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Der islamische Religionspädagoge Bülent Ucar sieht im bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht einen Schutz vor Extremismus.

Mit einem rein rational ausgerichteten Islamkunde-Unterricht seien extremistisch eingestellte junge Menschen dagegen nicht zu erreichen, sagte der Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Osnabrück am Freitag am Rande einer Tagung zum islamischen Religionsunterricht dem epd. «Mit einer Orientierung am Bekenntnis und dem religiösen Lebensbezug kann ich überzeugend argumentieren», unterstrich der Wissenschaftler.

Deshalb sei es wichtig, einen vollwertigen Studiengang Islamische Religionspädagogik einzurichten, forderte Ucar. Nur dann könnten genügend islamische Religionslehrer ausgebildet werden, um dieses Fach flächendeckend an deutschen Schulen anbieten zu können: «90 Prozent der muslimischen Schüler und Eltern wollen das», so Ucar. Bisher gebe es lediglich Erweiterungsstudiengänge in Osnabrück, Münster und Erlangen, für die nur etwa jeweils 30 Lehramtsstudenten eingeschrieben seien. Sie müssten als zusätzliches Fach zu ihrem Lehramtsstudium islamische Religionspädagogik wählen.

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«Wir brauchen eine moderne islamische Religionspädagogik, die einen religiösen Traditionsbezug hat und gleichzeitig die Lebenswirklichkeit in Deutschland berücksichtigt und somit dialogisch-interreligiös ausgerichtet ist», sagte Ucar. Ein bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht dürfe keine Kopie der christlichen Religionspädagogik sein. Auch dürfe er sich nicht an einem islamischen Konservatismus orientieren.

(Quelle: epd)