Du sollst dir kein Bildnis machen – oder doch?

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Fresko der Ewige von Luigi Garzi
Foto: Getty Images

Lässt sich der biblische Gott in ein Bild pressen? „Du sollst dir kein Bildnis machen“, heißt es im Alten Testament. Religionskritiker meinen ohnehin, das Gottesbild sage mehr über den/die Ersteller/in aus, als über Gott selbst. Selbst moderne Gottesdarstellungen zeigen Gott (fast) immer als weißen, älteren Mann. Trotzdem schreibt Elisabeth Birnbaum, Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks: „Es müsste mehr Gottesbilder geben.“

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6 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Gemälde in Kirchen sind in einer Zeit entstanden, als die meisten Menschen überhaupt noch nicht lesen konnten. Sie konnten die Bibel nicht lesen, weil sie zunächst nur in Lateinisch und Griechisch vorlag und diese Sprachen sowieso nur die Gelehrten beherrschten und außerdem der Buchdruck erst zu auch zu Luthers Zeiten entstand, der die Bibel dann hierzulande auch erst ins Deutsche übersetzt hat. Die Kirchen wurden innen mit biblischen Geschichten ausgemalt, damit die Menschen sie eben nicht lesen, sondern sehend begreifen konnten. Leider ist das Bild vom weißhaarigen alten Mann für Gott hierzulande noch vorherrschend. Allerdings: wenn man z. B. Krippenausstellungen anschaut, wobei die Krippen aus unterschiedlichen Teilen der Welt kommen, so ist zu erkennen, dass die Figuren in den Krippen jeweils anders aussehen, je nachdem woher die die Krippe kommt bzw. was die Menschen von ihrer Umwelt kennen. So besteht durchaus nicht nur das Bild, dass die Beteiligten an biblischem Geschehen weiß sind. Wir müssen genau in die Bibel hineinlesen, genau und aufmerksam hineinmeditieren. Gott sagt in der Bibel, dass er unveränderlich ist (also kann er auch nicht alt geworden sein), er sagt von sich, dass er wie ein Vater zu uns ist (was seine Eigenschaften beschreibt, nicht das Aussehen) und dass er wie eine Mutter zu uns ist (beschreibt ebenfalls seine Eigenschaften, nicht sein Aussehen). Trotzdem muss ich sagen, dass mir an dem Buch „Die Hütte“ am besten gefällt, dass Gott einmal komplett anders dargestellt wird als wir denken, nämlich nicht als weißen alten Mann, sondern als noch (wie ich finde) jugendlich aussehende, schwarze Frau!!! Das regt zum Nachdenken an. Was wir auf gar keinen Fall machen sollen: jemand anders als Gott anbeten!! Z. B. Maria anzubeten (wie ich das eben ziemlich extrem in Oberbayern beobachtet habe) ist m. E. Götzendienst! Auch irgendwelche Reliquien hoch und heilig und anbetungswürdig zu halten ist uns nicht geboten! Jesus hat einzig und alleine auf den Vater hingewiesen, Gott selbst, den sollen wir anbeten!!

    • Der Ansatz mit dem „lernen durch anschauen von Bildern“ ist verständlich. Der biblische Auftrag für die Nachfolger lautet aber, vom Hören (nicht schauen) zum Tun zu kommen. Das Wort Gottes muß also gepredigt und gehört und getan werden.

  2. JESUS sagte doch:
    WER MICH SIEHT, SIEHT DEN VATER.
    JESUS sagte zu Schwester Faustina auch:
    MALE MICH, SO WIE DU MICH HIER SIEHST!
    Also ist doch klar, wie der VATER aussieht.

  3. Als ob die Kirche nicht schon genug an schrägen Gottesbildern hätte. Ich finde es ohnehin bemerkenswert und sehr seltsam, dass genau dieses Gebot in der Aufzählung der 10 Gebote beider Großkirchen nicht zu finden war / ist. Wie kann sich eine Kirche einfach drüber stellen und das Wort Gottes auf diese Weise so verfälschen?

    • Hallo knowing, du meinst wahrscheinlich die unterschiedliche Zählung der 10 Gebote? Natürlich kommt das „Bildverbot“ auch bei der evangelischen und katholischen Kirche vor, es steht nämlich in der BIbel drin 😉 Die ev-reformierte Kirche zaählt übrigens das Bildverbot als Nr. 2, so wie Juden und Anglikaner. Lutheraner und Katholiken sehen das Bildverbot unter „keine anderen Götter haben“ bereits abgedeckt, zählen daher anders. Wenn man sich den ersten Abschnitt der gebote an(2. Mose 20, 2-6) sieht, stecken dort tatsächlich zwei oder sogar drei Gebote drin. Also, es geht nur um die Zählweise. Nicht darum, ein Gebot zu streichen.

      Viele Grüße
      dein Jesus.de-Team

  4. „‚Bei IHM sind 1000 Jahre wie ein Tag“ wird in Bildsprache zu übersetzen versucht: weißhaarig und uralt.
    Deine Interpretation „Maria anbeten“ solltest du erst mal überprüfen, indem du den Deliquenten unter Verdacht erst einmal befragst, also Inquisition statt verkündetes Gottesurteil!

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