns selbst“. Warum: Weil Gott auch diesen Menschen liebt.
      Auch der Homosexuelle ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Oder sollte sich Gott in der Erschaffung dieses Menschen geirrt haben ?

  8. Die Homosexualität ist ein Keil, der ganz bewußt ins Volk getrieben wird, um darüber die Gedanken der Menschen zu kontrollieren. Die Regligion soll zerfallen.
    Glauben wir noch, daß die Bibel das Wort Gottes ist? Dann geben wir es den Homosexuellen zum Studium das 3. Buch Mose Kapitel 18 zu lesen. Es ist das Lehrbuch für Priester.

    Wir lassen uns zu sehr von der Propaganda beeindrucken. Doch steht dahinter gar keine Majorität, wie uns das mediale Dauergewitter Glauben machen will.
    Es ist der Kampf des Drachen gegen Siegfried. Nachdem Siegried ihn bezwungen hatte, kam darunter ein Zwerg hervor. Der hatte den Schreckenshelms auf und wirkte dadurch gefährlich.

    Man darf sich Spielregeln nicht aufzwingen lassen, vor allem, wenn man weiß, daß sich der Widersacher selber nicht dran hält.
    Was verbindet uns? Was trennt die anderen? Ein bißchen mehr Mut, Damen und Herren, dann geht alles gut.
    Das Glück ist heute gut gelaunt.
    Tatsächlich erkenne ich nämlich keine Bewegung.

    • Geht es auch ein paar Nummern kleiner beim Aufstellen v. Verschwörungstheorien?
      Halten Sie sich auch an alle anderen Bestimmungen v. 3. Mose 18?
      Oder sind für Sie, wie für viele Christen, nur die Bestimmungen relevant, die es Ihnen erlauben ANDEREN Lasten aufzuerlegen?

  9. Eine Kirche, die das Wort ihres Meisters, ihres Gottes verlässt, ist eine Vereinigung von Blinden, die andere in die Grube führen, in die sie auch selbst fallen werden. Diese Theologen haben eine ungeheure Schuld auf sich geladen, zuallererst, die Professoren der Universitäten. Sie sind Bollwerke der Finsternis, die unsere westliche Welt vergiftet haben.

  10. Diese Stellungnahme grenzt sich doch ziemlich deutlich ab vom allgemeinen Zeitgeist, der auch in vielen Gemeinden herrscht. Helfen tut dies allerdings eher den evangelikalen Christen, aber nicht den anderen. In der gesellschaftlichen Realität ist dieses Thema m.E. viel komplexer. Vor allem da unsere Gesellschaft sich kulturell doch sehr stark von der biblischen unterscheidet und da Homosexualität teilweise in unserer Gesellschaft ganz anders gelebt wird, als in der Bibel beschrieben. Da müssten die Kommentare und Diskussionen viel tiefer gehen. Gut finde ich allerdings die Kennzeichnung der „Ehe“ als ein für ein Leben lang geschlossener Bund zwischen Mann und Frau. Bei aller Toleranz und Zugeständnissen, daran sollten wir meiner Meinung nach als Christen festhalten.

  11. Es gibt einige Reportagen über die Kirche, wo Kirchenleute, die was zu sagen haben, zu Wort kommen. Die Reportagen stellen die Kirche meist in finsterem Lichte dar; die Presse hat immer was zu meckern, was zu nörgeln und beklagen, es sei denn, der Kirchenarbeiter ist unterschiedslos zur öffentlichen Meinung, einem Mix aus Karl-Josef Ackermerkel, giftgrün und eingeschränktem Unterta-nenverstand.

    Der Christ scheint sein Vergnügen darin zu finden, der Nörgellust der Presse zu genügen? Doch die ist nimmersatt: je mehr die Kirche gibt, desto mehr fordert die Presse ohne Dankeschön. Das ist die einfache Beziehung.

    Der moderne Christenmensch hat paradoxer Weise dieselben Feindbilder wie der Landsherr und scheint eine Art Sklavenlust zu empfinden?

    Die Feindbilder der Presse sind Evangelikale, Fundamentalisten, radikale Christen. Der Blick geht in die USA. Warum sind das die Feindbilder der Kir-che?
    Alle Politik in Brüssel ist radikal, die würgt die Verfassung und das Völkerrecht. Das kriegen die Völker Europas zu spüren, und werden unruhig. Also auch die Kirchen.
    Regionalität, Kultur, Frieden – die Versprechungen waren Worthülsen; die Pres-se hat einen triftigen Grund, Skeptiker als Feinde des Imperiums Berlinum mit langen Hörnern zu malen. Hier ist alles „alternativlos“. Wenn das keine Despo-tie ist, was ist das dann?

    Die Evangelikalen zeichnen sich durch einen großen Zusammenhalt aus. Wa-shington kommt nicht an ihnen vorbei, die Politik muß den Weg nach Canossa gehen und die radikalen Christen fragen: ist es so genehm? Oder haben sie noch Wünsche?
    Was paßt der Kirche an diesem Zustand nicht?

    Lügen, Intrigen, Habsucht, Treulosigkeit – der elende Gabriel postuliert die „Streitkultur“ seit Jahren! Niemand hört hier zu! Politik ist Krieg mit anderen Mitteln, Affekte und Empörung sind die politischen Massenvernichtungswaffen!

    Ich bin auch der Entschuldigungsphrasen leid; es geht nicht ums kopieren, es geht drum, ein Prinzip zu erkennen und für sich zu nutzen.
    Die Methode kann zum Guten wie zu Schlechten genutzt werden, zum Allgemeinwohl und für persönliche Zwecke. Ich baue auf das Gute. Obwohl mich die Gegenwart eines anderen belehrt. Bekerht Euch!

    Und Jesus sprach: Wer mir nah ist, ist dem Feuer nah; wer mir fern ist, ist dem Reich fern.

  12. Sie sind ein gleichgeschalteter Querulant. Das Problem. Was wollen Sie vom Christentum?

    Sie kennen das Gleichnis vom Auto und der Garage?

    • Ach, Sie kennen mich persönlich?
      Dann ist „Lutz Schnelle“ also ein Pseudonym, hinter dem Sie sich verstecken, ich hingegen habe so etwas nicht nötig…
      Oder könnte es sein, dass ich mit meiner Antwort „ins Schwarze getroffen habe“?

  13. Ich finde die Stellungnahme gut, auch wenn sie es nicht allen recht machen kann. Persönlich hätte ich hinzugefügt, dass homosexuelle Paare, die füreinander einstehen wollen, eben nicht dem biblischen Bild der ‚Knabenschänder‘ entsprechen und darum auch kein klares biblisches Urteil bekommen.

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