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"Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Konsens, um Armut in Deutschland und Europa zu verhindern. Eine wichtige Aufgabe der Diakonie und der Freien Wohlfahrtspflege in unserer deutschen und in den europäischen Gesellschaften ist es, diesen Konsens herzustellen", sagt Diakonie- Präsident Klaus-Dieter Kottnik anlässlich des offiziellen Starts des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung in Deutschland.

 Trotz aller Maßnahmen und Sozialgesetze könnten sich 17 Prozent der Europäer nicht die grundlegendsten Bedürfnisse für ein menschenwürdiges Dasein erfüllen. "Leider gehört auch Deutschland dazu, wie das Bundesverfassungsgericht gerade in seinem Urteil zu den Hartz-IV-Regelsätzen festgestellt hat. Ein Dach über dem Kopf und ausreichende Ernährung alleine reichen nicht aus, gesellschaftliche Teilhabe gehört ebenfalls dazu", erklärt Kottnik. Damit dies für die mehr als sechs Millionen Empfänger von staatlichen Leistungen in Deutschland gelte, müssen jetzt die Regelsätze neu berechnet werden.

 Kottnik verurteilte es als zynisch, wenn in der aktuellen Diskussion arbeitslose und arme Menschen als Faulpelze und Schmarotzer verunglimpft würden. Dies gefährde den sozialen Frieden. "Es ist nicht akzeptabel, dass die vielen armen Menschen, die unter uns leben, ständig in ihrer Würde verletzt werden. Wir müssen uns zu Solidarität und sozialer Gerechtigkeit bekennen. Insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten sind dies zentrale Werte der Europäischen Union."

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(Quelle: DWEKD)